Das Kärnten - E-Book

DAS KÄRNTEN AKTUELL 12 Einmal mehr hat sich bestätigt, dass grüne Politik nicht alltagstauglich ist, an den wahren Problemen der Gesellschaft vorbei geht und letztendlich an der Realität scheitert. So klingt etwa die Idee konventionelle Kraftwerke wie Kohle- und Gaskraftwerke auf alternative Energiegewinnungsmethoden umzustellen, auf den ersten Blick ja durchaus vernünftig. Die diesbezügliche Herangehensweise der Grünen Energieministerin ist jedoch derartig dilettantisch, dass uns bereits in diesem Winter ein völliges Versorgungschaos mit Gas, Öl und Strom droht. So hat die ehemalige Global2000-Aktivistin Leonore Gewessler, die Verkehrs- und Energieministerin ist, in ihrer Begeisterung alles zu verbieten und zuzusperren was mit Kohle, Öl oder Gas betrieben wird, übersehen, dass es dafür geeigneten Ersatz braucht. Und den gibt es nicht. Zumindest nicht so schnell. Das übrigens auch deswegen, weil Umweltaktivisten, die der Grünen Ideologie wohl nicht so fern stehen, gegen jedes neue, noch so umweltfreundliche Kraftwerk, demonstrieren, protestieren und den Bau so zeitlich massiv verzögern. Abgesehen davon kann man bei steigendemStrombedarf – unter anderem auch verursacht durch staatlich geförderte E-Autos – nicht Kraftwerke zusperren, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wo denn der Strom künftig herkommen soll. Die sogenannte „Grüne Energie“ hat nämlich den großen Nachteil, dass sie meist nicht grundlastfähig ist. Als Grundlastfähigkeit wird die Fähigkeit eines Kraftwerks zur dauerhaften Bereitstellung von elektrischer Energie bezeichnet, ohne dass es dabei zu häufigen oder längeren Unterbrechungen kommt. Das schaffen weder Wind- noch Solaranlagen. Denn weder weht ständig Wind, noch scheint die Sonne in der Nacht. Das müsste eigentlich auch Grünen einleuchten. Tut es aber offenbar nicht. Es gibt aber auch alternative Energiegewinnungsmethoden, die grundlastfähig sind. Das wären etwa Biomasse- und Biogaskraftwerke, Geothermiekraftwerke und fast alle die Fließgeschwindigkeit von Flüssen nutzenden Wasserkraftwerke. Nur von denen gibt es zu wenige, um den aktuellen Strombedarf Österreichs zu decken. Das dürfte unserer Grünen Weltverbesserungsministerin Gewessler anlässlich des Ukrainekrieges jetzt auch aufgefallen sein. Sie ruft zum Energiesparen auf. Im Herbst will sie den Menschen mit einer Werbekampagne mitteilen, dass es sich auch in einer um zwei Grad kälterenWohnung ganz gut lebt und dass man mit Tempo 100 über die Autobahnen fahren soll. Auch soll man beim Kochen einen Deckel auf den Kochtopf geben. Das kann nur einer weltfremden Grün-Politikerin einfallen. Verantwortungsvolle Politiker hingegen würden darauf schauen, dass die Gasspeicher gefüllt sind und sich die Österreicher nicht vor einemKältewinter in der eigenenWohnung fürchten müssen. Offenbar ist die Versorgungslage in Österreich derart dramatisch, dass ausgerechnet die grüne Umweltministerin das im März 2020 stillgelegte Kohlekraftwerk in Mellach (Steiermark) wieder aufsperren muss, um bei einem Gasengpass mit Kohle Strom erzeugen zu können. Das ist insofern bemerkenswert, als Kohle bei den CO2Emissionen doppelt so klimaschädlich ist wie Gas. Um die peinliche Blamage der grünen Energieministerin abzufedern – ist natürlich gleich der grüne Bundespräsident Alexander Van der Bellen aufgetaucht – und hat Verständnis für den vorübergehenden Kraftwerksbetrieb mit klimaschädlicher Kohle geäußert. „Aber es muss uns klar sein, das kann nur eine Krisenintervention sein aufgrund der jetzigen Lage“, sagt der Präsident und mahnt gleichzeitig ein, den Kampf gegen den Klimawandel und die Energiewende nicht zu vergessen. Was er selbst bei diesen Aussagen vergessen hat, ist, die Schuldigen an der dramatischen Situation zu nennen. Die sitzen nämlich in der schwarz-grünen Bundesregierung und haben wie immer versagt, wenn es darum geht, Österreich durch eine Krise zu führen. Denn die aktuell angespannte Lage durch Drosselung der Gaslieferungen aus Russland ist zu einem großen Teil das Ergebnis der Sanktionspolitik durch die österreichische Bundesregierung. Da wird auch kein Deckel auf dem Kochtopf helfen. Grüne Hirngespenster Criticus Österreich steuert auf Unregierbarkeit Noch nie hatte eine Regierung schlechtere Umfragewerte als die aktuelle schwarz-grüne Koalition. Das Problem dabei ist nur, die Werte der Oppositionsparteien sind nicht rasend besser. Man könnte auch sagen, die Österreicher waren mit ihren Politikern noch nie so unzufrieden wie heute. Offenbar ist den klassischen Parlamentsparteien die Luft ausgegangen – und zwar allen. Die ÖVP versinkt nach dem Abgang ihres Wunderwuzzis Sebastian Kurz im Korruptionssumpf und ist fast wöchentlich mit dem Rücktritt eines ihrer Granden beschäftigt. Die ebenfalls regierenden Grünen haben jetzt gar ein Kohlekraftwerk wieder aufsperren müssen, um das Totalversagen ihrer Energieministerin auszubügeln, was nicht allen in der Öko-Partei gefällt. Die SPÖ ist zwar im Aufwind und wird wohl die nächste Bundeskanzlerin stellen, hat aber noch immer mit Querschüssen aus den eigenen Reihen zu kämpfen, statt Einigkeit und Geschlossenheit zu zeigen. Das hingegen zeigt die FPÖ, hat aber mit ihrem Parteiobmann jemanden an der Spitze, der im Unterschied zu seinen Vorgängern nicht in der Lage ist, das Protestwählerpotential abzurufen. Die einzigen, die völlig unverdient von der Schwäche in Österreichs Politlandschaft profitieren, sind die Neos. Aber auch nur sehr zaghaft. Trotz ihrer unbedarften Chefin. Die Zeit wäre also reif für eine neue politische Bewegung. Nur die ist nicht in Sicht. Nach einigen Zufallserfolgen der MFG gehen auch bei dieser neuen Gruppierung die Spaltungen und Streitereien los. Fehlversuch! Und dann gibt es noch das Gerücht, Ex-SPÖ-Kanzler Christian Kern könnte mit einer neu gegründeten Bewegung in die Politik zurückkehren – als so eine Art Alpen Macron, oder Alpen Berlusconi. Prinzipiell keine schlechte Idee. Neuwahlen würden die gewohnte Politlandschaft in Österreich wohl ordentlich durcheinanderwürfeln. Nach derzeitigem Stand der Umfragen würde sich eine gewohnte Zweierkoalition nicht mehr ausgehen – in keiner Konstellation. Nicht Rot-Schwarz, nicht Schwarz-Grün, nicht Rot-Blau, nicht SchwarzBlau. Möglich wäre eine Ampel mit Rot-Grün und Pink. Die Frage ist nur, ob es dann für die leidgeplagten Österreicher besser wird.

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