Das Kärnten - E-Book

DAS KÄRNTEN AKTUELL 15 Heikel – Inflation 2023 betrug 7,8 Prozent! Österreicherinnen und Österreicher haben es beim täglichen Einkauf gespürt – die Inflation war 2023 hoch und sie hat sich gegenüber dem Vorjahr 2022 nur unwesentlich nach unten bewegt, nämlich von 8,6 auf 7,8 Prozent. So weit zu den vor Kurzen veröffentlichten Zahlen der Statistik Austria. Der Kommentar von Statistik- Austria-Chef Tobias Thomas spricht Bände: „Die Inflation liege damit immer noch fast viermal höher als der Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB)“. Der scharfe Blick gilt auf die Gastronomie, Nahrungsmitteln, Haushaltsenergie und Wohnungsinstandhaltung, diese generier(t)en mehr als die Hälfte der Inflation. Dabei ist die Teuerung in den meisten Euro-Ländern deutlich gesunken. Als Vergleichsbasis dient der „harmonisierte Verbraucherpreisindex“ der lag bei uns im Schnitt bei 7,7 %. Im Euroschnitt lag dieser bei 5,4 Prozent. Die niedrigsten Teuerungsraten haben Spanien, Luxemburg, Belgien mit 3,4 %, 2,9 % bzw. 2,3 %. Gas und Fernwärme waren in Österreich teurer als in anderen EULändern. Gleich zu Jahresbeginn schlug sich die Teuerung mit 11,2 Prozent zu Buche; im Dezember 2023 mit 5,6 Prozent. Nur fünf Staaten (Kroatien, Slowakei und baltische Staaten) haben in der Eurozone eine höhere Teuerung! Österreichs Inflation ist hausgemacht, die Regierung hat auf „treffsichere Hilfszahlungen“ verzichtet und viel zu spät in die Konsumentenpreise, etwa bei Strom und Mieten, eingegriffen! Schon jetzt hat die Gastromie um 9 Prozent die Preise erhöht; die Kosten für Beherbergungen stiegen gar um 10 Prozent. Der von der Regierung eingesetzte Lebensmittelgipfel war eine Farce und es ist davon auszugehen, dass heuer einige Faktoren weiter die Teuerung antreiben werden … Etwas abgefedert, durch hohe Lohnerhöhungen, die freilich ein Nachspiel haben könnten: Arbeitslose, Rekorde bei Firmeninsolvenzen und, und … Barzahlungen in Höhe von mehr als 10.000 Euro werden in der Europäischen Union künftig verboten sein. Darauf haben sich die Unterhändler vom Europaparlament und der Mitgliedstaaten geeinigt. Diese EU-weite Vorschrift soll gegen Geldwäsche wirken und die Schlupflöcher in den nationalen Gesetzen stopfen. Auch müssen Händler von Luxusgütern künftig die Identität ihrer Kunden überprüfen und verdächtige Geschäfte an die Behörden melden. Dies soll vor allem für den Handel mit Juwelen, Luxusautos, Privatflugzeugen und Schiffen gelten. Betroffen sind aber auch finanzstarke Fußballvereine wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund. Der Profifußball gilt mit seinen Milliardeninvestitionen aus Drittstaaten als mögliches Einfallstor für Geldwäsche in Europa. Noch ist es nicht soweit. Denn dem Gesetz müssen erst das Europaparlament und die Mitgliedstaaten formal zustimmen. Es wäre aber nicht der Bürokratie-Moloch Brüssel, wenn es für die Überwachung der neuen Regeln nicht auch eine neue Behörde geben würde. Dort wird zwar kein Geld gewaschen, aber ganz sicher verbrannt. Denn es wäre ebenfalls nicht Brüssel, wenn diese Behörde nicht zahlreiche gutdotierte Jobs zu vergeben hätte. Wo das sein wird, ist noch nicht klar. Die neue europäische Anti-Geldwäschebehörde (Anti Money Laundering Authority – Amla) sucht noch einen Sitz. Wien hat sich dafür beworben. Und da dürften die Chancen wohl nicht schlecht stehen, ist doch die Bundeshauptstadt zum wiederholten Mal zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt worden. Also ideal für den Brüsseler Bürokraten, der zwischen Schnitzel und Sachertorte kurz mal in den Putzereien vorbeischaut, ob dort eh kein Geld gewaschen wird. So nett sich das für die EU-Beamtenschaft anhört, so schlimm könnte es für die Bürger werden. Denn Viele sehen in der Begrenzung der Bargeldzahlungen einen weiteren Schritt zu einer drohenden kompletten Abschaffung des Bargelds. Denn während die Bargeldobergrenzen immer enger gezogen werden, plant die EZB ja bereits die Einführung des Digital-Euro, der das Bargeld offiziell ergänzen soll, tatsächlich aber auch ablösen könnte. Kritiker dieser neuen EU-Regel fürchten, dass die schon vollzogene Abschaffung des 500-Euro-Scheins, neben der Einigung für die Einführung einer Bargeldobergrenze von 10.000 Euro und demnächst die Einführung des Digital-Euro kein Kampf gegen die Geldwäsche oder die Terrorismusfinanzierung ist, sondern nur ein Vorwand. Man befürchtet vielmehr, dass die EU nicht Kriminelle, die ganz andere Wege und Mittel haben, um ihre illegalen Geschäfte abzuwickeln im Visier hat, sondern mittel- und langfristig ein ganz anderes Ziel verfolgt. Nämlich den finanziell gläsernen Bürger – überwacht, kontrolliert und bevormundet. Trotzdem ist und bleibt das Bargeld das beliebteste Zahlungsmittel in Österreich. 95 Prozent der Bevölkerung können sich laut einer Umfrage der Österreichischen Nationalbank eine Welt ohne Bargeld nicht vorstellen. Bargeld ist gedruckte Freiheit – und die Österreicher wissen das. Die Abschaffung der Bargeldzahlung an sich ist in Österreich und in der gesamten EU ein reales Bedrohungsszenario und Ziel der Brüsseler EU-Eliten. Vor nicht allzu langer Zeit hieß es noch vom ÖVP-Finanzminister, er sei gegen Obergrenzen und das sei und bleibe die österreichische Position. Dieses Versprechen wurde mit der Einigung auf eine Obergrenze für die Bargeldzahlung ganz klar gebrochen – über die Köpfe der eigenen Bevölkerung hinweg. Das bestätigen auch die Unterschriften der Österreicher bei einschlägigen Volksbegehren. So haben mehr als 121.000 Österreicher das Volksbegehren, das sich gegen eine Obergrenze für Bargeld ausspricht und Anfang Jänner im Nationalrat diskutiert wurde, unterstützt. Angesichts dieser Zahlen wäre ÖVP-Kanzler Karl Nehammer wohl gut beraten, wenn er in Brüssel ein Veto Österreichs gegen die 10.000-Euro-Obergrenze bei der Barzahlung einlegt und gegen jede andere Beschränkung gleich dazu. Immerhin ist heuer Wahljahr. Und da bekommt er so oder so die Rechnung. Bar oder mit Karte! Ist Bargeld bald Geschichte? Criticus ZU GEWINNEN FRAGE Wo findet das Konzert von Howard Carpendale statt? 2 x 2 Tickets für das Konzert von Howard Carpendale am Sonntag, 19.05.2024 in der Wiener Stadthalle Senden Sie eine Mail mit dem Betreff „Howard Carpendale“ an office@das-kaernten.at © michael deboer

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMjE=