Das Kärnten - E-Book

DAS 12 KÄRNTEN KOMMENTAR Eine eifrige „DAS KÄRNTEN“-Leserin hat eine geniale Idee und uns das per Mail mitgeteilt: Man möge doch bitte das Klagenfurter Rathaus endlich in Klagenfurter Stadttheater umbenennen. Es sei dazu ungeheuerlich, wie stark die Konkurrenz der peinlich agierenden Provinzpolitiker vom Neuen Platz zur seriösen Kärntner Bühne schon wäre: Possen, Komödien, Tragödien, Kurz-Auftritte, Dramen, Lustspiele usw. Wie wahr! Und das beinah wöchentlich, während das Stadttheater wesentlich weniger Aufführungen bieten kann. Da präsentiert sich Stadtchef Christian Scheider als Chamäleon – er arbeitet bereits für die sechste Partei (nach FPÖ, FPK, BZÖ, Team Kärnten, Liste Scheider)! Gemeinsam mit seinem eifrigen Vize Patrick Jonke (bisher vier Parteien) gründete das sportliche Stadtoberhaupt die „Freie Soziale Bürgerpartei“ (FSP). FSP? Warum nicht FSB? Man wolle keinesfalls mit dem russischen Inlandsgeheimdienst verwechselt werden. Ob da wirklich eine Gefahr bestehen würde? Für Jonke steht wohl fest: Eine Partei mit dem Namen Scheider („Liste Scheider“) wäre für seine weiteren Pläne zur Eroberung des Bürgermeistersessels hinderlich – schon im nächsten Gemeinderatswahlkampf. Aber vielleicht kommt es zuvor zu einer weiteren Umbenennung in „WWJ“ – „Wir wollen Jonke“. Bekanntlich hat sich der Klagenfurter Stadtchef vom „Team Kärnten“ getrennt – und von dessen Obmann Gerhard Köfer. Dieser wäre – als amtierender Bürgermeister von Spittal/Drau – beinahe vom eigenen Gemeinderat für seine engagierte Arbeit geehrt worden. Warum nicht auch eine Ehrenbürgerschaft für Villachs Bürgermeister Albel, für den Völkermarkter Stadtchef Lakounigg, für Hermagors Gemeindeoberhaupt Astner, für Ferlachs Appe, für den St. Veiter Kulmer oder den Feldkirchner Treffner? Welche Optik! Köfer hat letztlich auf diese Auszeichnung verzichtet. Mittlerweile bedauert Christian Scheider, dass er nichts mehr zu verschenken hat. Geburtstagspräsente für Jubilare ( 30.000 Euro jährlich) sind dem Rotstift zum Opfer gefallen. Übrigens – ein anderer Klagenfurter Ex-Vizebürgermeister, Alois Dolinar (70), nach einem „Wohnungsvergabe-Skandal“ zum Gemeinderat degradiert, ließ sich von einer Zeitung mit seinem neuen und rund 40 Jahre jüngeren weiblichen Glück ablichten – eine durchaus attraktive Dame. Der Professor i. R. träumt von einem Weltraumausflug als Hochzeitsgeschenk. Man könnte Dolinar also ohne weiteres auf den Mond schießen. Vielleicht ruft aber Elon Musk an? Auch den amtierenden geschiedenen Nach-Nachfolger Patrick Jonke – von der Staatsanwaltschaft wie ein eingeseiftes Auto „reingewaschen“ – konnte man in einem Medium mit seiner Freundin Martina Derhaschnig (Marktkoordinatorin) bewundern. Manchmal scheint Jonke doch Realist zu sein: Er will alles, nur keinen Beliebtheitspreis gewinnen. Das dürfte ihm gelingen. Gemeinderat Michael Gussnig hatte hingegen „Probleme“ mit einem Privatkredit und der Zahlungsaufforderung durch einen Klagenfurter Anwalt. Angeblich sei „alles erledigt“. Erledigt sei auch die Kritik des Stadtrechnungshofes am Klagenfurter Festival (2020 bis 2022) wegen diverser Kosten, fehlender Vereinbarungen oder unzureichender Dokumentationen, beteuert der zuständige Intendant. Ein Schauspieldirektor Was ist bloß mit dem 1. Klagenfurter Vizebürgermeister und LiesnigNachfolger Ronald Rabitsch (SP) los? Er erhielt eine magere Zustimmung von 64,6 Prozent als Chef der Klagenfurter „Roten“. Und das ohne einen Gegenkandidaten. Rabitsch, eine durchaus freundliche, aber offensichtlich unsichere Person, scheint diesem Amt kaum gewachsen zu sein. Vielleicht hätte er doch Zentralbetriebsrat in der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft bleiben sollen? SP-Stadträtin Constance Mochar mühte sich regelrecht ab, damit sie endlich ein Budget erstellen konnte. Und VP-Stadtrat Max Habenicht? Der dürfte demnächst vom Klagenfurter VP-Boss Julian Geier abgelöst werden. FP-Dame Sandra Wassermann versucht hingegen nach wie vor, ihre „Parteifreunde“ Germ und Darmann vom Rathaus fernzuhalten. Die anderen Parteien spielen in der Landeshauptstadt kaum eine Rolle. Anders ausgedrückt: Es kommt eben darauf an, wie stark oder schwach die Gegner eines regierenden Bürgermeisters sind. Zurück zum Stadttheater, das richterweise ordentlich subventioniert wird. Wenn aber der Steuerzahler schon für den prunkvollen Unterhaltungstempel aufkommen muss, sollte man auch die Gehälter der Spitzenmanager veröffentlichen. Was verdient ein Stadttheater-Intendant? Der kaufmännische Direktor? Der Chefdirigent? Und ja, wie viel erhält der Herr Schauspieldirektor (den es in Klagenfurt gibt) – im Vergleich zu den oft unterbezahlten Gagen der Schauspieler, Tischler, Komparsen, Ankleider, Sänger, Musiker, Beleuchter, Maskenbildner und Bühnentechniker. Und bleiben wir im Show-Bereich: Der international erfolgreiche und verstorbene Kärntner Sänger Udo Jürgens bekommt endlich eine fixe Ausstellung – im Landesmuseum! Aus den Bemühungen von EventGuru Hannes Jagerhofer, das Herbertstöckl mit „dicken“ Förderungen in so ein Museum zu verwandeln, ist nichts geworden. Auch sonst scheinen dem rührigen Manager einige finanzielle Sorgen zu plagen, wie dem Immobilienvermarkter Franz Orasch. So soll das „Salzamt“-Hotel unter den Hammer kommen. Franz Orasch hat einmal angekündigt, dass er Kärnten mit Familie in Richtung USA verlassen wolle. Einem Gerücht zufolge soll ein weiterer Kärntner Unternehmer aus der Solarbranche Auswanderungsgelüste verspüren – nach Südafrika. Wenig Bürgerservice? Wie angekündigt wurde das Klagenfurter Ordnungsamt aufgelassen. Viele Autofahrer freut das, andere Bewohner trauern den Sicherheitsleuten nach. Die Entscheidung fiel nicht schwer, häuften sich doch die Personalkosten dieser Abteilung. Wie bekannt wurde, schnitt die Landeshauptstadt bei einer Online-Umfrage fürchterlich ab – es ging um „Bürgerservice“. Die meisten der Befragten haben sich wenig schmeichelhaft über Klagenfurter Servicestellen geäußert. Mit anderen Worten: Da ist noch viel Luft nach oben. Was ist mit dem Leiter des Bürgerservice-Büros? Vielleicht wäre ein Weckruf angebracht? Bürger sind Kunden und keine Bittsteller und müssen sich nicht in gebeugter Haltung der Stadtverwaltung nähern. Das wäre eine der Schrauben, an der man drehen könnte! Schließlich sollen aus budgetären Gründen etliche Stellen in der Lindwurm-Burg nicht mehr nachbesetzt werden. Relativ gut im Bereich „Bürgerservice“ abgeschnitten haben die Städte Wolfsberg, Villach, Spittal und Feldkirchen. Vermutlich kaum durchgegriffen hat das Ordnungsamt bei einem Problem in Klagenfurt-Viktring: Bei der seit Jahren für heftige Proteste sorgenden und umstrittenen Freiluft-Schießanlage in einem Wald bei den Treimischer Teichen. Warum? Weil offensichtlich eine korrekte Kontrolle der Lärmschutzverordnung versagte, wie z. B. beim verbotenen Einsatz von Langwaffen oder einem angeblichen zweiseitigen „Bescheid“ über zusätzlich genehmigte Schießzeiten. Dabei hatte man den auf dem Schießplatz aufgetauchten Uniformierten die dritte Akten-Seite nicht gezeigt oder verheimlicht. Darauf stand, dass eine Aufhebung der gültigen Verordnung „ausgeschlossen“ sei! Die Vereinsleitung, die eine von der Stadt angebotene neue und schallsichere 750.000-Euro-Schießanlage abgelehnt hat, lässt zusätzlich mit Großkaliber feuern! Dabei zielen Sportschützen nur mit Luftdruck und Kleinkaliber-Munition. Der Kriegslärm mit „Elefantentötern“ in einem Naherholungsgebiet gehört verboten, wobei man sich auf ein medizinisches Top-Gutachten stützen könnte (Dieser Lärm macht krank). Der Grazer Schützenverein, bei dem der steirische Schul-Amokschütze eifrig trainiert hatte, hat nach dem blutigen Anschlag aus Pietätsgründen die Anlage weit vor der Sommerpause (!) geschlossen. In Viktring wurde am nächsten Tag wieder geballert. Auch mit Großkaliber. Klagenfurt: Rathaus wird zum Stadttheater … Criticus

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