DAS KÄRNTEN AKTUELL 14 Freitag & Samstag: 2100-0400 Uhr Pfarrplatz 3 | 9020 Klagenfurt Fotos: Thomas Hude Schockierende Zahlen bei Arbeitslosigkeit in Österreich – im Juli über 359.374 ohne Job Die neuesten Zahlen vom österreichischen Arbeitsmarkt sind schockierend! Im Juli waren 359.374 Personen arbeitslos oder in einer AMS-Schulung gemeldet. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Juli des Vorjahres von 17.605 Arbeitssuchenden, oder ein Plus von 5,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt somit aktuell 6,7 Prozent (plus 0,3 Prozentpunkte im Jahresvergleich), wie das Sozialministerium mitteilt. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen legt zu. Ganz überraschend kommt das nicht, steckt doch Österreich seit fünf Jahren in der Stagnation, davon seit fast drei Jahren in der Rezession und steuert bei den Firmenpleiten auf einen neuen Höchststand zu. So viele Insolvenzen gab es laut Creditreform noch nie in der Geschichte der Zweiten Republik. Auch leidet das Land weiterhin mit 3,5 Prozent an einer hohen Inflation. Der Hauptgrund für dieses arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Desaster ist klar: Die österreichische Wirtschaft steckt seit Jahren in einer Dauerkrise, das Wachstum liegt im EU-Vergleich an letzter Stelle. Statt endlich konkrete Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit und die Wirtschaftsflaute zu setzen, liefert die schwarz-rot-pinke Regierung nichts als leere Ankündigungen. Einige Details der Arbeitslosen-Statistik sind alarmierend. So ist die Jugendarbeitslosigkeit um 3,7 Prozent gestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden deutlich um 7,3 Prozent nach oben gegangen. Unsere Jugend findet also weder Jobs noch Ausbildungsplätze. Das ist besonders dramatisch, soll doch diese Generation irgendwann einmal die Pensionen ihrer Eltern und Großeltern finanzieren. Hier müsste verantwortungsvolle Politik sofort und wirksam eingreifen. Ist doch der Mangel an Lehrstellen nicht vom Himmel gefallen, sondern großteils hausgemacht. Wenn man gesunden, florierenden Unternehmen mit immer mehr und neuen Steuern das Weiße aus den Augen nimmt, dann darf man sich nicht wundern, wenn diese irgendwann nicht mehr in der Lage sind, ihre Belegschaft aufzustocken. Dazu kommt noch eine kräftige Rezession, die es vielen Österreichern schwer macht, das heimische Dienstleistungsgewerbe in Anspruch zu nehmen. Oder anders formuliert: Wer Mühe hat, die Heizrechnung oder die Miete zu zahlen, der wird mit seiner Familie wohl kaum nobel essen gehen, oder gar Urlaub am Wörthersee machen. Ein Teufelskreislauf, den es zu durchbrechen gilt. Unlustig auch die Situation bei den sogenannten freien Dienstverträgen. Diese nehmen nämlich genauso wie die geringfügig Beschäftigten kräftig zu. Rund jedes fünfte freie Dienstverhältnis entfällt auf das Gesundheits- und Sozialwesen, dahinter folgen die Branchen Erziehung und Unterricht sowie wissenschaftliche und technische Dienstleistungen. Ins Auge sticht die Entwicklung in der Branche der „sonstigen Post-, Kurier- und Expressdienste“, zu der auch Lebensmittel-Lieferdienste zählen: Im Vergleich zum Juni 2024 hat sich die Zahl der freien Dienstverhältnisse hier mehr als vervierfacht. Angesichts dieser Zahlen braucht es grundsätzlich eine Politik, die Arbeit und Leistung wieder belohnt, Arbeitsplätze schafft und unsere Wirtschaft stärkt. Jede zusätzliche Stunde Arbeit muss sich künftig in der Brieftasche bemerkbar machen, denn das motiviert, gibt Anerkennung und macht Lust auf Leistung. Die Industriellenvereinigung meinte etwa: „Es braucht dringend positive Anreize, die Vollzeit bzw. die Ausweitung des Arbeitsvolumens insgesamt zu attraktivieren.“ Von der Arbeiterkammer hieß es: „Der Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit muss Priorität haben. Hier sind auch die Unternehmen gefordert.“ Der Gewerkschaftsbund merkte an: „Langzeitarbeitslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck struktureller Probleme am Arbeitsmarkt.“ Der Wirtschaftsbund verwies auf den eigenen Stellenmonitor, der 161.350 offene Stellen anzeigen würde: „Österreich ist Spitzenreiter bei der Teilzeitquote, gleichzeitig suchen unsere Betriebe händeringend nach Personal.“ Es läuft also einiges schief am österreichischen Arbeitsmarkt! H.K. ANZEIGE
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