Das Kärnten - E-Book

DAS KÄRNTEN AKTUELL 2 Tu felix Austria nube Der lateinische Spruch „Tu felix Austria nube“ bedeutet „Du glückliches Österreich, heirate“. Es handelte sich um eine clevere Politik der Habsburger, die Macht, Einfluss und Vermögen durch strategische Ehen sicherten. Nach dem Abstieg der Austria Klagenfurt von der Bundes- in die zweite Liga wäre es wohl wünschenswert, eine reiche Braut an Land zuziehen – eine Milliardärin? Schließlich konnte die Vereinsleitung einen Goldhändler als Unterstützer gewinnen, binnen kurzer Zeit wurde dieser jedoch wieder verärgert, zog sich zurück und wartet auf die Rückzahlung von mehreren Hunderttausend Euros. Jetzt brechen freilich schwere Zeiten für den Traditionsverein an – Sponsoren verabschieden sich, Mitarbeiter klagen ausstehende Gehälter, der Pleitegeier zieht ungeniert seine Kreise über dem Klagenfurter UFO. Die finanzschwache Stadt fordert eine sechsstellige Summe, nachdem man auf Ratenzahlen-Aufforderungen vorerst nicht einmal reagiert hatte. Was für ein Management? Böse Zungen behaupten indes, die Austria wäre mit einem zuletzt angeschlagenen Trainer Pacult „oben“ geblieben und hätte die rettenden Punkte noch erkämpft. So sah der Abstiegskampf nach einem Protest auf 22 Beinen aus. Da konnte auch der „von oben verordnete“ Ex-Vizeweltmeister und Trainer Carsten Jancker nicht zaubern. Seit Kurzem bietet sich tatsächlich ein reicher Bräutigam an, der das Euro-Stadion, dessen Erhaltung allein schon enorme Geldmassen verschlingt, erwerben und auf diese Weise der Stadt und dem Verein mit einem „Millionen-Schatz“ unter die Arme greifen könnte – Siegfried Stieglitz, Ex-Black-Wings-Vizepräsident, Ex-Asfinag-Aufsichtsrat, „VollblutSportler“, Projektentwickler und SelfMade-Multimillionär. Stieglitz hat bei Bürgermeister Christian Scheider sein Interesse am Kauf der Arena bekundet. Das Stadtoberhaupt will zunächst einen Gesprächstermin und dann weitere Details „festmachen“. Bis dato hat sich, nach Rückfrage bei Siegfried Stieglitz der Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider nie mehr beim ihm gemeldet. Stieglitz werde nicht ewig warten und überlegt bereits, bei einem anderen Verein zu investieren. Es heißt also wieder einmal „bitte warten“. Wie lange noch? Hoffentlich springt Stieglitz nicht ab. Das wäre ein glattes Eigentor. Das zeigt wie fahrlässig seitens der Klagenfurter Stadtregierung mit Wirtschaftstreibenden, welche in Klagenfurt was bewegen wollen, umgegangen wird. Und an eine gemeinsame Fußballakademie (Austria, WAC, Fußballverband) ist kaum mehr zu denken. Das wäre sinnvoll gewesen. Bleiben wir beim Kärntner Fußball: Nein, diesmal geht es nicht um den Klagenfurter Ärztekammer-Direktor Klaus Mitterdorfer, der in der Wiener „Schlangengrube“ als ÖFB-Präsident genervt das Handtuch geworfen hat. Auch nicht um ÖFB-Aufsichtsratspräsident und Ex-VP-Vizekanzler Josef Pröll, den die Kärntner in Zusammenhang mit dem Hypoverkauf nicht in allerbester Erinnerung haben. Auch nicht darum, dass ein langjähriger „schwarzer“ Spitzenpolitiker im Zentrum der heimischen Kicker ordentlich mitmischt und ein Bundesverband (im Gegensatz zu Ligavereinen) den Anschein parteilicher Unabhängigkeit erwecken sollte. Nein, es geht um fette Förderungen nach der CoronaPandemie. Nicht immer landeten diese Förderungen bei den richtigen Stellen. So griffen, wie der „Falter“ berichtete, sechs Landesverbände des Österreichischen Fußballverbandes ungeniert in den Fördertopf. 1,68 Millionen Euro bezogen sie aus dem NPO-Hilfsfonds plus Kurzarbeiterhilfe. Finanzielle Einbußen durch die Pandemie gab es offensichtlich keine. Die Verbände konnten sogar, wie Insider behaupten, Geld sparen. Drei Verbände wollten sich vorsichtshalber nicht „unrechtmäßig bereichern“. Der Kärntner Fußballverband (KFV) beantragte allerdings 369.696 Euro. Sie wurden ausgezahlt. Laut KFV „durchaus rechtmäßig“ (obwohl es keine Spiele und zusätzliche Trainingslager gab). Setzte es die „gelbe Karte“ für den KFV? Nein. Über das Eingreifen von (Ex-)Spitzenpolitikern bei diversen Kicker-Verbänden dürfte man sich schon gewöhnt haben, schließlich mischen Politiker auch bei der größten Medienorgel des Landes kräftig mit – durch „Freundeskreise“ im ORF-Aufsichtsrat. Dabei haben Volksvertreter in einem unabhängigen ORF nichts zu suchen! Der Verfassungsgerichtshof hat die Besetzung diverser ORF-Gremien für verfassungswidrig erklärt. Die erfolgte „Korrektur“ erweist sich nur als geringe Kosmetik, wollen unsere Volksvertreter doch weiterhin den Staatsfunk beeinflussen. Wie berichtet, legt Landeshauptmann Peter Kaiser bei einem Parteitag im September sein Amt als SP-Parteichef „in jüngere Hände“. Sein Nachfolger dürfte, nach dem endgültigen Rückzieher von Philip Kucher, feststehen: Der unaufgeregte Landesrat Daniel Fellner, der noch Macherqualitäten beweisen muss. Fellner hat bereits erklärt, dass eine Zusammenarbeit mit der FP „kein Problem wäre“. Freilich hätte der amtsmüde scheinende Kaiser längst seinen Thronfolger als Regierungs- und SP-Chef benennen können. Der Partei wären ein interner Machtkampf und wilde Spekulationen erspart geblieben. Auch SP-GF Andy Sucher verabschiedet sich, die Partei soll komplett umgebaut werden. Landes-Vize Martin Gruber (VP) will sich in diese Personalrocharden vorerst nicht einmischen. Und Kärntens FP-Chef Angerer? Mittlerweile kursieren Gerüchte, dass der Radentheiner Bundes-FP-Boss Herbert Kickl als blauer Spitzenkandidat in den Landtagswahlkampf ziehen möchte und von Kärnten aus – frei nach Haider - weiterhin die Partei „dirigiert“. Als möglicher Landeshauptmann könnte Kickl später dieses wichtige Amt an einen Parteifreund abgeben und nach einer geplatzten Bundesregierungs-Koalition doch noch ins Kanzleramt einziehen. Ganz von der Hand zu weisen ist dieses Gerücht nicht. Noch dazu hatte der voraussichtliche Kaiser-Nachfolger Fellner erklärt, dass er mit der Freiheitlichen Partei „keine Berührungsängste“ hätte. Und Kärntens derzeitiger FP-Chef Angerer? Stelle sich die Frage, ob nicht der Lavanttaler FP-Nationalrat Christian Ragger auf den blauen Landeschefposten schielt. Immerhin soll Jurist Ragger bei der überraschenden Absetzung seiner FP-Kollegin Bundesrätin Isabelle Theuermann als Wolfsberger Stadträtin im Hintergrund die Fäden gezogen haben. Eine besonders feine Art war das nicht, sondern eine theatergerechte Politik-Hinrichtung einer langjährigen engagierten „Parteifreundin“. Theuermann wurde nämlich während einer Bundesratssitzung in Wien in ihrer Kärntner Heimat eiskalt abserviert – von zwei FP-Ersatzgemeinderäten. Tja, die Politik ist eben kein Streichelzoo. Und hüte Dich vor Partei-Freunden oder Parteifreundinnen. Der Herr Ragger weiß das sicher. Sicher weiß auch der alte „blaue“ Polit-Haudegen Andreas Mölzer (Herausgeber „Zur Zeit“), dass die permanente Kritik seiner Partei an der „ach so bürokratischen“ EU bei den Leuten immer gut ankommt. Umso verwunderlicher scheint es doch, dass der Kärntner „Polit-Oldtimer“ für seine Parteizeitung Hunderttausende Euro EU-Förderungsgelder erhalten haben soll. Einen Teil davon angeblich regelwidrig. Die Fördernehmer widersprechen und verweisen auf „strenge Kontrollen durch Wirtschaftsprüfer“. Man kennt das ja: Wasser predigen und Wein trinken. Ebenfalls ums liebe Geld geht es bei den Kärntner Ärzten – sie fordern wieder höhere Honorare und drohen im August mit Streiks. Zum Handkuss kommen die Patienten. Ärztekammer-Direktor Klaus Mitterdorfer hat wieder genügend Zeit und kann die Mitglieder bei ihren Forderungen unterstützen. Hoffentlich ohne Fouls. Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! EDITORIAL von Heinz Knapp IMPRESSUM: Die Agentur – Verlag – Heinz Knapp Herausgeber/Chefredaktion/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-kaernten.at Redaktion: office@das-kaernten.at Grafik: Daniel Knapp, d.knapp@das-kaernten.at Lektorat: Alfred Eichhorn Druck: CARINTHIA GmbH & Co KG Vertrieb: Österreichische Post AG, Villach Verlagsadresse/Rechnungswesen: Die Agentur - Unabhängige Monatszeitung, Chorturmblick 1, 9020 Klagenfurt Offenlegung gem. § 25MedienG: Online: www.das-kaernten.at Kolumnisten: Heinz Christrian Strache, Toni Polster Bei Bezahlte Anzeigen, PR-Artikeln & namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 07.08.2025,10:00 Uhr

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