Das Kärnten - E-Book

DAS 4 KÄRNTEN KOMMENTAR Ex-Technik-Direktor als ORF-„Auge“ Während das Kärntner ORF Landesstudio bei den Radiotests wieder einmal als klarer Sieger (auch im Vergleich zu anderen Landesstudios) hervorgeht, könnte man der Wiener ORF-Zentrale mit dem stets diensteifrig erscheinenden Generaldirektor Roland Weißmann am Küniglberg das „blecherne Mikrophon“ verleihen. Schließlich werden dem zwangsgebührenzahlenden TV-Konsumenten sogar im Hauptabendprogramm laufend Wiederholungen serviert. Erst kürzlich entsandte Kärntens Landeshauptmann Kaiser den ehemaligen technischen ORF-Direktor Michael Götzhaber aus Klagenfurt in den ORF-Stiftungsrat. Das ist nachvollziehbar, dürfte der ehemalige Küniglberg-Technikchef (2012 bis 2021) und Ex-ORF-Betriebsratsboss doch den gesamten Betrieb bestens kennen. Sowohl das „Innen“-, wie das „Außenleben“ . Vorgänger Sigi Neuschitzer aus Trebesing kann auf kritische Aktionen im „ORF-Aufsichtsrat“ verweisen. Ein anderer „interessanter“ Stiftungsrat mit Polit-Verknüpfungen: Der Sohn eines ehemaligen Linzer SP-Bürgermeisters, der Inhalte aus dem ORF-Stiftungsrat bloggt. Durch eine betreffende parlamentarische Anfrage ist bekannt geworden, dass die Arbeiterkammer der eher links angesiedelten Denkfabrik „Momentum“ in einem Jahr 800.000 Euro gespendet hat, auch der ÖGB ließ sich nicht lumpen. Anders ausgedrückt: Zwangsbeiträge der AKPflichtmitglieder dürfen dafür verwendet worden sein. Ein gewisser Markus Marterbauer, mittlerweile als Finanzminister bekannt, fand es damals „nicht richtig“, dass die AK „jede Ausgabe veröffentlichen müsse“. Diese Geldspritzen sollten allem Anschein nach geheim bleiben. Freilich gibt es auch andere Thinktanks wie Eco Austria, die wiederum von der Industrie finanziell unterstützt werden. Ach ja – künftig verlieren die Landeshauptleute ihr „Anhörungsrecht“ für neu zu bestellende ORFLandesdirektoren. Dieser Schritt war längst überfällig … Peinliche Seitenblicke Zurück zur Wiener ORF-Zentrale: Wenn in Kärnten einmal ein Großereignis ansteht, drängen sich Wiener Kolleginnen und Kollegen regelrecht auf und reisen an den blauen Wörthersee zu den „Reichen und Schönen“. Natürlich mit teuren Teams! Dabei leisten Journalisten, Techniker und alle anderen Bediensteten des Kärntner ORF-Landesstudios nachweislich hervorragende Arbeit! Zudem könnte man die öde Pseudo-Adabei-Sendung „Seitenblicke“ locker einsparen, schließlich produziert die verantwortliche Firma mit großem finanziellem Aufwand meist nur inhaltslose Wiener „G´schichten“ mit fast immer denselben Leuten. Man ist heutzutage schon prominent, wenn man die zweite oder dritte Frau eines Baumeisters, Moderators oder irgendeines Schönheitschirurgen ist. Eine angebliche Ex-Sängerin als permanente Gastgeberin oder der Ex von einer Wiener Ex tut es auch. Warum wirft man also für geballte Peinlichkeit das Geld der Gebührenzahler beim Fenster hinaus? Oder für lauwarme Nachmittags-Sendungen, in denen pure Langweile auf dem Programm steht, irgendwelche Reiseberichte umständlich erörtert werden und man zu anderen Sendern flüchten muss? Zuletzt gab es wenigstens einen Grund für eine ungewöhnliche Promi-Meldung: Der wegen Untreue zu vier Jahren Haft verurteilte „Nobel-Häftling“ Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser dinierte bei einem Ausgang mit seiner Frau Fiona im Luxus-Restaurant Linde in Maria Wörth. Es gehe doch um die Chance der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Schließlich bestehe keine Fluchtgefahr, so die Justiz. Nun – in den blau-grünen See wird sich der Ex-Minister wohl kaum stürzen und einfach „untertauchen“. Zuvor hatte Grasser einen Antrag auf Privatinsolvenz eingebracht. Unter den Gläubigern: Seine betuchte und geliebte Ehefrau. Und was macht eigentlich Ex-Haider-Schützling und Ex-Finanzlandesrat Harald Dobernig? Der ehemalige „blau/orange“ Finanzlandesrat hat bei einem Kärntner Top-Unternehmen angeheuert und steigt in die Geschäftsführung auf. Derzeit ist die Justiz allerdings mit einem speziellen Promi beschäftigt: Mit Rene Benko und seinem Finanzimperium – und mit möglichen Komplizen. Ehre für G. Dörfler Das hätte sich der ehemalige FPLandeshauptmann Gerhard Dörfler auch nicht vorstellen können – ausgerechnet er wird für die Realisierung eines umstrittenen Großprojektes in Bad St. Leonhard geehrt. Es geht um eine seinerzeit heftig diskutierte vier Kilometer lange und 33 Millionen Euro teure Strecke. Die hohen Kosten waren dem Rechnungshof ein Dorn im Auge. Der damalige Projektleiter kritisiert diese „unverständliche Ehrung“, weil angeblich zusätzliche Baumaßnahmen wie Brücken und ein Kreisverkehr errichtet werden mussten. Zudem gab es offensichtlich überteuerte Grundstückablösen. Dörfler weist die Kritik zurück und meinte in einem Gespräch: „Die Kritiker vertreten nicht die Meinung der Bürger oder des Gemeinderates. Es gab sogar eine Kostenreduzierung“. Der Bad St. Leonharder Bürgermeister Dieter Dohr (vormals BZÖ/ heute Bürgerliste) ortete bei der Umfahrung eine „lebensnotwendige Maßnahme“. Übrigens – Bad St. Leonhard hat derzeit allen Grund zum Feiern: 700 Jahre Stadtrecht. Beim Feiern müssen Politiker immer wieder aufpassen, weil man manchmal oft „anstoßen muss“. Nachdem der Villacher FP-Stadtrat und Abgeordnete Erwin Baumann nach einer Führerscheinabnahme auf das Rad umsteigen musste, wurde auch die Villacher Kirchtags-Obfrau und Vizebürgermeisterin Gerda Sandrisser in Klagenfurt von der Polizei gestoppt. Angeblich hätte sie es beim Alkotest mit ihrer Atemluft nicht geschafft, diese Tests ordnungsgemäß durchzuführen und nur ein kleines Bier getrunken. Das wurde als Verweigerung gewertet und automatisch ein Wert von 1,6 Promille angenommen. Die Aussage der durchaus beliebten Politikerin werten viele Experten als „ziemlich kurios“, ein Bluttest hätte „alles“ aufgeklärt. Der Keutschacher Bürgermeister Gerhard Oleschko soll hingegen gleich mehrmals mit mehr als 0,8 Promille am Steuer erwischt worden sein, so ein ORF-Bericht. Er amtiert immer noch als geschäftiges Gemeindeoberhaupt, auch wenn es in der Gemeinde immer wieder zu personellen „Verschiebungen“ kommt. Noch eine ziemlich kuriose Meldung, die sich wie der Blitz in Kärnten verbreitet hat: Filmlegende Otto Retzer wurde nach einer Verletzung im Klagenfurter Unfallkrankenhaus operiert und bald darauf elegant hinauskomplimentiert. Er soll eine Krankenpflegerin, die einen Katheder hätte legen sollen, beleidigt haben. Diese meldete den Vorfall der Direktion. Die Folge: Ein sofortiges Hausverbot für den Herrn Regisseur. Man habe, so die Spitalsleitung, „die Geschichte genau geprüft und bewusst eine entsprechende Handlung gesetzt“. Glatzkopf Retzer hingegen spricht von „einem blöden Witz“. Er sei doch ein „Frauenversteher“. Da hat er wohl etwas gänzlich falsch verstanden. „Dickpics“ Jetzt ist es so gut wie fix: Wenn ein Mann glaubt, ungefragt Fotos von seinem Geschlechtsteil über sämtliche elektronische Kommunikationswege weiterschicken zu können, kommt er ab September in Österreich vor den Strafrichter. Es winken bis zu sechs Monate Freiheitsstrafe oder eine „fette“ Geldstrafe. Freilich bezieht sich Cyberflashing auf männliche und weibliche Geschlechtsteile. Vor wenigen Monaten musste sich das Rote Kreuz in Kärnten mit so einem Sexualdelikt befassen. Hochrangige Funktionäre der Rettungsorganisation hatten Penisbilder verschickt, das Rote Kreuz hat sich deshalb von zwei Mitarbeitern getrennt. Sexuelle Belästigungen sind nicht zu tolerieren. Schließlich macht kaum eine Frau Freudensprünge, wenn sie ungefragt solche Bilder bekommt. Es handle sich vielmehr um ein hinterlistiges Machtspiel, sind sich Psychologen in diesen Fällen einig. Erschreckend: Fast jede zweite Frau bekam bereits diese unangebrachten Bilder „von unten“. Was ist bloß mit diesen Männern los? H.K.

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