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DAS KÄRNTEN AKTUELL 8 Erleben Sie wildes Wasser und grüne Almen“, steht in einem Werbefolder über das Kärntner Mölltal, das mit seiner wildromantischen Landschaft und seinen touristischen Angeboten zu den „schönsten Flecken“ unseres Bundeslandes zählt. Doch seit Monaten tobt in diesem Oberkärntner Gebiet ein regelrechter Abwehrkampf gegen ein geplantes 200-Millionen-Euro-Kelag-Schwallausgleichskraftwerk in Kolbnitz. Die Bürgerinitiative „Retten wir die Möll“ steht dem Projekt mehr als skeptisch gegenüber. Dies ging auch aus einer gut besuchten Bürgerversammlung in Obervellach hervor. Mehrere Bürgermeister der betroffenen sechs Gemeinden lehnen das Projekt ab und warnen von einem „Todesschlag“ für den regionalen Tourismus. Man befürchte zudem ein Ende der Fischerei und des Rafting-Sports. Ein Meteorologe hat sogar auf das kühlende Kleinklima des Flusses hingewiesen, das wichtig für das Tal und den Grundwasserspiegel sei. Ein Mitglied der Bürgerinitiative wetterte gegen „Aktionärsinteressen eines Unternehmens“, auch jenen des an der Kelag beteiligten deutschen RWE-Konzerns. Es gab bereits einen lauten Protest-Aufmarsch von Dutzenden Kraftwerksgegnern vor der Kelag-Zentrale in Klagenfurt – mit Schildern, Spruchbändern und Plakaten. Ein weiteres Argument der Projektgegner: Es gäbe bereits an die 550 Wasserkraftwerke in Kärnten, womit ohnehin mehr nachhaltiger Strom erzeugt, als im vorgesehenen Klimaziel gefordert werde. Man fürchte jetzt, dass durch eine zu erwartende geringere Wasserführung des Flusses das Mölltal zu einer „Stromkolonie“ verkommen würde. Die Kelag verweist hingegen auf ein UVP-Verfahren mit allen erforderlichen Prüfungen, auf Versorgungssicherheit, eine Verbesserung des ökologischen Zustands und „saubere Energie“. Damit dürfte sie die Skeptiker, darunter Fischer, Touristiker, Landwirte, Naturfreunde, Wassersportler und Kommunalpolitiker, kaum beruhigen. Vertreter der Bürgerinitiative, die tausende Unterschriften gegen das Projekt gesammelt haben, sehen – bei allem Verständnis für „grüne Energie“ – in dem Schwallausgleichskraftwerk samt 17 Kilometer langem Druckstollen weiterhin eine „gewinnbringende Variante für einen Stromkonzern“. Sogar von einem Durchtrennen der Mölltaler Lebensader ist die Rede. Ob der künftige Betreiber und die Bürgerinitiative mit ihren berechtigten Sorgen doch eine gemeinsame Lösung finden werden? Man wird sehen. Gerüchte über verschiedene Projekt-Varianten tragen inzwischen kaum zur Beruhigung der Bevölkerung bei. „DAS KÄRNTEN“ wird jedenfalls die weitere Entwicklung des 200-Millionen-Vorhabens beobachten und darüber berichten. Eine von den Gemeinden Stall, Flattach, Mallnitz, Obervellach, Reißeck und Mühldorf in Auftrag gegebene Studie präsentiert die „Stollenvariante“ als beste der bisher präsentieren Lösungen. Trotzdem sprechen Gegner von einem „zweiten Hainburg“, einem „FlussRinnsal“ und dem „Ausverkauf der Heimat“. H.K. Mölltal: Heftiger„Abwehrkampf“ gegen umstrittenes Kraftwerk! Eine Bürgerinitiative warnt vor dem „Durchtrennen der Lebensader“ & „Todesschlag“ für Tourismus. Kelag spricht von Versorgungssicherheit. Blick entlang des Mölltals zu Bergen der Glocknergruppe © Mefusbren69 SHOPPEN MIT „DAS KÄRNTEN“ Gewinnen Sie 1 von 20 Gutscheinen im Wert von jeweils 50 Euro von Wie heißt das Sportfachgeschäft der Interspar Group? a) Hermine Sports b) Hervis Sports Senden Sie eine Mail mit dem Betreff „Interspar“ und der korrekten Antwort an office@das-kaernten.at Einsendeschluss: Freitag, 16. Juli Einsendeschluss: Fr., 22. August 2025

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