das KÄRNTEN SPORT 15 Der gebürtige Lavanttaler und Vizeleutnant i. R. krönte seine Laufbahn 1978 mit einem Europameistertitel im Weltergewicht. Was allerdings kaum bekannt ist: Der Top-Sportler und Volleyball-Botschafter meisterte auch 20 Marathonläufe. Sie waren dreifacher Staatsmeister und Europameister im Weltergewicht. Können Sie sich noch an den EM-Fight in Villach erinnern, als der damals amtierende dänische Europameister Jorgen Hansen wegen eines Nachschlags nach dem Schlussgong disqualifiziert worden ist? Pachler: Ja, an diesen Kampf erinnere ich mich natürlich sehr gut. Nach dem Schlussgong der achten Runde habe ich völlig unerwartet noch einen Schlag seitlich auf die Halsschlagader bekommen. Ich habe sofort das Bewusstsein verloren und bin auf dem Ringboden liegengeblieben. Der italienische Ringrichter hat daraufhin meinen Gegner, den dänischen Europameister Jorgen Hansen, disqualifziert. So bin ich Europameister geworden. Es war ein außergewöhnlicher Moment, den ich bis heute nicht vergessen kann. Sie haben als gelernter Fleischermeister über 130 Boxkämpfe bestritten und oft internationale Meister in den Ringstaub geschickt. Was war das Geheimnis Ihres Erfolges? Und hat man als Boxer Angst vor einem Schlag, der „einem plötzlich das Licht abdreht“? Pachler: Ich habe als Profi 44 Kämpfe bestritten – mit 37 Siegen, einem Unentschieden und sechs Niederlagen. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich 43-Mal gegen internationale Gegner im Ring gestanden bin. Mein Erfolgsgeheimnis war, dass ich den Boxsport immer ernst genommen habe. Ich bin nie unvorbereitet angetreten. Dazu kam das große Glück, mit Josef Kovarik beim Bundesheer einen der besten Trainer Österreichs an meiner Seite gehabt zu haben. Angst hatte ich nie – aber immer großen Respekt! Und genau dieser Respekt ist beim Boxen entscheidend. Gilt das Boxen zu Unrecht als brutaler Sport? Und ist die Verletzungsgefahr besonders groß? Pachler: Boxen wird von manchen Zeitgenossen oft zu Unrecht als bruter Sport gesehen. Es gibt doch klare Regeln, zwölf Gewichtsklassen und ein starkes Augenmerk auf Fairness. Ringrichter haben jederzeit die Möglichkeit, einen Kamf aus gesundheitlichen Gründen abzubrechen. Wer diesen Sport kennt, weiß: Es geht um Technik, Disziplin und Kontrolle. Im August 1981 bestritten Sie ihren letzten Profi-Kampf. Kann man einfach die Boxhandschuhe ausziehen und zur Seite legen? Pachler: Meine Karriere endete am 31. August 1981 – und zwar nach einem Sieg! Nach zwölf Runden habe ich meinen letzten Kampf gewonnen und bin als österreichischer Meister im Weltergewicht abgetreten. Die Boxhandschuhe legt man nicht leichtfertig zur Seite, aber wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, weiß man es. Sie haben als Boxer „den Größten aller Zeiten“, nämlich Schwergewichtsweltmeister Muhammad Ali alias Cassius Clay, getroffen. Ein tolles Erlebnis? Pachler: Mein Vorbild war ja Muhammad Ali. Ihn am 24. Mai 1979 in Randers pesönlich zu treffen und mich mit diesem Idol unterhalten zu können, war ein großartiges Erlebnis. Für mich war er nicht nur sportlich der Größte, sondern auch menschlich beeindruckend. Sie sind mittlerweile Klagenfurter und unterrichten „Boxen“ an der Klagenfuter Universität. Lernen Studenten sich im Leben durchzuboxen? Pachler: Seit meiner Pensionierung im Jahre 2012 trainiere ich jeden Freitag an der Universität Klagenfurt im USIBereich. Ich vermittle dort Boxen und Selbstverteidigung. Viele Teilnehmer sind Studentinnen und Studenten – es freut mich zu sehen, wie sie durch den Sport an Selbstvertrauen gewinnen und lernen, sich im Leben durchzusetzen. Was halten Sie von Frauen-Boxen. Geht hier die Gleichberechtigung zu weit? Pachler: Frauenboxen ist klar im Aufwind und ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung. Ich sehe das sehr positiv – auch aus meiner täglichen Trainingsarbeit. Der Sport gehört heute ganz selbstverständlich auch den Frauen. Wie sieht es mit dem Kärntner Box-Nachwuchs aus? Pachler: Der Kärntner BoxNachwuchs ist, wenn man das so sagen kann, wieder leicht im Steigen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung und zeigt, dass dieser Sport weiterhin eine Zukunft besitzt. Sie waren Botschafter für die Volleyball-Europameisterschaft der Männer. Hat das mit Ihrer Schlagkraft zu tun? Pachler: Meine Rolle als Botschafter bei der Volleyball-Europameisterschaft war für mich eine wertvolle Erfahrung. Gerade im Vergleich zum Boxen habe ich gesehen, wie wichtig im Mannschaftssport Taktik, Schnelligkeit und Abstimmung sind. Sie bestritten mehr als 20 Marathonläufe. Wie kam es dazu? Pachler: Nach meiner zwölfjährigen Boxkarriere habe ich bewusst eine neue Herausforderung gesucht – und im Marathonlauf gefunden. Ich habe über 20 internationale Läufe gemeistert, darunter in New York, Berlin, Florenz und Wien. Meine persönliche Bestzeit liegt bei 2:58 Stunden. Ein Blick in die Zukunft? Pachler: Das ist einfach! Der Weg ist das Ziel! Noch etwas – den Namen „Jo Tiger“ haben mir meine Fans gegeben. Ich habe immer wie ein Tiger gekämpft … -raf Box-Legende Joe „Tiger“ Pachler: „Im Ring hatte ich nie Angst!“ Er ließ jahrelang seine Fäuste fliegen und bestritt über 130 Boxkämpfe: Der Klagenfurter Joe „Tiger“ Pachler, Jahrgang 1950. „Oldies“ auf der Jagd nach der Gummischeibe SPORTLICH GESEHEN „Man darf nicht alles so schlechtreden, wie es war“, meinte einmal Fußballmanager Fredi Bobic. Bei diesem Zitat fällt einem der „Todeskampf“ der Waidmannsdorfer Violetten ein, die regelrecht aus der Bundesliga hinausgetreten worden sind. Abseits vom grünen Rasen macht die Absteiger-Elf leider ein noch trostloseres Bild – mit Pech, Pannen und Pleiten. Was die finanzielle Misere anbelangt, scheinen einige Vorkommnisse hausgemacht zu sein. Zurück zum Desaster der Austria Klagenfurt und dem finanziellen Hürdenlauf: 4,9 Millionen Forderungen sind derzeit ausständig und täglich poppt was Neues auf. Jetzt hat sich auch noch die Bundesliga mit einer Forderung von 120. 000,- Euro wegen diverser Vergehen beim Konkursverwalter gemeldet. Kein Wunder, dass sich Sponsoren abwenden und der Vertrauensverlust zur derzeitigen Führung ständig sinkt. Warum das Land allerdings die Akademie-Förderung trotz dieses Batzen-Konkurses ausbezahlt hat, wäre zu hinterfragen. Denn das Geld fließt 1:1 in die Hände des Masseverwalters. Besonders betroffen von der Insolvenz sind kleine Firmen, die sich hintergangen fühlen. Hinter vorgehaltener Hand wird von einer möglichen Insolvenzverschleppung getuschelt und geprüft, ob der Konkurs nicht schon viel länger hätte angemeldet werden müssen. Vielleicht wären dann einige Betriebe nicht in diese prekäre Situation gekommen, in der sie sich jetzt befinden. Derzeit prüft ein Anwalt bestehende Gläubigerinteressen. Ohne Neubeginn wird das kaum gehen. Wo bleibt der angekündigte Wirtschaftsbeirat? Schafft man das QuotenGeld – mit einem agierenden und mittlerweile in der Sportszene als Konkurskönig bezeichneten Clubbesitzer Karajica? Man denke nur an das Insolvenzverfahren der European League Football. Dort war ein Herr Zeljko Karajica CEO. Warten deshalb alle auf die „rote Karte“ vom Konkursgericht? Sportlich läuft man schon auf Sparflamme und setzt somit auf die Jugend und den Eigenbau. Vom WAC hört man nicht nur, dass der vierte Trainer in dieser Spielzeit antanzt, sondern dass das Klagenfurter Stadion als Austragungsort der Heimspiele abgehakt sei. Zu hohe Kosten für die Stadionmiete und das Zuseher-Interesse dürfte doch bescheiden sein, wird argumentiert. Schade jedenfalls für den Sport und vor allem für das Stadion in Waidmannsdorf, das nun Viert- oder Fünft -Liga-Fußball ertragen muss. H. Knapp Sie „flitzen“ bereits seit über 40 Jahren über spiegelglatte Flächen und kämpfen mit allen Mitteln um eine kleine schwarze HartgummiScheibe – die Mitglieder jenes Eishockeyclubs, der seinerzeit aus der BSG Sektion Hypo Bank hervorgegangen ist. Die Spieler haben auch 30 Jahre lang im Klagenfurter Betriebscup gespielt und diesen etliche Male gewonnen, zudem den Titel „Kärntner Hobbymeister“ (beste Hobby-Crew). Zur aktuellen Mannschaft zählen Sportler aus den verschiedensten beruflichen Gruppen, die stets einen kameradschaftlichen Umgang pflegen. Dabei haben die Eiskünstler schon einiges erlebt und an zahlreichen Turnieren in den unterschiedlichsten Ländern teilgenommen. Jetzt will sich die Mannschaft, die in Klagenfurt oder Ferlach aufläuft, neu ausrichten und sucht deshalb einen Sponsor „mit Herz fürs Eishockey“. Hans-Jörg Genser: „Es werden neue Dressen benötigt und wir suchen auch einen passenden neuen Namen für unseren traditionsreichen Verein.“ Da wäre viele Namen möglich – etwa Polarfüchse, Pinguine, Eisbomber oder die Falken. Oder aus einem ganz anderen Bereich wie z. B. „Die Eishackler“, „Eiskratzer“, „EisRitter“ oder „Kufenreiter“. Kontaktperson für Vorschläge und Sponsoring: Der Klagenfurter Kunden-Manager Hans-Jörg Genser, hansjoerg. genser@gmail.com Tel.: 0660 5767937. Übrigens – wer Ideengeber für einen neuen Namen wird, darf sich über eine Einladung zu einem „heißen“ Match freuen. Hinten: Michael Wegozyn, Gert Possarnig, Christoph Goritschnig, Hans-Jörg Genser, Wolfram Kukowitsch, Kurt Makula, Peter Widowitz, Peter Wieser Foto Privat Vorne (v. l): Walter Goritschnig, Robert Schalle, Armin Trinkl, Markus Wider, Markus Grantner. Nicht auf dem Foto: Michael Götzhaber, Dietmar Urabl, Valentin Novak, Christian Wolf, Mario Schwagerle und Wolfgang Walcher. Fotos beigestellt/privat
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