das 4 KÄRNTEN AKTUELL Angst vor Kontrollen? Warum, bitte schön, hat man im Klagenfurter Rathaus Angst vor wirksamen Kontrollen? Was hat man zu verbergen? Warum findet man eine lächerliche Ausrede nach der anderen? Die Rede ist von geplanten Stichproben des unabhängigen Landesrechnungshofes. Die Prüfer möchten u. a. einen Blick auf die Causa Jost werfen. Statt den Kontrolloren, die selbstverständlich der Schweigepflicht unterliegen, alle geforderten Unterlagen rasch auszuhändigen, findet man stets neue Tricks, um eine klare Sicht auf diverse Akten abwehren zu können. Eigentlich versucht man im Schatten des Lindwurms seit Jahren, dem Landesrechnungshof die PersonalverrechnungsAufzeichnungen vorzuenthalten, also den Zugang zum entsprechenden System. Und man legt, trotz aller treuherzigen Beteuerungen der Stadtpolitiker, den Prüfern weiterhin Steine in den Weg. Sogar der Stadtrechnungshof hat es nicht immer leicht. Eine Verschleierungs-Affäre? Verantwortliche im Magistrat verweisen auf Datenschutzprobleme. Datenschutz? Die Rechnungshofprüfer unterliegen, wie festgestellt, der Verschwiegenheitspflicht. Nun können sich Magistratsdirektion und Personalabteilung auf ein teures Rechtsgutachten stützen, dass von „problematischen Daten“ spricht. Man möge dem Wunsch nach einem direkten Live-Zugriff nicht nachkommen. Schließich hätte man zahlreiche Fragen beantwortet und diverse Unterlagen herausgegeben. Wenn die Politik allerdings das längst überfällige Herausrücken aller Unterlagen unterstützen will, braucht sie das nur beschließen. Man pocht plötzlich auf Rechtssicherheit. So entsteht der Eindruck, man wolle die Überstunden-Kaiser und Gagen-Könige decken, möglicheweise ungerechtfertigte Zusatzstunden im ÜberstundenParadies verheimiichen und weitere unkorrekte Auszahlungen verschleiern. Bekanntlich hat ja nicht nur Ex-Magistratsdirektor Peter Jost Überstunden kassiert (er hat allerdings für das Überstundenschreiben keine Überstunden verrechnet), sondern auch der Berufsfeuerwehrchef, der viel beschäftigte Projektkoordinator Martin Strutz und weitere „hohe Tiere“. Kein Wunder, wenn der bisherige Magistrats-Finanzchef Christof Wutte kürzlich das Handtuch warf. Er kündigte, hat aber angeblich ein Rückkehrrecht. Die oft schwer nachvollziehbaren und heftigen Budgetdiskussionen dürften Wutte in seinem Entschluss, in die Privatwirtschaft zu wechseln, bestärkt haben. Und wann zieht KabegJurist Florian Kühr als Vize-Magistratsdirektor ins ehrwürdige Rathaus ein? Er war schließlich Bestgereihter. Ihm winkt ein „dickes“ Monatsgehalt. Auf seine Anstellung wartet er noch immer. Ein Klagenfurter Schicksal. Man denke nur an die peinlichen Vorgeschichten mit Bestgereihten – vor der Bestellung der amtierenden Direktorin Isabella Jandl. Und wie geht die Stadt mit ihrem Vorzeigebetrieb, den Stadtwerken, um? Oft wird von manchen gedankenlosen Politikern auf dem Rücken dieses traditionsreichen Dienstleistungsbetriebes politisches Kleingeld gewechselt. Dabei haben die STW mit einer fetten Zehn-Millionen-Euro-Dividende das katastrophale Stadtbudget aufgebessert und die Rathaus-Herren (und Damen) auf diese Weise vor dem endgültigen finanziellen Ruin gerettet. Mittlerweile wird es zum Roulette-Spiel, welche Schlaglöcher auf Klagenfurts Straßen ausgebessert werden können. Das ähnelt dem Schicksal der Benediktinerplatz-Uhr mit vier falschen Zeiten. Eine Reparatur scheint derzeit wegen „zu hoher Kosten“ nicht möglich. Ein symbolträchtiges Bild – und so dürfte für manchen Volksvertreter die Zeit langsam, aber sicher, ablaufen. Voll engagiert zeigt sich hingegen der Klagenfurter Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Franz Ahm, der etwa die erfolgreiche Aktion „Klamour“ unterstützt, bei der über 30 Betriebe die Innenstadt beleben– mit diversen Aktionen und originellen Angeboten. Während etliche Gemeindepolitiker ihren Kopf weiterhin in den Sand oder den kaputten Asphalt stecken, zeigen initiative Geschäftsleute, wie man Stadtteile belebt und Menschen begeisert. Geschlossene Geschäftslokale, leere Auslagen, verworfene Konzepte, teure 0815-Strategien, eine zu Tode „umgekrempelte“ Bahnhofstraße samt widersinniger Verkehrszeichen und mutlose „Experten“-Gutachten – auf diese Weise werden die zuständigen Referenten in der Innenstadt kaum etwas bewirken. Ex-Stadtrat Max Habenicht scheiterte kläglich. Großmärkte als Abkassierer Großmärkte haben in Kärnten ein Abkassier-Geschäftsmodell eingeführt. So wurde kürzlich von der Wiener Firma Park & Control einer Viktringer Hausfrau eine Zahlungsaufforderung in der Höhe von 94 Euro zugestellt – bei sonstiger Exekution! Die gute Dame hatte im November des Vorjahres (!) mit ihrem Kleinwagen vor dem Penny-Markt in Viktring geparkt und das vorgeschriebene Ein-StundenZeitlimit überschritten. Sie war nicht nur in der Penny-Filiale, sondern auch in angrenzenden Geschäften bzw. einer Bank. Die Viktringerin kann einfach nicht verstehen, warum man keine Toleranzgrenze gelten lässt oder zunächst einen freundlichen Hinweis hinter die Windschutzscheibe steckt. Nachvollziehen kann die Autofahrerin hingegen, dass man gegen stundenlange Dauerparker vorgehen muss. Auf diese unelegante Weise hat die Großmarktfiliale eine Kundin verloren, die in dieser Aktion eine reine Abzocke erblickt. Solche Maßnahmen sollen Filialen anderer Lebensmittelketten in Klagenfurt ebenfalls schon durchgeführt haben. Zumindest zwei Einkaufsstunden wären vielleicht doch angebracht. Was erstaunt: Die Wiener Park & Control verrechnet auch die KennzeichenBehördenabfrage mit 22 Euro! Im Zeitraffer Von Harald Raffer Ein Klagenfurter Politiker als „Froschkönig“, der von einer blonden Prinzessin geküsst wird und sich dann in einen stattlichen Bürgermeister verwandelt? Nun – so weit sind wir noch nicht. Obwohl sich besagter Volksvertreter das durchaus wünschen dürfte. Schließlich will, wie Auguren im Klagenfurter Rathaus vorhersagen, Klagenfurts 2. Vizebürgermeister Patrick Jonke seinen Förderer Christian Scheider in das Bürgermeister-Amt folgen. Baustoffexperte, Autowasch-Reiniger und Gastronom Jonke, der am 30. April seinen 35. Geburtstag feiert, stand wegen angeblich falsch verrechneter Überstunden und möglicherweise „gesteuerten“ FP-Mitgliedsbeiträgen in der Kritik. Die Staatsanwaltschaft stellte allerdings alle Untersuchungen ein. „Er will mit aller Macht an die Spitze“, erklärt ein Insider. Nun – Jonke, der bereits die FP, die Liste Scheider und das Team Kärnten vertreten hat, scheint das mit seinen Aktionen zu bestätigen. So mussten sich seine Vizebürgermeister-Vorgänger Alois Dolinar und Alexander Kastner geschlagen geben und nach kurzen Auseinandersetzungen das Handtuch werfen. Nur gegen den damaligen FP-Stadtchef Wolfgang Germ erlitt der seinerzeitige FP-Mann Jonke 2016 eine empfindliche Niederlage. Germ ist mittlerweile wieder bei der Berufsfeuerwehr gelandet. Ihm werden durchaus Gelüste auf den einzigen FPStadtrat-Sessel nachgesagt. Mit einer „Liste Scheider“ will ein Patrick Jonke keinesfalls in den nächsten Bürgermeisterwahlkampf ziehen. Eine „Liste Jonke“ wäre sicher nach dem Geschmack des Wohnungs-, Tier-, Klima- und EU-Referenten, spielt sich allerdings nicht. So gründete man mit dem Stadtoberhaupt 2025 die „Freie Soziale Bürgerpartei“ (FSP). Und schon verdichteten sich Gerüchte, die FP möchte ihren doch erfolgreichen Christian wieder zurückholen. Insider halten das für „schwer möglich“. Die FSP (hat mit dem fast gleichnamigen russischen Inlandsgeheimdienst natürlich nichts zu tun) ist weiterhin unbekannt und ihr fehlen entsprechende Wahlkampfmittel. Von Patrick Jonke hat man zuletzt wenig gehört – außer über eine Schutzaktion für Frösche, Kröten & Co beim Schlossteich Ehrental. Dort wurde für die Zeit der Amphibienwanderung ein fast 200 Meter langer Schutzzaun aufgebaut. Freiwillige Helfer sorgen mit der „ZaunKübel-Methode“ dafür, dass die bis zu acht gefährdeten Arten sicher über die Straße kommen. Eine durchaus lobenswerte Aktion, wandern die Amphibien bei feuchtem Wetter auch tagsüber zu den Laichgewässern. Dabei müssen Straßen überquert werden. Jährlich fallen deshalb unzählige Frösche und Kröten dem Verkehr zum Opfer. Hier wird Klima- und Umweltschutzreferent Patrick Jonke aktiv – etwa bei einem Lokalaugenschein beim FröscheSammeln. So stellte der Politiker mit der ARGE Naturschutz und zuständigen Beamten die unterschiedlichen Arten fest: Erdkröte, Grasfrosch, Springfrosch, Balkan-Moorfrosch, Grünfrösche, Laubfrosch, Teichmolch und Alpen-Kammmolch. Bleibt nur die Frage: Wer holt für Jonke die goldene Kugel aus dem tiefen Rathausbrunnen? Diamanten für ewige Ruhe Der Bericht „Trend bei der Bestattung Kärnten – Diamanten für die ewige Ruhe“ war für mich sehr interessant! Ich hatte vor längerer Zeit einen plötzlichen Todesfall in der Familie und habe einen geliebten Menschen für immer verloren. Ich werde mich an die Bestattung Kärnten wenden und aus einem kleinen Teil der Asche des Verstorbenen ein Schmuckstück anfertigen lassen, vermutlich einen Ring. So kann ich ein wunderbares Wesen, dem ich immer sehr nahegestanden bin, immer bei mir tragen. Ich kann verstehen, dass sich die Art der Bestattung zu einem Trend entwickelt hat. Eine Idee, die Trost spendet. Gertrude K., Klagenfurt Einfach abgeschoben … Gratulation! „DAS KÄRTNEN“ zeigt schonungslos auf, wie die eigene Partei ungeliebte oder wenig erfolgreiche Volksvertreter einfach abschiebt – etwa von einem hoch dotierten Klagenfurter Stadtsenatssessel in den „gewöhnlichen“ Gemeinderat. Plötzlich findet sich also ein wichtiger Vertreter der Landeshautstadt auf einen weniger bedeutenden Platz. Interessant ist auch, dass ein ehemaliger Vizebürgermeister in diesem Gremium Platz gefunden hat, aber auch sein Sohn. Das erinnert mich an Familienbetriebe und Landesfürsten, die ihr hohes Amt dem Nachwuchs übergeben haben. Da der ORF jetzt ins Gerede gekommen ist: Das erinnert mich auch an einen längst verstorbenen ORFZentralbetriebsrat am Wiener Küniglberg, der sich vor langer Zeit in einem Nachrichtenmagazin damit gebrüstet hat, dass er im Laufe etlicher Jahre die „halbe Verwandtschaft“ in der ORF-Zentrale untergebracht hat. Von der Redaktion über die Technik bis hin zur Portierloge. Während sich für diese ORF-Jobs damals die Betroffenen alle Finger abgeschleckt haben und dafür vermutlich einige Gegengeschäfte gelaufen sind, muss man die Lokalpolitiker beinahe bedauern. Keiner mag sie so richtig. Und trotzdem können sie nicht loslassen und klammern sich sogar an einen Gemeinderatsstuhl. Wer einmal eine Klagenfurter Gemeinderatssitzung miterlebt hat, hält jede Kasperle-und-Petzi-Aufführung für Hochkultur. Und wenn ich die letzte Ausgabe richtig gelesen habe, wollte ein mittlerweile im Ruhestand befindlicher Magistratsdirektor eine großartige Ehrung durch die Stadt. Hoffentlich nicht für seine vielen Überstunden… M. P., Klagenfurt Buch9020! Es ist absolut erfreulich, dass es nach dem sensationellen Erfolg im Vorjahr heuer wieder die dreitägige BUCH9020 in der Klagenfurter Stadtgalerie geben soll. Diesmal Mitte September – wieder mit Bestseller-Autorinnen und Autoren, zahlreichen Verlagen, interessanten Ausstellungsstücken, spannenden Neuerscheinungen und Texten für alle Altersgruppen und für alle Interessensgebiete. Auch die Jugend kommt nicht zu kurz! Gratulation zum einzigen Lesefestival in Südösterreich. Ein Besucher-Ansturm ist garantiert. Das ist auch für Literaturfreunde, aber auch für Touristiker und die Wirtschaft erfreulich! Katrin aus St. Veit Bürgermeister-Nachfolge: Politiker als „Froschkönig“? Klimareferent Patrick Jonke präsentiert sich als Retter der Amphien. Die „Freie Soziale Bürgerpartei“ ist noch unbekannt. Senden Sie uns Ihren Leserbrief an: redaktion@das-kaernten.at Der Klagenfurter Vizebürgermeister Patrick Jonke: Wer will mich? © Christian Berger
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