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das 2 KÄRNTEN AKTUELL Darüber schmunzelt man in der Kärntner GastroSzene: Ein groß angekündigter Alpe-Adria-Kirchtag in der ersten Septemberwoche auf dem Klagenfurter Pfarrplatz wurde kurzfristig und überraschend abgesagt. Begründung: Zu hohe Kosten. Zunächst hieß es, dass „neben der traditionellen Kirchtagswoche der Stadtpfarre St. Egid auch die umliegenden Gastronomen und Händler ein ergänzendes Progamm anbieten können“. Konkret wollten die Inhaber vom Cube, vom Dorf Stadl und vom Vino ein „aktives und sichtbares Zeichen für eine belebte Innenstadt setzen“. Immerhin gab es auf dem Pfarrplatz in der Vergangenheit großartige Veranstaltungen – von der Silvesterparty bis hin zu di versen Festen und Konzerten. Insider wundern sich über die plötzliche Absage. Die Kostenfrage muss den Veranstaltern ja von Anfang an klar gewesen sein. Als Ausrede werden jetzt die Auflagen der Stadt benutzt und man hat auf die Unterstützung der Landeshauptstadt spekuliert. Schließlich gab es durch Inga Horny (Kagenfurter Marketing) die Absage: „Die äußerst engagierten Wirte können den Kirchtag ohne Unterstützung der öffentlichen Hand nicht durchführen. Es fehle auch an der notwendigen Infrastruktur. Seitens der Stadt gäbe es wegen des angespannten Budgets kein Geld.“ Zudem könnte so eine Veranstaltung, von professionellen Gastronomen einen entsprechenden Erfolg erzielen. Dabei hatten die BeinahVeranstalter zuvor erklärt: „Gerade am Pfarrplatz hat sich schon lange nichts mehr getan und als Landeshauptstadt brauchen wir einen Kirchtag.“ Wenn es aber schon an der Finanzierung scheitert, wird es schwer, so eine Veranstaltung in der Zukunft aufzuziehen. Die Zweifel, ob es im nächsten Jahr einen neuen Anlauf gibt, sind berechtigt. IMPRESSUM: Die Agentur – Verlag – Heinz Knapp Herausgeber/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-kaernten.at Chefredakteur: Dr. Harald Raffer, h.raffer@das-kaernten.at Grafik: Daniel Knapp, d.knapp@das-kaernten.at Lektorat: Alfred Eichhorn Druck: CARINTHIA GmbH & Co KG Kolumnisten: Dr. Barbara Zink, Dompfarrer Dr. Peter Allmaier, Gernot Nischelwitzer Toni Polster, Mag. Peter Weitzel, Dr. Günter Schmiedauer, Karl Ploberger Vertrieb: Österreichische Post AG, Villach Verlagsadresse/ Rechnungswesen: Die Agentur - Unabhängige Monatszeitung, Chorturmblick 1, 9020 Klagenfurt Offenlegung gem. § 25MedienG: Online: www.das-kaernten.at Bei Bezahlte Anzeigen, PR-Artikeln & namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 27.08.2026, 10:00 Uhr ORF Kärnten: Ein Profi übernimmt Im ORF sind nach der Ernennung von „General“ Clemens Pig die Würfel für die Führungspositionen gefallen. Martin Weberhofer, seit 2007 Programmchef von Radio Kärnten, wird ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard beerben. Während sich Bernhard mit Jahresende in die Pension verabschiedet, dürfte Radioprofi Weberhofer – trotz verordnetem Sparkurs – das Landesstudio auf Erfolgskurs halten. Der Liebenfelser hat sich als Reporter einen Namen gemacht. Wäre er für das ORF-Programm in ganz Österreich verantwortlich, gäbe es keine Dauer-Wiederholungen zur besten Sendezeit! Doch die ORF-Zentrale am Wiener Küniglberg gleicht nach zahlreichen Skandalen einer „Schlangengrube“. Nach wie vor befindet sich der Staatsfunk in den Fängen der Politik. Die Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer und Gregor Schütze wurden wegen möglicher unvereinbarer Tätigkeiten heftig kritisiert. Auch vom ORF-Redakteursrat, der ihnen das Misstrauen ausgesprochen hat. Der Kärntner Medienkritiker Harald Raffer hat deshalb eine Sachverhaltsdarstellung bei der Wiener Staatsanwalt eingebracht. Sie und die Medienbehörde KommAustria sollen klären, ob die beiden Herren die ORF-Stiftungsratsfunktionen für ihre privaten PR-Agenturen genützt haben könnten. Schütze zog mittlerweile die Reißleine und legte sein Stiftungsrats-Amt nieder. Gegen Lederer erhebt die Anklagebehörde auch wegen möglicher Nötigung, weil er 2025 gegenüber ORF-„General“ Weißmann spezielle Wünsche mit dessen künftiger Wiederwahl verknüpft haben soll. Lederer bestreitet das. Es gilt die Unschuldsvermutung. Lobbyist Lederer hat eigenen Angaben zufolge 2015 von der Hypo 400.000 Euro für Gespräche mit Journalisten und Politiker erhalten. Und sein Name scheint in Honorarnoten von Benkos Anwalt auf. Ein viel beschäftigter Mann eben … Trotz der massiven Vorwürfe scheint Heinz Lederer ein wahrer Sesselkleber zu sein. Apropos Sesselkleber – das erinnert an die Affäre Walter Ruck, der nach markigen Sprüchen und tagelangen Überlegungen doch sein Amt als Wiener WKPräsident zurückgelegt hat. Nun – WK-Präsidentin Martha Schultz hat der Organisation harte Sparmaßnahmen verordnet. Kein Wunder, bei der zuletzt vernichtenden Rechnungshofkritik an „teuren Doppelgleisigkeiten“. Wie wir uns erinnern, hat sich Kärntens WK-Präsident Jürgen Mandl, was kaum zu rechtfertigende Erhöhungen der WK-Landespräsidenten-Bezüge betrifft, wohltuend von seinen Kollegen abgegrenzt. Er verzichtete auf eine zusätzlich „angehobene“ Gagenvermehrung und bezieht seit seinem Amtsantritt im Jahre 2014 zwölf Mal im Jahr 6970 Euro brutto (ohne Abfertigungs- oder Pensionsanspruch). Damit findet sich Mandl am unteren Ende der WK-Präsidentenbezugstabelle. Die vom Rechnungshof neuerlich aufgezeigte ZweiMilliarden-Rücklage erzürnt hingegen kleine WK-Zwangsmitglieder, die um Corona-Hilfen umgefallen sind. Ganz anders bei der Präsidentin (und ihrem Bruder): Die SchultzGruppe erhielt 21 Millionen (!) Euro Corona-Hilfe. Und dann gibt es WK-Träumer, die den Wörthersee, eine TourismusPerle, neu einstufen wollten – statt wie bisher als „natürlichen Wasserkörper“ künftig als „erhebllich veränderten Wasserkörper“. Der Wirtschaftsbund ist mit dieser Idee, die Bauprojekte erleichtern sollte, baden gegangen. VP-Landwirtschafts-Minister Totschnig drückte die Stopp-Taste. Auch Politiker sind keine professionellen Aufsichtsräte (Stichwort Signa-Pleite). Kritik gab es an einer Kärntner Molkerei, wo ein Bruder als Geschäftsführer, der andere als Obmann fungiert. Eine schiefe Optik sehen die Brüder nicht. Viele Köche verderben hingegen den Brei – siehe Klagenfurter Flughafen, dem die AUA die Flügel stutzt. Das Angebot bricht ein und Geschäftsführer Maximilian Wildt findet kein Rezept dagegen. Wildt träumte einst von 400.000 Passagieren. Auch die Kärntner Industriellenvereinigung (IV) protestierte. Freilich hörte man von der IV und deren Geschäftsführung keinen praktikablen Lösungsvorschlag. Dieses Dilemma erinnert an die vermurkste BundespresseFörderung. Gratis-Zeitungen mit kritischem Inhalt, die ebenfalls mit finanziellem Aufwand gedruckt und verteilt werden müssen, fallen durch den Rost. Tja, Medienminister Andreas Babler lässt kein Fettnäpfchen aus. Auch bei den ORF-DauerAffären ging der Vizekanzler auf Tauchstation. Dort soll er, was sich sein Parteikollege, der burgenländische Landeschef Doskozil, wünscht, bleiben. Samt den SP- und VP-Freundeskreisen im ORF-Stiftungsrat. Und Kärntens SP-Regierungschef Daniel Fellner, der sich mit seinem VP-Stellvertreter Gruber zusätzliche Koalitionssprecher gönnt, vermisst „Rückenwind aus Wien“. Er ist wieder angerichtet – der „Parteichef/innen-Schlachtschmaus“ bei den Regierungsparteien. Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! EDITORIAL von Heinz Knapp Reinigungsdame schaffte sich Luxuskarosse an – und ging Pleite Der Putzfrau gelang ein Sanierungsverfahren. Im Rosental häufte ein Betrieb knapp acht Millionen Euro Schulden an. Eine Kärntner Reinigungsdame dürfte ein großes Herz für flotte Luxusschlitten gehabt haben. Sie fuhr allerdings mit einem noblen BMW X6 direkt in die Pleite – mit rund 110.000 Euro Schulden“, erklärt MMag. Dr. Beatrix Jernej, Leiterin des Alpenländischen Kreditorenverbandes in Kärnten. Mit einem Minus von 86.000 Euro schlug allein die zuständige Auto-Bank auf dem weit überzogenen Ausgabenkonto zu Buche. Die Putzfrau schaffte trotz der Insolvenz mit ihrem EinPersonen-Unternehmen ein Sanierungsverfahren – mit Hilfe von Privatkrediten. „Wenn man sich professionell mit Konkursen und Gläubigern beschäftigt, bekommt man oft Einblicke in schwer nachvollziehbare oder kuriose Geschäftspraktiken“, meint Dr. Jernej und erinnert sich an ein Beispiel: „Ein Kärntner machte eine Geschlechtsumwandlung durch. Er wurde nach einer Operation vom Mann zur Frau. Die Person hatte allerdings einen Berg Schulden angehäuft und war der Meinung, dass sie dafür plötzlich nicht mehr haftbar sei. Schließlich hätte sie nur als Mann mehrere Darlehen ausgeschöpft. Ein Irrglaube! Für das Gericht war und ist das Geschlecht egal …“ Die Insolvenzgeschichte mit dem Traditions-Fußballverein Austria Klagenfurt – hier gab es u. a. bei der Sozialversicherung und dem Finanzamt enorme Außenstände – war für die Finanzexpertin ein „nicht alltägliches Erlebnis“. Um 13 Uhr gab es eine Pressekonferenz, bei der eine Konkursabwendung verkündet werden sollte. Doch eine Stunde zuvor wurde bereits ein Insolvenzverfahren über den Kicker-Verein eröffnet. Die Funktionäre wurden von dieser Nachricht bei der Pressekonferenz kalt erwischt, von einer Konkursabwendung war keine Rede mehr. Interessant war auch die kürzlich erfolgte Pleite der privaten Klagenfurter Bestattung Kriegl mit 172.000 Euro Schulden. Angeblich waren „finanzielle Unregelmäßigkeiten“ schuld, dass man die Firma bald zu Grabe tragen musste. Beatrix Jenej erinnert sich zudem: „Ein gewiefter Jung-Unternehmer tauchte steirische Sonnenblumenkerne in einen blauen Farbstoff und verkaufte sie als Potenzmittel mit dem Namen Styagra. Doch die Herstellerfirma von Viagra hat aus Verwechslungsgründen den Namen verboten, was zum Ruin dieses Geschäftsmodells führte.“ Ein Rosentaler Landmaschinen-Verleih-Betrieb brachte es in kurzer Zeit auf 7,8 Millionen Euro Außenstände – nicht zuletzt wegen der überdimensional großen und teuren Landmaschinen. Das Verfahren läuft, betroffen sind sieben Mitarbeiter. Es gibt einen Interessenten als möglichen Investor: Einen nicht unbekannten Unternehmer. -raf Expertin für alle möglichen und unmöglichen Finanzgeschichten: MMag. Dr. Beatrix Jernej, Leiterin der Kärntner Außenstelle des Alpenländischen Kreditorenverbandes. Jernej: „Eine plötzliche Geschlechtsumwandlung schützt nicht vor angehäuften Schulden. Man bleibt ja dieselbe Person …“ Foto: Raffer Kein Geld für Kirchtag am Pfarrplatz: Stadtmarketing erteilte eine Absage Viertägiges Fest am Klagenfurter Pfarrplatz wurde wegen finanziellen und Infrastruktur-Problemen kurzerhand abgesagt. „Ka Geld, ka Musi.“ Heuer doch keine Kirchtagsherzen auf dem Pfarrplatz: Die geplante Veranstaltung wurde kurzerhand abgesagt © adobe stock/Natalie Braininger

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