Das Kärnten - E-Book

das 2 KÄRNTEN AKTUELL IMPRESSUM: Die Agentur – Verlag – Heinz Knapp Herausgeber/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-kaernten.at Chefredakteur: Dr. Harald Raffer, h.raffer@das-kaernten.at Grafik: Daniel Knapp, d.knapp@das-kaernten.at Lektorat: Alfred Eichhorn Druck: CARINTHIA GmbH & Co KG Kolumnisten: Dr. Barbara Zink, Dompfarrer Dr. Peter Allmaier, Toni Polster Mag. Peter Weitzel, Dr. Günter Schmidauer, Karl Ploberger Vertrieb: Österreichische Post AG, Villach Verlagsadresse/ Rechnungswesen: Die Agentur - Unabhängige Monatszeitung, Chorturmblick 1, 9020 Klagenfurt Offenlegung gem. § 25MedienG: Online: www.das-kaernten.at Bei Bezahlte Anzeigen, PR-Artikeln & namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 08.10.2026, 10:00 Uhr Er war im letzten Moment die richtige Wahl“, meinte ein SP-Insider, der den fulminanten Abstimmungssieg von SP-Bundesrat Manfred „Waschi“ Mertel über Klagenfurts SP-Vizebürgermeister Ronald Rabitsch mit diesem vielsagenden Satz quittierte. Mertel geht also in der Landeshauptstadt als SP-Spitzenkandidat in die Gemeinde- und Bürgermeisterwahl im Februar 2027. Der 72-jähriger Ex-Landesjurist und Ex-Fußballer hat schon als Stadtrat von 2009 bis 2011 entsprechende Erfahrungen gesammelt. Mag Mertel nicht als „völlige Erneuerung“ gelten, so besitzt er doch „politisches G`spür“. Schließich hatte der freundliche, aber farb- und hilflos wirkende Rabitsch seit Beginn seiner Senatskarriere ein unsichtbares Ablaufdatum auf der Stirn. Und selbst die SP war sich ziemlich einig: Mit Rabitsch als SP-Bürgermeisteranwärter droht ein gewaltiger Stimmenverlust. Routinier Mertel soll jetzt eine mögliche Pleite verhindern. Ob er sich als roter Heilsbringer entpuppt? Ein rotes Stadtsenatsmitglied muss weichen. Deshalb soll Kultur- und Gesundheitsstadtrat Franz Petritz in den Bundesrat wechseln. VP-Bürgermeisterkandidat Stadtrat Julian Geier wirbt bereits auf Plakaten für „neue Köpfe“. Der Nachfolger des glücklosen „schwarzen“ Kommunalpolitikers Max Habenicht versucht seinen noch ziemlich unbekannten Kopf mit Köpfchen vorzustellen. Sogar mit dem lustigen Satz wie „Warum zum Geier Julian Geier?“ oder beinah staatsmännisch auf einem Foto mit Ex-Stadtchef Harald Scheucher. VP-Insider befürchten allerdings, dass Geier trotz diverser Aktivitäten seinen Bekanntheitsgrad bis zum Urnengang nicht ausreichend steigern kann. Die Pinken führt Janos Juvan „mit viel Hoffnung“ zur Gemeinderatswahl, die Grünen Stadtchef Stefan Samonig („mit Energie“) und die Kommunisten wollen mit Bea Samwald „lästig sein“. Und die FP? Sie wird vermutlich Stadträtin Sandra Wassermann, die zuletzt durch einige „Politik-Patzer“ aufgefallen ist, erneut in den Nationalrat wegloben. Dann könnte Angerers Wunschkandidat ExFP-Chef Gernot Darmann die Spitzenkandidatur übernehmen. Ob er wirklich das bessere Zugpferd ist? Dann bleibt noch die Bürgermeisterpartei FSP. Und Kenner der PolitikSzene wetten: Christian Scheider tritt erneut an, er braucht weder die Hilfe der FP noch „seiner“ FSP. Man kennt ihn – egal ob mit positivem oder negativem Image behaftet. Und er hat wenig „Schwergewichte“ als Gegner. RathausSkandale, Überstunden-Affären, umstrittene Rechnungen, Magistratsdirektoren-Spiele, Spitzelgeschichten, teure Beraterkosten, ein umstrittener Projektkoordinator, Budgetnöte usw. All das kann Haiders Ex-Tennispartner Scheider kaum etwas anhaben. Er ähnelt immer mehr seinem heimlichen Vorbild: Dem legendären VP-Bürgermeister „Guggi“ Guggenberger. In die Luft sprengen Apropos SP-Probleme: In Spittal/Drau warfen zwei Vorzeige-SP-Damen das Handtuch. Vizebürgermeisterin Angelika Hinteregger und Stadträtin Almut Smolinger traten zurück. Es gab interne Streitereien und erbitterte Grabenkämpfe. Auch so kann man sich politisch in die Luft sprengen und andere Parteien stärken. Aber in der Lieserstadt tritt ohnehin Bürgermeister Gerhard Köfer (Team-Kärnten-Chef) an. Der Ex-Rote dürfte das Rennen für sich entscheiden. Und in Villach? Da gilt Bürgermeister Günther Albel als hoher Favorit, die Villacher Blauen setzen erneut auf Stadtrat Erwin Baumann. Auch St. Veit bietet keine Überraschung. SP-Mann Martin Kulmer dürfte seinen Chefsessel erfolgreich verteidigen. In Velden hingegen entpuppt sich Ex-Landespressedienstchef Gerd Kurath als „beleidigte Leberwurst“. Der im Wörthersee-Ort abgewählte SP-Chef will nicht mehr für die SP kandidieren. Nun – zu einer direkten Konfrontation zwischen Medienprofi Gerhard Zeiler und Noch-Amtsinhaber Andreas Babler um den SP-Bundesvorsitz ist es bekanntlich nicht gekommen. Allem Anschein nach dürfte Zeiler aber nicht einfach das Handtuch werfen. Die vorläufige Lösung mit drei SP-Obleuten wurde hingegen zur bundesweiten Lachnummer und erzeugt kaum die erhoffte Aufbruchsstimmung. Dem Kärntner SP-Chef Fellner muss man gratulieren, dass es quer über alle zerstrittenen Lager überhaupt zu einer Übergangslösung gekommen ist – er hat den Stein ins Rollen gebracht. Sonst hätte sich Babler „einzementiert“. Ach ja, die „fliegende Wahlkommission“, die kranken und ans Bett gefesselten Menschen eine Chance zur Mitbestimmung ermöglichte, wurde abgeschafft. Begründung: Es gab nur „Einzelfälle“. Ein Schlag ins Gesicht der direkten Demokratie. „Waschi“ M. Mertel als roter Heilsbringer? EDITORIAL von Heinz Knapp Jetzt wird es richtig skurril in der SPÖ. Andreas Babler zieht sich zurück. Also fast. Er bleibt Vizekanzler, er bleibt Minister und Parteichef bleibt er ebenfalls, ehe er den Kanzlersessel am 1. Jänner an Finanzminister Markus Marterbauer übergibt, wenn dieser von seiner Krebserkrankung geheilt ist. Den Parteichef kann man ihm aufgrund der Statuten nur am Parteitag nehmen. Und den soll es dem Vernehmen nach im März 2027 geben. Damit der rote Parteiapparat in der Zwischenzeit durch den eigenen Chef nicht noch mehr beschädigt wird und völlig planlos durch die Gegend stolpert, bekommt Babler zwei Sachwalter zur Seite gestellt: EvaMaria Holzleitner und Philip Kucher. Die beiden sollen gemeinsam mit ihm die SPÖ führen. Wenn das nicht nach politischer Entmündigung auf Raten klingt. Man stelle sich das einmal außerhalb der Politik vor: Ein Chef kündigt seinen Rückzug an, bleibt aber im Unternehmen, behält seine Funktionen und bekommt gleichzeitig zwei Aufpasser zur Seite. In der SPÖ nennt man das einen „geordneten Prozess“. Und wer sind eigentlich diese beiden Aufpasser? Holzleitner hat Sozialwirtschaft studiert und zumindest einen Bachelorabschluss. Beruflich war sie Studienassistentin, arbeitete bei einer Forschungsgruppe und war in der Patientenanwaltschaft tätig, bevor sie mit 24 Jahren in den Nationalrat einzog. Philip Kuchers ausgewiesene Berufserfahrung ausgewiesene Berufserfahrung liegt vor allem in der Politik. Landesstellenleiter des Renner-Instituts, Gemeinderat, Nationalrat und seit 2025 Klubobmann. Nun sollen also zwei Menschen, deren berufliche Laufbahnen praktisch seit Jahren von der Politik geprägt sind, gemeinsam auf einen Parteichef aufpassen, der sich gleichzeitig selbst zurückzieht und trotzdem weiterregiert. Österreich darf gespannt sein. Besonders schön ist Bablers Erklärung, er habe sich bei seinem Amtsantritt geschworen, „anders zu sein“ und das Wohl der Bewegung über persönliche Interessen zu stellen. Und selbst im März ist keineswegs garantiert, dass Babler tatsächlich Geschichte ist. Denn beim Parteitag muss ein möglicher Nachfolger erst einmal eine Mehrheit bekommen. Derzeit ist die Delegiertenstruktur der SPÖ sehr stark links geprägt. Und Babler wurde bei seiner letzten Wahl mit mehr als 80 Prozent zum Parteichef gewählt. Wer glaubt, dass beim roten Parteitag automatisch ein neuer Chef präsentiert wird, sollte sich daher nicht zu früh freuen. Vielleicht wird aus dem angekündigten Rückzug am Ende eine triumphale Wiederauferstehung. Man könnte die Konstruktion auch als rote Version von „Drei sind einer zu viel“ bezeichnen. Babler, Kucher und Holzleitner sollen die SPÖ gemeinsam durch die Gegend steuern. Drei Lenkräder, aber keiner weiß so genau, wer eigentlich fährt. Das Ganze wird natürlich nicht „Führungskrise“ genannt. Das wäre viel zu ehrlich. Es heißt „geordneter Prozess“, „gemeinsame Lösung“ und „neue Einigkeit“. In Wahrheit wirkt es eher wie eine politische Wohngemeinschaft, in der der Hausherr ausziehen will, seinen Schlüssel aber behält und zwei Mitbewohner bestellt, die währenddessen nach dem Rechten sehen. Und so steht Österreich vor einem bemerkenswerten Experiment. Ein Parteichef zieht sich zurück, bleibt aber Parteichef. Zwei Sachwalter übernehmen, aber nicht endgültig. Ein Finanzminister soll irgendwann Vizekanzler werden. Ein Parteitag soll später entscheiden. Und dort könnte ausgerechnet jener Mann wiedergewählt werden, dessen Rückzug gerade organisiert wird. Wenn das die neue Einigkeit der SPÖ ist, darf man gespannt sein, wie die rote Uneinigkeit aussieht. Die SPÖ braucht offenbar keinen neuen Parteichef, sondern ein Betreuungsteam. Besonders freut sich die FPÖ, dass ihr „Zugpferd Babler“ der politischen Bühne vorerst erhalten bleibt. Das vernimmt man aus dem Lager der „Blauen“. Deshalb rechnet man sogar mit einem zusätzlichen Zuspruch aus dem SP-Lager. Interessant ist zudem, dass Babler unbedingt (Medien) Minister bleiben will – auch im Team Marterbauer. Bei den ORF-Skandalen ging der Medienminister allerdings auf Tauchstation. Und was ist mit Herausforderer und Medienmanager Gerhard Zeiler, der sich für sein Vermögen „natürlich nicht entschuldigen wird“? Man darf wirklich gespannt sein. Auch wenn ihm die verantwortlichen SP-Funktionäre demonstrativ den Sessel vor die Tür gestellt haben, kann der clevere 71-jährige Ex-ORFMann und Ex-Kanzler-Sprecher noch immer sein Ziel, SP-Bundeschef zu werden, erreichen. Nämlich durch eine entsprechende Wahl am angepeilten Parteitag. Es ist kaum damit zu rechnen, dass Zeiler sich weiter „ruhig verhält“, obwohl er die angekündigte Veränderung an der SP-Spitze begrüßt. Schließlich war es doch er, der zum Posten-Karussell geführt hat. H. K. Peinlich – SPÖ Babler geht – aber nur vielleicht – Partei stürzt weiter ab Das Chaos in der SPÖ geht weiter. Holzleitner und Kucher bilden mit Babler eine Drei-Kopf-Führung. FPÖ freut sich, dass ihr „unfreiwilliger Wahlhelfer“ weiterhin an der Parteispitze steht. Sesselkleber Babler düpiert SPÖ-Landesfürsten und bleibt AUSGABE 3/2026 Wirtschaftsführer für die stadt Wien Trotz Hitze und Trockenheit Weinernte 2026 verspricht Spitzenqualität Wiener Weinprinzessin Anna Langes und Bürgermeister Michael Ludwig © Stadt Wien / Christian Jobst JETZT NEU! www.der-wirtschaftsfuehrer.at © Parlamentsdirektion/Thomas Topf

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMjE=