DAS KÄRNTEN Österreichische Post AG - RM GZ 19A041618 K - unabhängig Bablers Rückzug als Lachnummer: Derzeit drei SP-Bundesparteichefs! So etwas gab es noch nie – Minister Markus Marterbauer soll ab 2027 Vizekanzler und neuer SP-Obmann werden.„Aufpasser“ für Andreas Babler, der Minister bleiben will. S. 2 „Abstiegstrainer“ Jancker wieder in Klagenfurt Kehrt Manfred Mertel ins Rathaus zurück? „Krankes“ Klinikum Das gleicht einem medizinischen Notfall und ist ein Armutszeugnis für die Politik! Im Klagenfurter Klinikum haben kürzlich alle vier Ärzte der interventionellen Radiologie gekündigt. Patienten mit Schlaganfällen, Aneurysmen oder Thrombosen mussten und müssen für wichtige Untersuchungen nach Graz geflogen werden! Das ist ein unverantwortlicher Wettlauf mit der Zeit, wie Experten meinen. Leitende Ärzte mussten bereits triagieren. Laut Ex-Abteilungsleiter Luca De Paoli hatte die KABEG seine Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen nicht erfüllt, diese dementiert. Die Rahmenbedingungen hätten nicht den Anforderungen der Hochleistungsmedizin erfüllt, so De Paoli. Mittlerweile hat man eine „Kärntner Zwischenlösung“ gefunden – mit zwei Radiologen, die im Klinikum bleiben, einem „Gastprofessor“ und einer „Aushilfe“ aus Villach. Dass man Patienten bei lebensgefährlichen Fällen weiterhin auch nach Graz fliegen muss, entsetzt! Kürzlich trafen sich Ärztekammer, Klinikum-Vertreter und KABEG-Aufsichtsräte bei der scheinbar überforderten Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SP), im Brotberuf Ärztin. Man hat sich zu einer „Beihnah“- Lösung durchgerungen. Warum konnte es so weit kommen? Und gibt es bessere Arbeitsbedingungen? Dafür hat man die Landesspitäler mit viel Trara umbenannt. So trägt z. B. das Klinikum Klagenfurt künftig den Zusatz „am Wörthersee“. Dann ist ja alles in Ordnung? Und man wurstelt weiter – am wunderschönen Wörthersee! -dg Fellner: „Kaiser wäre ein SuperBundespräsident“ Ein süßer Trend: Urnen aus Schokolade Ausgabe Oktober 2026 Gastrotipp des Monats „Zum Ivo“: Treffpunkt in Klagenfurt für besondere „Feinspitze!“ S. 13 Klagenfurt: Eine Überwachungskamera überführte einen uniformierten Schwindler S. 8 © Steindy /wikimedia.org © edelzweig © Landespressedienst/ Helge Bauer ANZEIGE Dr. Manfred „Waschi“ Mertel gilt als Hoffnungsträger der Klagenfurter SPÖ für die bevorstehende Bürgermeisterwahl 2027. © IBEX.agency | Klaus Pressberger Foto: FritzPress Junior-Chef Sven Hager kocht am Benediktinermarkt auf. Bestattung Kärnten und PAX planen auch FußballerBegräbnisse. S. 5 Kärntens Regierungschef schließt keine Koalitionsvariante aus. S. 3 Jancker tritt zu seiner zweiten Amtszeit in Klagenfurt an. S.15
das 2 KÄRNTEN AKTUELL IMPRESSUM: Die Agentur – Verlag – Heinz Knapp Herausgeber/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-kaernten.at Chefredakteur: Dr. Harald Raffer, h.raffer@das-kaernten.at Grafik: Daniel Knapp, d.knapp@das-kaernten.at Lektorat: Alfred Eichhorn Druck: CARINTHIA GmbH & Co KG Kolumnisten: Dr. Barbara Zink, Dompfarrer Dr. Peter Allmaier, Toni Polster Mag. Peter Weitzel, Dr. Günter Schmidauer, Karl Ploberger Vertrieb: Österreichische Post AG, Villach Verlagsadresse/ Rechnungswesen: Die Agentur - Unabhängige Monatszeitung, Chorturmblick 1, 9020 Klagenfurt Offenlegung gem. § 25MedienG: Online: www.das-kaernten.at Bei Bezahlte Anzeigen, PR-Artikeln & namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 08.10.2026, 10:00 Uhr Er war im letzten Moment die richtige Wahl“, meinte ein SP-Insider, der den fulminanten Abstimmungssieg von SP-Bundesrat Manfred „Waschi“ Mertel über Klagenfurts SP-Vizebürgermeister Ronald Rabitsch mit diesem vielsagenden Satz quittierte. Mertel geht also in der Landeshauptstadt als SP-Spitzenkandidat in die Gemeinde- und Bürgermeisterwahl im Februar 2027. Der 72-jähriger Ex-Landesjurist und Ex-Fußballer hat schon als Stadtrat von 2009 bis 2011 entsprechende Erfahrungen gesammelt. Mag Mertel nicht als „völlige Erneuerung“ gelten, so besitzt er doch „politisches G`spür“. Schließich hatte der freundliche, aber farb- und hilflos wirkende Rabitsch seit Beginn seiner Senatskarriere ein unsichtbares Ablaufdatum auf der Stirn. Und selbst die SP war sich ziemlich einig: Mit Rabitsch als SP-Bürgermeisteranwärter droht ein gewaltiger Stimmenverlust. Routinier Mertel soll jetzt eine mögliche Pleite verhindern. Ob er sich als roter Heilsbringer entpuppt? Ein rotes Stadtsenatsmitglied muss weichen. Deshalb soll Kultur- und Gesundheitsstadtrat Franz Petritz in den Bundesrat wechseln. VP-Bürgermeisterkandidat Stadtrat Julian Geier wirbt bereits auf Plakaten für „neue Köpfe“. Der Nachfolger des glücklosen „schwarzen“ Kommunalpolitikers Max Habenicht versucht seinen noch ziemlich unbekannten Kopf mit Köpfchen vorzustellen. Sogar mit dem lustigen Satz wie „Warum zum Geier Julian Geier?“ oder beinah staatsmännisch auf einem Foto mit Ex-Stadtchef Harald Scheucher. VP-Insider befürchten allerdings, dass Geier trotz diverser Aktivitäten seinen Bekanntheitsgrad bis zum Urnengang nicht ausreichend steigern kann. Die Pinken führt Janos Juvan „mit viel Hoffnung“ zur Gemeinderatswahl, die Grünen Stadtchef Stefan Samonig („mit Energie“) und die Kommunisten wollen mit Bea Samwald „lästig sein“. Und die FP? Sie wird vermutlich Stadträtin Sandra Wassermann, die zuletzt durch einige „Politik-Patzer“ aufgefallen ist, erneut in den Nationalrat wegloben. Dann könnte Angerers Wunschkandidat ExFP-Chef Gernot Darmann die Spitzenkandidatur übernehmen. Ob er wirklich das bessere Zugpferd ist? Dann bleibt noch die Bürgermeisterpartei FSP. Und Kenner der PolitikSzene wetten: Christian Scheider tritt erneut an, er braucht weder die Hilfe der FP noch „seiner“ FSP. Man kennt ihn – egal ob mit positivem oder negativem Image behaftet. Und er hat wenig „Schwergewichte“ als Gegner. RathausSkandale, Überstunden-Affären, umstrittene Rechnungen, Magistratsdirektoren-Spiele, Spitzelgeschichten, teure Beraterkosten, ein umstrittener Projektkoordinator, Budgetnöte usw. All das kann Haiders Ex-Tennispartner Scheider kaum etwas anhaben. Er ähnelt immer mehr seinem heimlichen Vorbild: Dem legendären VP-Bürgermeister „Guggi“ Guggenberger. In die Luft sprengen Apropos SP-Probleme: In Spittal/Drau warfen zwei Vorzeige-SP-Damen das Handtuch. Vizebürgermeisterin Angelika Hinteregger und Stadträtin Almut Smolinger traten zurück. Es gab interne Streitereien und erbitterte Grabenkämpfe. Auch so kann man sich politisch in die Luft sprengen und andere Parteien stärken. Aber in der Lieserstadt tritt ohnehin Bürgermeister Gerhard Köfer (Team-Kärnten-Chef) an. Der Ex-Rote dürfte das Rennen für sich entscheiden. Und in Villach? Da gilt Bürgermeister Günther Albel als hoher Favorit, die Villacher Blauen setzen erneut auf Stadtrat Erwin Baumann. Auch St. Veit bietet keine Überraschung. SP-Mann Martin Kulmer dürfte seinen Chefsessel erfolgreich verteidigen. In Velden hingegen entpuppt sich Ex-Landespressedienstchef Gerd Kurath als „beleidigte Leberwurst“. Der im Wörthersee-Ort abgewählte SP-Chef will nicht mehr für die SP kandidieren. Nun – zu einer direkten Konfrontation zwischen Medienprofi Gerhard Zeiler und Noch-Amtsinhaber Andreas Babler um den SP-Bundesvorsitz ist es bekanntlich nicht gekommen. Allem Anschein nach dürfte Zeiler aber nicht einfach das Handtuch werfen. Die vorläufige Lösung mit drei SP-Obleuten wurde hingegen zur bundesweiten Lachnummer und erzeugt kaum die erhoffte Aufbruchsstimmung. Dem Kärntner SP-Chef Fellner muss man gratulieren, dass es quer über alle zerstrittenen Lager überhaupt zu einer Übergangslösung gekommen ist – er hat den Stein ins Rollen gebracht. Sonst hätte sich Babler „einzementiert“. Ach ja, die „fliegende Wahlkommission“, die kranken und ans Bett gefesselten Menschen eine Chance zur Mitbestimmung ermöglichte, wurde abgeschafft. Begründung: Es gab nur „Einzelfälle“. Ein Schlag ins Gesicht der direkten Demokratie. „Waschi“ M. Mertel als roter Heilsbringer? EDITORIAL von Heinz Knapp Jetzt wird es richtig skurril in der SPÖ. Andreas Babler zieht sich zurück. Also fast. Er bleibt Vizekanzler, er bleibt Minister und Parteichef bleibt er ebenfalls, ehe er den Kanzlersessel am 1. Jänner an Finanzminister Markus Marterbauer übergibt, wenn dieser von seiner Krebserkrankung geheilt ist. Den Parteichef kann man ihm aufgrund der Statuten nur am Parteitag nehmen. Und den soll es dem Vernehmen nach im März 2027 geben. Damit der rote Parteiapparat in der Zwischenzeit durch den eigenen Chef nicht noch mehr beschädigt wird und völlig planlos durch die Gegend stolpert, bekommt Babler zwei Sachwalter zur Seite gestellt: EvaMaria Holzleitner und Philip Kucher. Die beiden sollen gemeinsam mit ihm die SPÖ führen. Wenn das nicht nach politischer Entmündigung auf Raten klingt. Man stelle sich das einmal außerhalb der Politik vor: Ein Chef kündigt seinen Rückzug an, bleibt aber im Unternehmen, behält seine Funktionen und bekommt gleichzeitig zwei Aufpasser zur Seite. In der SPÖ nennt man das einen „geordneten Prozess“. Und wer sind eigentlich diese beiden Aufpasser? Holzleitner hat Sozialwirtschaft studiert und zumindest einen Bachelorabschluss. Beruflich war sie Studienassistentin, arbeitete bei einer Forschungsgruppe und war in der Patientenanwaltschaft tätig, bevor sie mit 24 Jahren in den Nationalrat einzog. Philip Kuchers ausgewiesene Berufserfahrung ausgewiesene Berufserfahrung liegt vor allem in der Politik. Landesstellenleiter des Renner-Instituts, Gemeinderat, Nationalrat und seit 2025 Klubobmann. Nun sollen also zwei Menschen, deren berufliche Laufbahnen praktisch seit Jahren von der Politik geprägt sind, gemeinsam auf einen Parteichef aufpassen, der sich gleichzeitig selbst zurückzieht und trotzdem weiterregiert. Österreich darf gespannt sein. Besonders schön ist Bablers Erklärung, er habe sich bei seinem Amtsantritt geschworen, „anders zu sein“ und das Wohl der Bewegung über persönliche Interessen zu stellen. Und selbst im März ist keineswegs garantiert, dass Babler tatsächlich Geschichte ist. Denn beim Parteitag muss ein möglicher Nachfolger erst einmal eine Mehrheit bekommen. Derzeit ist die Delegiertenstruktur der SPÖ sehr stark links geprägt. Und Babler wurde bei seiner letzten Wahl mit mehr als 80 Prozent zum Parteichef gewählt. Wer glaubt, dass beim roten Parteitag automatisch ein neuer Chef präsentiert wird, sollte sich daher nicht zu früh freuen. Vielleicht wird aus dem angekündigten Rückzug am Ende eine triumphale Wiederauferstehung. Man könnte die Konstruktion auch als rote Version von „Drei sind einer zu viel“ bezeichnen. Babler, Kucher und Holzleitner sollen die SPÖ gemeinsam durch die Gegend steuern. Drei Lenkräder, aber keiner weiß so genau, wer eigentlich fährt. Das Ganze wird natürlich nicht „Führungskrise“ genannt. Das wäre viel zu ehrlich. Es heißt „geordneter Prozess“, „gemeinsame Lösung“ und „neue Einigkeit“. In Wahrheit wirkt es eher wie eine politische Wohngemeinschaft, in der der Hausherr ausziehen will, seinen Schlüssel aber behält und zwei Mitbewohner bestellt, die währenddessen nach dem Rechten sehen. Und so steht Österreich vor einem bemerkenswerten Experiment. Ein Parteichef zieht sich zurück, bleibt aber Parteichef. Zwei Sachwalter übernehmen, aber nicht endgültig. Ein Finanzminister soll irgendwann Vizekanzler werden. Ein Parteitag soll später entscheiden. Und dort könnte ausgerechnet jener Mann wiedergewählt werden, dessen Rückzug gerade organisiert wird. Wenn das die neue Einigkeit der SPÖ ist, darf man gespannt sein, wie die rote Uneinigkeit aussieht. Die SPÖ braucht offenbar keinen neuen Parteichef, sondern ein Betreuungsteam. Besonders freut sich die FPÖ, dass ihr „Zugpferd Babler“ der politischen Bühne vorerst erhalten bleibt. Das vernimmt man aus dem Lager der „Blauen“. Deshalb rechnet man sogar mit einem zusätzlichen Zuspruch aus dem SP-Lager. Interessant ist zudem, dass Babler unbedingt (Medien) Minister bleiben will – auch im Team Marterbauer. Bei den ORF-Skandalen ging der Medienminister allerdings auf Tauchstation. Und was ist mit Herausforderer und Medienmanager Gerhard Zeiler, der sich für sein Vermögen „natürlich nicht entschuldigen wird“? Man darf wirklich gespannt sein. Auch wenn ihm die verantwortlichen SP-Funktionäre demonstrativ den Sessel vor die Tür gestellt haben, kann der clevere 71-jährige Ex-ORFMann und Ex-Kanzler-Sprecher noch immer sein Ziel, SP-Bundeschef zu werden, erreichen. Nämlich durch eine entsprechende Wahl am angepeilten Parteitag. Es ist kaum damit zu rechnen, dass Zeiler sich weiter „ruhig verhält“, obwohl er die angekündigte Veränderung an der SP-Spitze begrüßt. Schließlich war es doch er, der zum Posten-Karussell geführt hat. H. K. Peinlich – SPÖ Babler geht – aber nur vielleicht – Partei stürzt weiter ab Das Chaos in der SPÖ geht weiter. Holzleitner und Kucher bilden mit Babler eine Drei-Kopf-Führung. FPÖ freut sich, dass ihr „unfreiwilliger Wahlhelfer“ weiterhin an der Parteispitze steht. Sesselkleber Babler düpiert SPÖ-Landesfürsten und bleibt AUSGABE 3/2026 Wirtschaftsführer für die stadt Wien Trotz Hitze und Trockenheit Weinernte 2026 verspricht Spitzenqualität Wiener Weinprinzessin Anna Langes und Bürgermeister Michael Ludwig © Stadt Wien / Christian Jobst JETZT NEU! www.der-wirtschaftsfuehrer.at © Parlamentsdirektion/Thomas Topf
das KÄRNTEN AKTUELL 3 Im September 2025 wurde der gebürtige Lavanttaler Ing. Daniel Fellner zum SPLandesparteiobmann gewählt. Im April 2026 folgte er Peter Kaiser als Landeshauptmann. Gemeinsam mit der VP bildet der 49-jährige ehemalige Rotkreuz-Mitarbeiter eine funktionierende Koalition. Der dreifache Familienvater aus St. Andrä leitet u. a. die Referate Bürgerservice, Volksgruppen, Katastrophenschutz, Rettungswesen, Sport, Arbeitsmarkt, Forschung und Digitalisierung. Harald Raffer sprach mit Regierungschef Fellner über das ungewöhnliche „Personal-Karussell“ an der Spitze der SP-Bundespartei, über den Klagenfurter Bürgermeisterkandidaten Mertel und über den Vorwurf des Postenschachers. Das Kärnten: Haben Sie sich an das Amt des Landeshauptmannes gewöhnt oder sogar einen Augenblick lang bereut, diese Funktion von Peter Kaiser übernommen zu haben? Fellner: Ich habe, wie ich glaube, überraschend schnell in diese wichtige Rolle hineingefunden. Ich muss allerdings zugeben, dass mich die ersten Wochen wegen der Flut an zusätzlichen Terminen doch etwas überrascht haben. Irgendeinmal fühlt man sich dann in dieser Funktion richtig wohl und macht das Amt leidenschaftlich gerne. Ich habe das noch keine Sekunde bereut. Das Kärnten: SP-Bundevorsitzender Andreas Babler zieht sich langsam zurück, im neuen Jahr soll er vom gesundheitlich angeschlagenen Minister Markus Marterbauer als Vizekanzler abgelöst werden. Klubobmann Kucher und Frauenvorsitzende Holzleitner avancierten zu SP-Obleuten, Babler bleibt vorerst Parteichef und Vizekanzler und hält an einem künftigen Ministeramt fest. Sie waren beim „roten“ Gipfel in Wien dabei. Weitere Entscheidungen sollen auf einem Parteitag im Frühjahr fallen. Wer kennt sich da noch aus? Fellner: Nun – es gab eine bestimmte Erwartungshaltung der Österreicherinnen und Österreicher. Man hätte gerne, wie im alten Rom, dass neun SP-Länderchefs dem Parteivorsitzenden ein Messer in den Rücken stecken und dieser vor den Kameras abdankt. Nun – der Parteivorsitzende tritt als Vizekanzler und als Parteichef zurück – aber erst in ein paar Wochen. Das finde ich nicht dramatisch. Alles andere hätte uns auf einen Weg gebracht, den wir in der Vergangenheit schon oft beschritten haben und der in einem Chaos endet. Jetzt können wir uns gut für weitere Lösungen vorbereiten. Wir haben erreicht, dass alle neun Landes-Parteichefs an einem Tisch gesessen sind. Das hat es in den letzten Jahren nicht gegeben. Und alle haben mit einer Zunge gesprochen. Ich denke, dass ich dazu meinen Teil beigetragen habe. Ein Neuanfang ist eingeleitet, das Vertrauensvotum der veröffentlichten Funktionärsnamen phänomenal. Wir stehen auch 100 Prozent hinter Markus Marterbauer, zu 100 Prozent hinter dem Kärntner Philip Kucher und der Evi Holzleitner. Der Prozess wird noch volle Fahrt aufnehmen, auch wenn manche jetzt enttäuscht sind, dass die NeuAufstellung ohne ein Massaker stattgefunden hat. Das Kärnten: Hat Gerhard Zeiler noch eine Chance oder fehlen der SP Führungskräfte mit dem notwendigen Charisma? Fellner: Diese Führungskräfte fehlen uns nicht. Man braucht sich nur den Vertrauensindex bei den Politikern anzusehen. Da findet sich Markus Marterbauer an der Spitze. Bei Gerhard Zeiler wäre die Zustimmung nicht zu 100 Prozent gegeben. Das Kärnten: Besteht jetzt die Gefahr, dass die Bundeskoalition platzen könnte? Fellner: Da müsste man einen Grund suchen. Wir haben ein handlungsfähiges Regierungsteam und ein Regierungsprogramm, an dem weitergearbeitet wird. Es gibt keinen Grund für Neuwahlen. Das Kärnten: Wären Sie gerne SP-Bundesparteiobmann? Fellner: Nein! Ich bin ein leidenschaftlicher Kärntner. Das Kärnten: Wäre Peter Kaiser ein idealer Bundesparteichef oder ein Kandidat für das Bundespräsidenten-Amt? Fellner: Bundesparteichef? Das halte ich für ausgeschlossen. Peter Kaiser ist jetzt Zeitmillionär und genießt diese Rolle. Es liegt aber nahe, dass eine Integrationsfigur wie Peter Kaiser bei Spekulationen um das BundespräsidentenAmt oft genannt wird. Für mich steht fest – Peter Kaiser wäre ein Super-Bundespräsident! Das Kärnten: In Klagenfurt ist die SP stimmenstärkste Partei – aber ohne Bürgermeister. Die SP geht jetzt nicht mit Vizebürgermeister Rabitsch, sondern mit Manfred Mertel in die Bürgermeisterwahl. Ein Schritt, der auch für Diskussionen sorgt. War das eine gute Wahl? Fellner: Manfred Waschi Mertel hat einen großen Vorteil – er führt die unterschiedlichsten Strömungen zusammen. Mit ihm können alle Lager gut leben. Es gab ja ein eindeutiges Votum für Mertel. Er wird die Klagenfurter SP auf Linie bringen. Schließlich braucht sie einen guten Teamchef. Der Waschi hat die Fähigkeit die älteren Menschen und die Jugend anzusprechen, nicht zuletzt durch seine Erfahrungen als Sportler. Anders ausgedrückt: Der Waschi Mertel ist ein Original. Und Klagenfurt verdient ein Original. Das Kärnten: Geht der Wähler-Trend zur FPÖ weiter, wäre nach der nächsten Landtagswahl ein „blauer“ Landeshauptmann möglich? Fellner: Ich halte das für ausgeschlossen. Ich denke, dass die Kärntnerinnen und Kärntner eher jemanden wählen, der den Mut hat, auch unbequeme Dinge auszusprechen und der rund um die Uhr mit ganzem Herzen für dieses Land kämpft. Dann werden die Wähler wahrscheinlich mich unterstützen und nicht einen freiheitlichen Kandidaten. Die SPÖ wird bei der Landtagswahl wieder Erster werden. Damit stellt sich diese Frage nicht mehr. Das Kärnten: Schließen Sie eine Koalition mit der FP aus? Fellner: Es ist keine Koalitionsvariante auszuschließen. Ich verstehe Politik so, dass man mit allen Mitbewerbern Gespräche suchen und bei Verhandlungen den größtmöglichen gemeinsamen Nenner finden muss. Das Kärnten: Die FPÖ hat Ihnen zuletzt wieder Postenschacher vorgeworfen … Fellner: Wenn man etwa die Bestellung des letzten TopJobs hernimmt, muss man den Hintergrund kennen. Es geht um die Leitung der Bildungsdirektion. Das war ein Verfahren, das ich in keinster Weise beeinflusst habe oder beeinflussen hätte können. Mir wurden vom Ministerium fünf Kandidatinnen bzw. Kandidaten als „geeignet“ gemeldet. Da habe ich jene drei Bewerber herausgesucht, die laut Gutachten die besten Bewertungen aufweisen konnten. Die Entscheidung wurde letztlich in Wien getroffen. Es scheint klar zu sein, welche Personen topqualifiziert sind. Das Kärnten: Werden Sie Ihr Regierungsteam vor den Landtagswahlen erneuern? Fellner: Nein. Das Kärnten: Dürfen Heimbetreiber mittlerweile auch einen Gewinn erzielen? Fellner: Die machen natürlich Gewinne. Es gibt allerdings Lebensbereiche, wo man zusätzliches Geld entsprechend einsetzen könnte. Es wird manchmal so dargestellt, als müssten die Heimbetreiber alle Häuser gleich zusperren. Das ist doch nicht der Fall. Sie würden sich sogar die Kommunalsteuer sparen, wenn sie gemeinnützig wären. Kommen also bestimmte Gewinne einzelnen Personen zugute oder fließen sie teilweise in Qualitätsverbesserungen wie Klimaanlagen im Sommer oder in zusätzliches Pflegepersonal? Da bleibt meine Haltung eindeutig. Das Kärnten: Soll das Mitspracherecht der Bundesländer beim Bund gestärkt werden? Fellner: In einen Reformprozess muss man mit einer gewissen Offenheit gehen. Man darf von vornherein nicht jede Veränderung ausschließen. Eine föderale Struktur lebt von einem intensiven Austausch miteinander. Das soll so bleiben. Das Kärnten: Werden Sie sich den neuen Bruno-Kreisky-Film ansehen? Fellner: Ich habe es mir vorgenommen. „Wir stecken dem Parteichef kein Messer in den Rücken!“ Der Kärntner Landeshauptmann Daniel Fellner zeigt sich mit personeller Übergangslösung der SP-Bundespartei zufrieden. Landeshauptmann Daniel Fellner im „Das Kärnten“-Gespräch: „Ich will nicht SP-Bundesparteichef werden, weil ich ein leidenschaftlicher Kärntner bin.“ © Büro LH Fellner/Gernot Gleiss Kärntens Regierungschef Daniel Fellner (SP): „Peter Kaiser wäre sicher ein Super-Bundespräsident!“ © Büro LH Fellner Der Waschi Mertel ist ein echtes Original! Und Klagenfurt verdient ein Original. Landeshauptmann Daniel Fellner „ „ © Büro LH Fellner/Gernot Gleiss
das 4 KÄRNTEN AKTUELL Neue Wege für nachhaltig straffe Haut Nach dem Sommer wünschen sich viele Menschen eine frischere, straffere Haut. Intensive Sonneneinstrahlung, Stress, Schlafmangel, Rauchen oder ein rascher Gewichtsverlust können die Haut belasten und eine frühzeitige Erschlaffung begünstigen. Mit einer Ultraschalltherapie steht eine innovative, nicht-invasive Methode zur Verfügung, die nicht nur kurzfristig für ein strafferes Hautbild sorgen soll, sondern die Hautqualität nachhaltig unterstützt. „Diese Methode arbeitet mit fokussiertem Ultraschall. Während der Behandlung wird die Gewebestruktur mit dem Ultraschallgerät präzise dargestellt. Dadurch kann die Energie gezielt in die gewünschte Gewebeschicht abgegeben werden. Die gesetzten Impulse regen die körpereigene Kollagen- und Elastinproduktion an. Diese natürlichen Strukturproteine sind wesentlich für Festigkeit und Elastizität der Haut.“ Für wen eignet sich die Behandlung? Eine Ultraschalltherapie kann sowohl bei ersten sichtbaren Zeichen der Hautalterung als auch präventiv eingesetzt werden. Bereits ab dem 30. Lebensjahr nimmt die natürliche Kollagenproduktion langsam ab und die Hautstruktur wird dünner. Eine frühzeitige Behandlung kann dabei unterstützen, die Hautqualität und Spannkraft möglichst lange zu erhalten. Besonders geeignet ist diese Behandlung für die Kinnlinie, den Hals-Wangen-Bereich und die Augenpartie. Auch beginnende hängende Wangen können so gezielt behandelt und die Gesichtskonturen wieder definierter wirken. Vor der Behandlung wird das Gewebe analysiert und die Anwendung individuell geplant. Die Ultraschallenergie wird gezielt in definierte Gewebeschichten eingebracht, ohne die Hautoberfläche zu verletzen. Während der Anwendung können je nach persönlicher Empfindlichkeit Wärme oder kurze Impulse wahrgenommen werden. Da es sich um eine nicht-invasive Methode handelt, ist in der Regel keine längere Ausfallzeit einzuplanen. Das Ergebnis entsteht schrittweise und wirkt dadurch besonders natürlich. Anders als bei einer sofortigen chirurgischen Straffung ist der Effekt nicht unmittelbar sichtbar. Der Körper benötigt Zeit, um die angeregten natürlichen Regenerationsprozesse umzusetzen. Erste Veränderungen der Hautqualität können nach etwa zwei bis sechs Monaten wahrgenommen werden. Im Unterschied zu einem Facelift, bei dem überschüssige Haut chirurgisch gestrafft werden kann, steht bei einer Ultraschallbehandlung die Anregung der körpereigenen Regeneration im Mittelpunkt. Ziel ist eine langfristige Verbesserung von Hautstruktur, Elastizität und Spannkraft – ohne operativen Eingriff. Univ. Doz. Dr. Barbara Zink Fachärztin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie in Klagenfurt Auf den ersten Blick Von Dr. Barbara Zink © Patrick Connor Klopf Plötzlich leuchtet der Himmel! Eine gewaltige Druckwelle, die mehrere Hundert Stundenkilometer erreicht, verwandelt über 70.000 Häuser in ein riesiges Trümmerfeld. Rund 80.000 Menschen sterben sofort. Bei jenen Personen, die sich etwas weiter vom Epizentrum aufhalten, verursacht die Explosion unheilbare Lungenverletzungen und innere Blutungen. Zusammenstürzende Gebäude erschlagen hoffnungslose Seelen. Die Hitzestrahlung löscht Leben aus und entfacht einen höllischen Feuersturm. Es folgt radioaktiver Niederschlag, der schwarze Regen. Bei Verzweifelten verdampfen Hautschichten. Der gleißende Blitz brennt Schattenrisse von Personen in stehengebliebene Hauswände ein, ehe diese Menschen von der mörderischen Druckwelle fortgerissen werden. Diese grauenhaften Szenen ereigneten sich nach dem ersten Abwurf einer Atombombe im Zweiten Weltkrieg auf die japanische Stadt Hiroshima durch den US-29-Bomber „Enola Gay“ am 6. August 1945 um 8.15 Uhr. An den Spätfolgen durch radioaktive Strahlen von „Little Boy“ starben auf der Insel Honshu noch Hunderttausende Einwohner. Heute gilt die hochmoderne Metropole als Treffpunkt für Friedensaktivisten. Eine Delegation des Kärntner Renner-Institutes wurde kürzlich im Rahmen einer privaten Bildungsreise vom Bürgermeister der 1,2-Millionen-Stadt, Kazumi Matsui, im Rathaus empfangen. Das Stadtoberhaupt von Hiroshima (zu Deutsch „weitreichende Insel“) forderte dabei eine Welt ohne Nuklearwaffen. Der Bürgermeister, der die Kärntner als „Botschafter des Friedens“ bezeichnete, meinte: „Japan ist die einzige Nation, die die bitteren Folgen von katastrophalen Atombombenangriffen ertragen musste …“ Friedenspark In Hiroshima besuchten die Kärntner Reisenden auch den 12 Hektar großen Friedenspark, eine gepflegte Grünfläche in der Mitte der Stadt. Der Park soll an die Atomwaffenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki erinnern. Auf dem Gelände befinden sich eine Reihe von Gedenkstätten, darunter die Atombombenkuppel, eine Ruine der einstigen Industrie- und Handelskammer. Es sind die erhaltenen bauliche Überreste und Stützkonstruktionen nach der verheerenden Explosion im Jahre 1945, bei dem alle Bediensteten der Kammer ums Leben kamen. Auf dem dicht gedrängten Reiseplan stand zunächst ein Aufenthalt in der 14,5-Millionen-Hauptstadt Tokio mit neoerleuchteten Wolkenkratzern, höchst disziplinierten Verkehrsteilnehmern, dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen (mit „Schnabelgesicht“ und 320 km/h Höchstgeschwindigkeit), Ampeln mit fröhlichen Vogelgezwitscher (für Blinde), sauberen Straßen, ehrwürdigen Tempeln, diversen Museen, gewaltigen Buddha-Statuen, alten Burgen, gläsernen Hotelanlagen (sogar mit beheizten WC-Brillen), Essensbuden und kleinen Gaststätten. Hier vermischen sich Neuzeit mit hoch entwickelter Technologie und jahrtausendealte Tradition. In der österreichischen Botschaft in Tokio lud Botschafterin Mag. Sigrid Berka zu einem Empfang und informierte über die wichtigen Handelsbeziehungen zum „Land der aufgehenden Sonne“. Mit einem Handelsvolumen von jährlich rund 3,5 Milliarden Euro bleibt Japan nach China der zweitwichtigste Markt in Asien. In Kobe wohnte die Delegation einem gelungenen Konzert der Kärntner Geschwister Mira und Sara Gregoric bei. Danach präsentierte – ebenfalls in Kobe – die Kärntner Künstlerin Tanja Prusnik in der Tor Raod Gallery ihre zu dieser Zeit laufende Ausstellung. Die gebürtige Wolfsberger Architektin und Malerin Dip.-Ing. Tanja Prusnik arbeitete bereits im Vorjahr im Rahmen einer Künstlerresidenz auf der Insel Awaji-shima. Sie ist zudem Präsidentin des Wiener Künstlerhauses. Unter den Bildungsreisenden befanden sich Kärntens Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Gaby Schaunig, die sich als Kulturreferentin blendend mit der „weltoffenen“ Prusnik als „Repräsentantin der Kulturszene“ unterhielt, sowie Landeshauptmann a. D. Dr. Peter Kaiser mit „seiner“ Ulli, Renner-Institutsleiter Harry Koller mit Gemeinderätin MMag. Angelika Hödl, Ex-Nationalrat Mag. Walter Posch und Landtagsabgeordnete Ruth Feistritzer. Ebenfalls u. a. Mitglieder der Reisegruppe: Kärntens Fischervereinigungschef Mag. Eduard Blatnik mit Gattin Gabi, Primaria Dr. Ina Falke vom KH Waiern und FH-Professor Dr. Jürgen Schussman, Primarius Dr. Johann Gasser mit Psychologin Mag. Augustine Gasser, der Journalist Janko Kulmesch, Kindergartenpädagogin Mag. Barbara Lichtenegger, Christa Gaschler, Ing. Günther und Uta Tischler, Dr. Karin Holzweber-Wernisch, ÖBB-Experte Richard Schmied, Buchautor Prof. Dr. Harald Raffer mit Sieglinde sowie Pädagoge Dr. Andy Roth. Japan: Eine Kärntner Delegation als„Botschafter des Friedens“ Bildungsreisende des Kärntner Renner-Instituts wurden in Hiroshima vom Bürgermeister empfangen. Tanja Prušnik-Ausstellung in Kobe. Offizieller „Friedens-Empfang“ der Kärnten-Delegation im geräumigen Bürgermeisterbüro von Hiroshima: Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig dankte Stadtchef Kazumi Matsui (vorne sitzend) für das unermüdliche Bemühungen um eine internationalen Völker-Verständigung Foto: Magistrat Hiroshima Neben einigen Besuchen in verschieden Gastronomiebetrieben fand man sich zum Abschluss bei „Giorgi‘s Pub“ auf eine Italienische Jause ein Fotos privat Mit dabei auch „HSI“-Boss Rudi Egger, Toni Polster, Giorgi Pana & Heinz Knapp Auch die St. Veiter Fußball-Legenden v. l. Türk, Ludescher, Stifter, Plassnig, Pirker, Strohmaier, Suppan, Katnik, Strasser trafen sich am Wiesenmarkt ... Am ersten Wiesenmarktmontag besucht DAS KÄRNTEN traditionell mit Freunden den St. Veiter Wiesenmarkt. Diesmal mit dabei v. l. n. r. Rico Tuschek, PerDu Wirt aus Villach mit Edina, Sabine und Heinz Knapp, Toni Polster mit seiner Birgit
das KÄRNTEN AKTUELL 5 Im Bestattungsgewerbe geht man neue Wege und setzt dabei auf ungewöhnliche Trends – angeboten werden „süße“ Schokolade-Urnen oder spezielle Sport-Begräbnisse, etwa für eingefleischte Fußball- oder Eishockeyfans. Die Bestattung Kärnten und das PAX-Bestattungsinstitut setzen dabei auf individuelle, würdige und persönliche Verabschiedungen. Roman Macher, Geschäftsführer der beiden Unternehmen: „Wir erfüllen Wünsche unserer Kunden. Manche deponieren ihre Vorstellungen schon zu Lebzeiten. Uns geht es darum, dem Tod den Schrecken zu nehmen und dieses Thema zu enttabuisieren.“ Bei der Feuerbestattung bieten Bestattung Kärnten und PAX die neue Natururne „Schatzberg“ vom Unternehmen „edelzweig“ aus der Gemeinde St. Georgen/Längsee an. Diese Urne wird aus Kakaoschalen von der Firma Zotter-Schokolade gefertigt. Kombiniert mit Nussholz zeichnet sich dieses edle Gefäß durch eine natürliche Optik, eine angenehme Haptik und einen feinen Schokoladenduft aus – sie lässt sich mit mehreren Sinnen wahrnehmen. Erhältlich ist diese Natururne als klassisches Modell sowie als Intarsien-Variante, die mit individuellen Motiven personalisiert werden kann. Passende Mini-Urnen ergänzen das Sortiment. Die handgefertigten Urnen bestehen aus natürlichen Materialien, die bisher keine Verwendung gefunden haben, wie etwa Lärchenrinde oder Zirbenholzreste von Sägewerken, sowie Thymian und Pfefferminzstängel von „Sonnentor“. Organisationsmanager Ingo Sternig von der Bestattung Kärnten: „Persönliche Gestaltungsmöglichkeiten stehen dabei im Mittelpunkt. Diese speziellen Gefäße verströmen den angenehmen Geruch von Schokolade und sind auch bestens für einen Friedensforst geeignet.“ Nach verstärkten Kundenanfragen bietet PAX in der Steiermark bereits Fußball-Begräbnisse an – dort kämpfen drei Clubs in der Bundesliga. Es geht um die Aufbahrung mit einer Fußball-Urne, Schals, Leibchen usw. in den jeweiligen Bestattungsräumlichkeiten. Ingo Sternig: „In Deutschland gibt es sogar eigene Friedhöfe für Fußballfans.“ Derzeit wird für Kärnten ein Konzept für Eishockeyfreunde erstellt (KAC, VSV). BKG- und PAX-Teamleiterin Claudia Matheuschitz: „Für uns steht die Pietät stets im Vordergrund. Wir erfüllen auch, wenn es gesetzlich möglich ist, ausgefallene Wünsche.“ So werden themenbezogene Bestattungen angeboten – etwa nach Hobbies oder nach Farben. Also etwa für Jäger, Fischer, Sportler usw. Übrigens – am 17. Oktober laden die Kärntner Bestatter in Kooperation mit Floristen, Steinmetzen, Glasern, Schlossern usw. zu einem Tag der offenen Tür, der auch im Villacher Krematorium genützt werden kann. -raf Wenn der letzte Weg versüßt wird: Schokolade-Urnen aus Kakaoschalen Bestattungs-Institute verzeichnen neuen Trend: Schoko-Duft bei Trauerfeiern. Fußball- und Eishockey-Begräbnisse geplant. Organisationsmanager Ingo Sternig mit einem originellen PR-Rucksack: „Schokolade-Urnen sind ein völlig neuer Trend im Bestattungsgewerbe …“ © Raffer Ein Begräbnis der anderen Art – für eingefleischte Fußballfans. Das Vereinslogo darf nicht fehlen, die Urne gleicht einem Fußball © PAX Wenn der letzte Weg versüßt wird: Schokolade-Urnen in verschiedenen Ausführungen – handgefertigt und mit einem angenehmen Geruch © edelzweig www.hoeher.at GRABEINFASSUNGEN NACHSCHRIFTEN VASEN LATERNEN RENOVIERUNGEN RESTAURIERUNGEN Grabsteine und Urnensysteme Steinmetz Kerstein GmbH GRABEINFASSUNGEN ▲ NACHSCHRIFTEN ▲ VASEN LATERNEN ▲ RENOVIERUNGEN ▲ RESTAURIERUNGEN ▲ 9800 Spittal/Drau Körnerstraße 5 Tel.: 0 47 62 / 21 27 ▲ 9832 Stall im Mölltal Stall 39 Tel.: 0 48 23 / 20 7 92 ▲ 9620 Hermagor Bürgerfeldstraße 7 Tel.: 0 42 82 / 28 91 grabsteine@hoeher.at ▲ www.hoeher.at ▲ 9710 Feistritz/Drau Villacherstraße 122 Tel.: 0 42 45 / 23 07 ▲ 9020 Klagenfurt St. Veiter Straße 246 Tel.: 0463 / 41 713 ▲ 9800 Spittal/Drau Körnerstraße 5 Tel.: 0 47 62 / 21 27 ▲ 9832 Stall im Mölltal Stall 39 Tel.: 0 48 23 / 20 7 92 ▲ 9620 Hermagor Bürgerfeldstraße 7 Tel.: 0 42 82 / 28 91 grabsteine@hoeher.at ▲ www.hoeher.at ▲ 9710 Feistritz/Drau Villacherstraße 122 Tel.: 0 42 45 / 23 07 ▲ 9020 Klagenfurt St. Veiter Straße 246 Tel.: 0463 / 41 713 ▲ 9800 Spittal/Drau Körnerstraße 5 Tel.: 0 47 62 / 21 27 ▲ 9832 Stall im Mölltal Stall 39 Tel.: 0 48 23 / 20 7 92 ▲ 9620 Hermagor Bürgerfeldstraße 7 Tel.: 0 42 82 / 28 91 grabsteine@hoeher.at ▲ www.hoeher.at ▲ 9710 Feistritz/Drau Villacherstraße 122 Tel.: 0 42 45 / 23 07 ▲ 9020 Klagenfurt St. Veiter Straße 246 Tel.: 0463 / 41 713 ANZEIGEN
das 6 KÄRNTEN AKTUELL Dichter seien die Hüter der Verwandlung, stellte Elisa Canetti einmal treffend fest. Um wie viel mehr gilt das für Theatermenschen, für die Verwandlung vielleicht noch selbstverständlicher ist als ihre eigene Identität, von der sie oftmals weniger wissen, als über die geniale Gabe sie austauschen zu können. Wort, Licht und Raum sind die Versatzstücke, um eine andere Welt entstehen zu lassen, die sich im Augenblick des sich öffnenden Vorhangs entfaltet und beim Fallen wieder vergeht. Was bleibt, ist eine atmosphärisch aufgeladene Erinnerung. Goldonis „Diener zweier Herren“ in der Übersetzung des Sprach- und Sprechvirtuosen H. C. Artmann ist ein Ereignis für sich, und Herbert Wochinz baut Bühnenraum und Menschenbilder um das Wort des Poeten. Bühnenfassung: Herbert Wochinz, steht daher zurecht am Theaterplakat. Einige Male hat der Prinzipal diesen Zusatz urgiert, zu seinen Lebzeiten ohne Erfolg. Nun liest man seinen Namen endlich auf der Ankündigung, symbiotisch mit dem Textautor vereint. Alles am Theater ist schemenhaft fluktuierend. Es kann mit Sprache und Schrift nur eingeschränkt dargestellt werden, außer der Zuschauer hat sich selbst eine besonders nachhaltige Form der Wahrnehmung erworben. Dann wirken die Attribute Klarheit des Geistes oder Einfachheit der Darstellung über die Abgründe und Höhenflüge menschlicher Wesenszüge nach. Attribute, denen sich Herbert Wochinz verpflichtet sah. Manchmal kann es orientierend hilfreich sein, namhafte Rezipienten wie Theodor W. Adorno zu zitieren. 1958 sah er im Wiener Theater am Fleischmarkt Samuel Becketts „Endspiel“ in der Inszenierung von Herbert Wochinz. Für den Meister der Frankfurter Schule war dies eine Initialzündung. Adorno schreibt an Max Horkheimer: Das ist wirklich eine besondere Sache, die sie unbedingt lesen müssen … allein schon deshalb, weil gewisse Intentionen mit den unseren sehr zusammenhängen. Ein Kapitel nachhaltiger Wirkungsgeschichte hat diese Aufführung aufgeschlagen. Adorno hat den Impuls aufgenommen und verarbeitet. Bei genauerer Hinsicht ergeben sich noch weitere, wenn auch nicht absichtlich losgetretene Resonanzen. Nach einem Jahr Theater am Fleischmarkt entzog Manfred Mautner Markhof die erforderlichen finanziellen Mittel und die Theatertruppe zog nach Kärnten weiter. Wiederum kurze Zeit später wurde der Maria Saaler Tonhof mit der Oper „Köpfe“ von Thomas Bernhard und Gerhard Lampersberg bespielt. Es dirigierte Friedrich Cerha. Bernhard ist nicht unbedingt für seine (literarischen) Komplimente bekannt. Nicht getadelt, ist bei ihm schon fast gelobt. Bestätigt ist, dass Thomas Bernhard bei fast allen Proben für die Kammeroper „Köpfe“ anwesend war und sich positiv über Wochinz´ Regiearbeit geäußert hat, sodass es am 22. Juli 1960 zur Uraufführung kommen konnte. Bernhard hatte verschiedene Male das Theater am Fleischmarkt besucht. Unter anderem sah er Genets „Die Zofen“ und ließ sich vom Stück für „Ein Fest für Boris“ inspirieren. In den 90erJahren kam es zwar zu mehreren telefonischen Kontaktgesprächen zwischen Bernhard und Wochinz, eine weitere Zusammenarbeit erfolgte jedoch nicht. Auch mit Gerhard Lampersberg schien sich ein gemeinsames Projekt anzubahnen. Dem Autor dieser Zeilen stellte der Komponist 1988 die Märchenvorlage „Das kleine Chinesenfräulein und die Nachtigall“ zur Verfügung. Daraus entstand ein Szenario und der Plan ein Studioballett zu machen. Entweder das große Haus oder gar nichts, entschied Lampersberg. Das große Haus war ausgebucht. Ein Fall für die Schublade. Theater und seine Möglichkeiten gehen vom Kopf aus. Manchmal bleiben sie auch dort. Aber nie ohne die Faszination des Möglichen, die Vorfreude auf das Unglaubliche, das Geschehen des Phantastischen und der Wahrscheinlichkeit, eine Zukunft zu erahnen, die durch das Geschehen auf der Bühne um ein Stück menschlicher wird. Wie am Beispiel Goldoni zu bemerken ist, entspringt Theater aber auch einem Bauchgefühl. Es wird so zum Diener zweier Herren, dem spontanen, manchmal improvisierten Stegreifspiel, wie es Studenten auf den Wanderbühnen praktizierten und der herausfordernden, ironisch eingefärbten Kritik an den Allzuklugen, den Reichen und Mächtigen. Siegreich hervor aus all den Querelen gehen Harlekin und Colombine, Zanni und Pulcinella, die nicht kleinzukriegenden Überlebenskünstler. All das sind auch die Grundelemente, die Herbert Wochinz in seinen Komödieninszenierungen intuitiv einsetzte und sich ihnen unterordnete. Eine Ahnung von Leichtigkeit und ein Lächeln über MenschlichesAllzumensch-liches bleibt und wärmt die Seele. Vertrauen in die eigenständig freie Gestaltungskraft der Mimen mit wenigen feinen Korrekturen und größtmögliche Nähe zum Autor, waren die Eckpunkte in den Inszenierungen von Herbert Wochinz, für den die Maxime galt: Heute Avantgarde sein heißt, gegen die Moderne auftreten. Und gegen deren Auswüchse. Keine Kompromisse zu einer aus den Fugen geratenen Zeit. Es wird mit dem Wagemutigen, den Verzweifelten in ihrem Kampf gegen Widrigkeiten und Intrigen, gegen die Absurdität des Lebens gelacht. Das Lachen über die Schwächen ist aber ein versöhnliches Lachen: So ist das Leben! Elias Canetti, Wegbegleiter und Freund des Prinzipals meinte einmal, die Aufgabe der Kunst sei es, dem Menschen den Zugang zum Nichts zu verwehren, in dem er sich einzurichten gewillt ist. Das ist Herbert Wochinz gelungen. Dr. Günter Schmidauer ist Essayist, Dramatiker, Lyriker und Romanautor Herbert Wochinz: Hüter der Verwandlungen Alles auf Anfang – Eine kulturelle Neuorientierung Kaum taucht ein finanzielles Problem im Staat auf, kommt der nächste Belastungsvorschlag. Die Menschen sollen einfach länger arbeiten. Wifo-Chef Gabriel Felbermayr fordert ein Pensionsantrittsalter von 67 Jahren und eine Koppelung an die Lebenserwartung. Für viele Arbeitnehmer klingt das nach einer weiteren Zumutung. Länger hackeln, später in Pension und das trotz jahrzehntelanger Beitragszahlungen. Dass das Pensionssystem vor Herausforderungen steht, ist unbestritten. Doch daraus automatisch abzuleiten, dass künftig alle bis 67 arbeiten müssen, ist einfallslos und unsozial. Wer jahrzehntelang gearbeitet hat, sollte seinen Lebensabend genießen können, statt bis zum Umfallen am Arbeitsplatz festgehalten zu werden. Abgesehen davon ist die Anhebung des Pensionsantrittsalters nichts anderes als eine Pensionskürzung. Und zwar doppelt. Einerseits hat man so weniger Ruhestandsjahre, andererseits werden wohl die Meisten keinen Arbeitgeber finden, der sie bis 67 beschäftigt. Das bedeutet aber dann Arbeitslosigkeit und somit weniger Geld. Länger leben bedeutet schließlich nicht automatisch, länger gesund und körperlich belastbar arbeiten zu können. Für Bauarbeiter, Pflegekräfte oder Menschen in körperlich anstrengenden Berufen ist die Vorstellung einer Pension mit 67 besonders realitätsfern. Statt die ältere Generation immer stärker zu belasten, braucht es eine starke Wirtschaft, mehr Beschäftigung und eine Familienpolitik, die wieder mehr Kinder ermöglicht. Die demografischen Herausforderungen lassen sich nicht lösen, indem man jene bestraft, die das Land jahrzehntelang aufgebaut haben. Pensionisten sind kein staatlicher Bankomat. Wer ein nachhaltiges Pensionssystem will, muss Wirtschaft und Familien stärken und darf den wohlverdienten Ruhestand nicht zum unerreichbaren Luxus machen. Pension mit 67? Rechnung zahlen die Älteren 67 – das künftige Pensionsantrittsalter als politischer Drahtseilakt? Jedenfalls nicht für Wifo-Chef Felbermayr © Foto: Alexander Müller | www.alexandermüller.at © MARTIN STICKER Kärntens Ausgehuniformen bleiben blau. Unsere blaue Uniform ist weit mehr als nur ein Kleidungsstück – sie ist ein sichtbares Zeichen unserer über 100-jährigen Feuerwehrtradition und ein Stück Kärntner Identität!“, erklärt Kärntens Landesfeuerwehrkommandant Ing. Rudolf Robin. Der engagierte „Vollblut-Florianijünger“ stellt sich damit gegen immer wieder auftauchende Bestrebungen des Bundesfeuerwehrverbandes, der für ganz Österreich weiterhin eine einheitliche Uniform anstrebt. Bekanntlich tragen die freiwilligen Helfer in allen anderen Bundesländern braune Röcke. „Natürlich wissen wir, dass es auf österreichischer Ebene immer wieder Versuche nach einer einheitlichen Uniformierung gegeben hat. Diese Diskussion ist nachvollziehbar. Aber Einheitlichkeit darf nicht bedeuten, gewachsene Traditionen ohne Not aufzugeben“, stellt der sympathische Gailtaler klar. Und er meint: „Unsere Geschichte zeigt, dass die Kärntner Feuerwehren bereits seit dem 19. Jahrhundert die blaue Uniform tragen und sich schon bei früheren Umfärbe-Bestrebungen bewusst für die Beibehaltung von Blau entschieden haben.“ Besonders eindrucksvoll war die Befragung der Kärntner Wehren in den 1960er-Jahren: 94 Prozent sprachen sich für den bisherigen „feschen“ Rock aus. Ein Beleg für die Farbe der Kärntner findet sich in den Statuten der FF Hermagor vom 1. Juni 1877, in denen eine dunkelblaue Bluse vorgeschrieben wurde. Die Retter in unserem Bundesland haben also nicht die Farben gewechselt, sondern das elegante Blau beibehalten. Robin: „Diese Uniform ist nicht nur eine Frage der Farbe oder des Geschmacks, sondern Teil unserer Feuerwehrgeschichte.“ Es gäbe auch militärische Vorbilder, etwa durch die Bergmütze und das Edelweiß. Das Edelweiß wurde von den Florianijüngern von der k.k. Gebirgstruppe übernommen und steht symbolisch für Mut. Möglicherweise wurde der blaue Feuerwehrrock direkt vom k.u.k. Infanterieregiment, das auch Löscharbeiten durchführte, übernommen. Kostenfrage Schon 1935 regte der Feuerwehr-Reichsverband an, aus Gründen der Einheitlichkeit bundesweit auf Braun umzustellen. Kärnten folgte dieser Empfehlung nicht. 1948 forderte der Bundesverband erneut einheitliche braune Blusen. Auch diesmal blieb Kärnten bei Blau. Braun wurde zur überregionalen FF-Uniformfarbe. In den 60-er-Jahren kam der Änderungswunsch von den Kärntnern selbst. So wurden die Wehren befragt und 94 Prozent wollten die bisherige Ausführung beibehalten. Nur sechs Prozent sprachen sich für eine Umstellung auf Braun aus. Schließlich war und ist das auch eine Kostenfrage. Trotz des politischen Umbruchs im Jahre 1935 hielt man an der ausgesuchten Kärntner Farbe fest. Mittlerweile tragen viele Einsatzkräfte in Nachbarländern blaue Oberteile. Im Gegensatz zur schneidigen Ausgehuniform ist die praktische Einsatzbekleidung beinah einheitlich. Die typische Einsatzbekleidung wird durch Schutzfunktionen, Sichtbarkeit, Material, Normen und Einsatzzweck bestimmt. Der Landesfeuerwehrkommandant, dem das Rettungswesen ein Herzensanliegen ist und der sich für 396 Freiwillige Feuerwehren, 29 Betriebswehren und eine Berufsfeuerwehr sowie über 20.000 aktive Feuerwehrleute einsetzt, abschließend: „Die Kärntner Feuerwehren stehen fest zu ihrer Tradition – und diese Tradition trägt Blau!“ Wenn auch eine Vereinheitlichung nachvollziehbar erscheint und es immer wieder „Umfärbungsversuche“ gäbe, ist die Verbundenheit zur schönen Farbe blau regelrecht spürbar, so der Kommandant. H. Raffer www.das-kaernten.at Landesfeuerwehrkommandant: „Unsere Uniformen bleiben blau!“ Kärntens Feuerwehrchef Ing. Rudolf Robin erteilt möglichen „Umfärbeplänen“ klare Absage. Braune Röcke nicht vorgesehen. Landesfeuerwehrchef Ing. Rudolf Robin: „Wir stehen zu unserer Tradition und tragen weiterhin den blauen Rock!“
das KÄRNTEN AKTUELL 7 Sie erinnern sich? Noch vor nicht allzulanger Zeit haben Klagenfurter Politiker ihre ohnehin schon arg strapazierten Wirbelsäulen stark verbogen, um sich vor dem plötzlich aufgetauchten Investor Franz P. Orasch und der Lilihill-Gruppe möglichst tief zu verbeugen! Kritik an diesem bärtigen Herrn war, wie z. B. seinerzeit auch am mittlerweile einsitzenden und teilweise verurteilten Vorzeige-Goldjungen Rene Benko, nicht erwünscht. Man bot dem Kärntner „Millionen-Mann“ für hochfliegende Träume nicht nur den Klagenfurter Flughafen an, sondern auch andere Immobilien-Filetstücke. Schließlich sollte der Heiligengeistplatz umgebaut werden, angeblich weil „Mister Money“ entsprechende Luftschlösser plante. Das Firmengeflecht des „Wunderwuzzis“ beschäftigt jetzt die Gerichte samt Staatsanwaltschaft. Drei Gesellschaften sind in Konkurs, mindestens zwei seiner prächtigen Immobilien stehen vor der Zwangsversteigerung, die Lilihill Captial Group gilt als insolvent. Banken wollen Geld zurück. So kommt das Salzamt in Klagenfurt unter den Hammer. Daraus hätte ein internationales Luxushotel werden sollen. Die Domäne Lilienberg in Tainach dürfte Geschichte sein. Von den rund 35 Firmen befindet sich ein knappes Drittel nicht mehr im Besitz des „Aufsteigers“. Neun davon, etwa das QuelleHaus oder Moser-Verdino, hat die Industriellen-Familie Schaschl übernommen. Winzerin und ExKindergartenbetreiberin Mirjam Orasch hatte der „Kronenzeitung“ einmal verraten, dass die Familie ohnehin nach Kalifornien auswandern wolle und man auch Arnold Schwarzenegger gut kenne. Na dann … Noch kein Happy End Immer noch kein Happy End in der unsäglichen Schießlärm-Geschichte bei den Viktringer Treimischer Teichen unter der neuen Vereines-Führung einer sozial engagierten Frau? Egal ob ein gültiges Sachverständigen-Gutachten vorliegt, wonach Dauerfeuer mit Großkaliber-Munition für Anrainer auf längere Sicht gesundheitsgefährdend ist oder weiterhin giftige Munitionsreste in einem Landschafts- und Wasserschutzgebiet in den Waldboden versickern. Egal ob durch die Anlage möglicherweise gegen ein Forstgesetz verstoßen worden ist, die Kinder im angrenzenden Schul-Heim Josefinum durch die Knallerei leiden, vorgeschriebene Lärmschutzmaßnahmen fehlen oder Anregungen der Volksanwaltschaft von der Behörde in den Wind geschossen werden. Egal ob an einem Freitagnachmittag peitschende Schüsse an ein Kriegsgebiet erinnern, ob sich birdlife Kärnten nicht um aufgeschreckte Vögel kümmert oder die Kritik am umstrittenen Freiluft-Schießplatz lauter wird – das scheint „Revolverleute“ nicht zu stören. Auch nicht zuständige Beamte, die privat in einem ruhigen Gebiet wohnen. Sie sollten für die Bürger da sein, sonst riecht es nach Amtsmissbrauch. Polit-Rochaden Wie die Beantwortung einer Anfrage des FP-Landtagsclubs ergeben hat, sind von 2023 bis Mitte 2026 exakt 42 Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen aus den Regierungsbüros von SP und ÖVP in die Landesverwaltung gewechselt. Das entspricht, wie die „Kleine Zeitung“ vorrechnet, im Schnitt rund einer Person pro Monat. Laut eine internen Aufstellung hätten zwischen 2004 und 2024 insgesamt 71 FPÖ-nahe Personen einen solchen Posten erhalten. Bei SPÖ und ÖVP wären es in diesen 20 Jahren zusammen „nur“ 68 Personen gewesen. War die Anfrage der „Blauen“ also ein Schuss ins eigene Knie? Auch bei Führungspositionen hätte die FP mehr Posten abgeräumt, heißt es. Hinter vorgehaltener Hand ist bei der einen oder anderen Causa sogar von Mobbing gegen Amtsinhaber die Rede, um den freigewordenen Job vergeben zu können. Werfen wir einen Blick auf Klagenfurt. Dort will man endlich eine wirksame Waffe gegen die Hitze gefunden haben – „lebende grüne Riesen“! Finanziert soll das „Abkühlprojekt“ mit 1000 Bäumen durch Parkgebühren in der Ostbucht werden. Die Initiative der beiden Vizebürgermeister Ronald Rabitsch und Patrick Jonke nennt sich „Cool Down Klagenfurt“. Von den jährlichen 600.000 Euro, die in der Ostbucht eingenommen werden, soll die Hälfte für Hitzemaßnahmen herangezogen werden. VP-Stadtrat Julian Geier lehnt die Finanzierungsvariante ab und fordert ein „gebührenfreies Naherholungsgebiet“. Sonst wachsen die Bäume in den Himmel. Und noch immer sorgt die Umbenennung einer Verkehrsfläche in JacquesLemans-Platz durch Stadtchef Scheider für Diskussionen – mit dem Notfallparagrafen! Plötzlich hatte das Uhrengeschäft dieser Riedl-Marke geschlossen, was „Kri-Ticker“ auf den Plan rief. Angeblich war das nur eine „Sommerpause“, der Store ist wieder offen. Eine Verbeugung vor dem Bürgermeister? Konzerte „wandern“ In Moosburg hat man einen Profi-Veranstalter von gelungenenen Großkonzerten ziehen lassen – auf die Hochosterwitz. Offiziell aus Platzgründen, inoffiziell war angeblich die „Gemeindeabgabe bzw. Vergnügungssteuer zu hoch“. VP-Bürgermeister Herbert Gaggl meinte dazu. „Schade, aber es ist eben so …“ Wörthersee-Wellen Ob der liebe Arnie hilft? GOLD FÜR BÄRTRAM Preisel&Bier DLG2026_Sujet_BesterRadler_A4_Wiener.pdf 1 24.07.2026 09:20:52 Täglich 140 LKW-Ladungen Essen im Müll Die Österreicher schmeißen jeden Tag eine gewaltige Menge an Lebensmitteln weg. Mehr als 3.000 Tonnen sollen es sein. Das entspricht rund 140 Lkw-Ladungen voller Essen, die täglich im Müll verschwinden. Jährlich summiert sich das laut Zahlen von Umweltbundesamt und BOKU auf mehr als 1,2 Millionen Tonnen. Eine Verschwendung, die nicht nur Lebensmittel betrifft, sondern auch Wasser, Energie, Boden und die Arbeit, die dahintersteckt. Besonders bitter ist der Blick in die privaten Haushalte. Mehr als die Hälfte der weggeworfenen Lebensmittel fällt dort an. Pro Person landen dem Handelsverband zufolge rund 69 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr im Abfall. Rund 37 Kilogramm davon wären vermeidbar. Der Wert der weggeworfenen Waren liegt bei etwa 400 Euro pro Kopf und Jahr. Die Haushalte werfen also regelmäßig bares Geld in die Mülltonne. Besonders häufig trifft es ausgerechnet Lebensmittel, die eigentlich zum täglichen Leben gehören. Brot, Süß- und Backwaren sowie Obst und Gemüse finden sich laut Restmüllanalysen besonders oft im Mistkübel. Da wird das Brot hart, der Salat welk und die Erdbeeren schimmeln und schon landet alles im Abfall. Häufig geht dem Ganzen schlicht ein Einkauf voraus, der größer war als der tatsächliche Bedarf. Natürlich kann man auch die Politik in die Pflicht nehmen. Der WWF fordert verbindliche Reduktionsziele entlang der gesamten Versorgungskette und bessere Bedingungen für Lebensmittelspenden. Das ist nachvollziehbar. Aber politische Vorgaben allein werden nicht verhindern, dass der volle Kühlschrank zum Friedhof für Lebensmittel wird. Auch der Handel ist nicht völlig außen vor, kann aber auf Fortschritte verweisen. Sein Anteil an der Verschwendung ist laut Handelsverband seit 2020 von rund sieben auf sechs Prozent gesunken. Rund 22.000 Tonnen Lebensmittel spendet die Branche jährlich, daraus entstehen mehr als 44 Millionen Mahlzeiten. Gleichzeitig zeigt der wachsende Bedarf der Sozialmärkte die andere Seite des Problems. In Wiens fünf Sozialmärkten wurden 2025 rund 1.300 Tonnen gerettete Lebensmittel angeboten, die Zahl der registrierten Kunden stieg auf mehr als 26.000. Wer Lebensmittel wegwirft, wirft auch Geld weg. Natürlich braucht es bessere Spendenmöglichkeiten und vernünftige Rahmenbedingungen. Doch genauso braucht es mehr Hausverstand beim Einkauf, bei der Lagerung und beim Umgang mit Resten. „Mach‘s wie Oma“ lautet eine aktuelle Kampagne und vielleicht steckt darin tatsächlich mehr Vernunft als in manchem politischen Aktionsplan. Denn bevor Österreich über neue Vorschriften diskutiert, könnte man beim eigenen Kühlschrank anfangen. H. K. KI generiertes Foto ANZEIGE
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