Das Kärnten - E-Book

das KÄRNTEN AKTUELL 7 Sie erinnern sich? Noch vor nicht allzulanger Zeit haben Klagenfurter Politiker ihre ohnehin schon arg strapazierten Wirbelsäulen stark verbogen, um sich vor dem plötzlich aufgetauchten Investor Franz P. Orasch und der Lilihill-Gruppe möglichst tief zu verbeugen! Kritik an diesem bärtigen Herrn war, wie z. B. seinerzeit auch am mittlerweile einsitzenden und teilweise verurteilten Vorzeige-Goldjungen Rene Benko, nicht erwünscht. Man bot dem Kärntner „Millionen-Mann“ für hochfliegende Träume nicht nur den Klagenfurter Flughafen an, sondern auch andere Immobilien-Filetstücke. Schließlich sollte der Heiligengeistplatz umgebaut werden, angeblich weil „Mister Money“ entsprechende Luftschlösser plante. Das Firmengeflecht des „Wunderwuzzis“ beschäftigt jetzt die Gerichte samt Staatsanwaltschaft. Drei Gesellschaften sind in Konkurs, mindestens zwei seiner prächtigen Immobilien stehen vor der Zwangsversteigerung, die Lilihill Captial Group gilt als insolvent. Banken wollen Geld zurück. So kommt das Salzamt in Klagenfurt unter den Hammer. Daraus hätte ein internationales Luxushotel werden sollen. Die Domäne Lilienberg in Tainach dürfte Geschichte sein. Von den rund 35 Firmen befindet sich ein knappes Drittel nicht mehr im Besitz des „Aufsteigers“. Neun davon, etwa das QuelleHaus oder Moser-Verdino, hat die Industriellen-Familie Schaschl übernommen. Winzerin und ExKindergartenbetreiberin Mirjam Orasch hatte der „Kronenzeitung“ einmal verraten, dass die Familie ohnehin nach Kalifornien auswandern wolle und man auch Arnold Schwarzenegger gut kenne. Na dann … Noch kein Happy End Immer noch kein Happy End in der unsäglichen Schießlärm-Geschichte bei den Viktringer Treimischer Teichen unter der neuen Vereines-Führung einer sozial engagierten Frau? Egal ob ein gültiges Sachverständigen-Gutachten vorliegt, wonach Dauerfeuer mit Großkaliber-Munition für Anrainer auf längere Sicht gesundheitsgefährdend ist oder weiterhin giftige Munitionsreste in einem Landschafts- und Wasserschutzgebiet in den Waldboden versickern. Egal ob durch die Anlage möglicherweise gegen ein Forstgesetz verstoßen worden ist, die Kinder im angrenzenden Schul-Heim Josefinum durch die Knallerei leiden, vorgeschriebene Lärmschutzmaßnahmen fehlen oder Anregungen der Volksanwaltschaft von der Behörde in den Wind geschossen werden. Egal ob an einem Freitagnachmittag peitschende Schüsse an ein Kriegsgebiet erinnern, ob sich birdlife Kärnten nicht um aufgeschreckte Vögel kümmert oder die Kritik am umstrittenen Freiluft-Schießplatz lauter wird – das scheint „Revolverleute“ nicht zu stören. Auch nicht zuständige Beamte, die privat in einem ruhigen Gebiet wohnen. Sie sollten für die Bürger da sein, sonst riecht es nach Amtsmissbrauch. Polit-Rochaden Wie die Beantwortung einer Anfrage des FP-Landtagsclubs ergeben hat, sind von 2023 bis Mitte 2026 exakt 42 Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen aus den Regierungsbüros von SP und ÖVP in die Landesverwaltung gewechselt. Das entspricht, wie die „Kleine Zeitung“ vorrechnet, im Schnitt rund einer Person pro Monat. Laut eine internen Aufstellung hätten zwischen 2004 und 2024 insgesamt 71 FPÖ-nahe Personen einen solchen Posten erhalten. Bei SPÖ und ÖVP wären es in diesen 20 Jahren zusammen „nur“ 68 Personen gewesen. War die Anfrage der „Blauen“ also ein Schuss ins eigene Knie? Auch bei Führungspositionen hätte die FP mehr Posten abgeräumt, heißt es. Hinter vorgehaltener Hand ist bei der einen oder anderen Causa sogar von Mobbing gegen Amtsinhaber die Rede, um den freigewordenen Job vergeben zu können. Werfen wir einen Blick auf Klagenfurt. Dort will man endlich eine wirksame Waffe gegen die Hitze gefunden haben – „lebende grüne Riesen“! Finanziert soll das „Abkühlprojekt“ mit 1000 Bäumen durch Parkgebühren in der Ostbucht werden. Die Initiative der beiden Vizebürgermeister Ronald Rabitsch und Patrick Jonke nennt sich „Cool Down Klagenfurt“. Von den jährlichen 600.000 Euro, die in der Ostbucht eingenommen werden, soll die Hälfte für Hitzemaßnahmen herangezogen werden. VP-Stadtrat Julian Geier lehnt die Finanzierungsvariante ab und fordert ein „gebührenfreies Naherholungsgebiet“. Sonst wachsen die Bäume in den Himmel. Und noch immer sorgt die Umbenennung einer Verkehrsfläche in JacquesLemans-Platz durch Stadtchef Scheider für Diskussionen – mit dem Notfallparagrafen! Plötzlich hatte das Uhrengeschäft dieser Riedl-Marke geschlossen, was „Kri-Ticker“ auf den Plan rief. Angeblich war das nur eine „Sommerpause“, der Store ist wieder offen. Eine Verbeugung vor dem Bürgermeister? Konzerte „wandern“ In Moosburg hat man einen Profi-Veranstalter von gelungenenen Großkonzerten ziehen lassen – auf die Hochosterwitz. Offiziell aus Platzgründen, inoffiziell war angeblich die „Gemeindeabgabe bzw. Vergnügungssteuer zu hoch“. VP-Bürgermeister Herbert Gaggl meinte dazu. „Schade, aber es ist eben so …“ Wörthersee-Wellen Ob der liebe Arnie hilft? GOLD FÜR BÄRTRAM Preisel&Bier DLG2026_Sujet_BesterRadler_A4_Wiener.pdf 1 24.07.2026 09:20:52 Täglich 140 LKW-Ladungen Essen im Müll Die Österreicher schmeißen jeden Tag eine gewaltige Menge an Lebensmitteln weg. Mehr als 3.000 Tonnen sollen es sein. Das entspricht rund 140 Lkw-Ladungen voller Essen, die täglich im Müll verschwinden. Jährlich summiert sich das laut Zahlen von Umweltbundesamt und BOKU auf mehr als 1,2 Millionen Tonnen. Eine Verschwendung, die nicht nur Lebensmittel betrifft, sondern auch Wasser, Energie, Boden und die Arbeit, die dahintersteckt. Besonders bitter ist der Blick in die privaten Haushalte. Mehr als die Hälfte der weggeworfenen Lebensmittel fällt dort an. Pro Person landen dem Handelsverband zufolge rund 69 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr im Abfall. Rund 37 Kilogramm davon wären vermeidbar. Der Wert der weggeworfenen Waren liegt bei etwa 400 Euro pro Kopf und Jahr. Die Haushalte werfen also regelmäßig bares Geld in die Mülltonne. Besonders häufig trifft es ausgerechnet Lebensmittel, die eigentlich zum täglichen Leben gehören. Brot, Süß- und Backwaren sowie Obst und Gemüse finden sich laut Restmüllanalysen besonders oft im Mistkübel. Da wird das Brot hart, der Salat welk und die Erdbeeren schimmeln und schon landet alles im Abfall. Häufig geht dem Ganzen schlicht ein Einkauf voraus, der größer war als der tatsächliche Bedarf. Natürlich kann man auch die Politik in die Pflicht nehmen. Der WWF fordert verbindliche Reduktionsziele entlang der gesamten Versorgungskette und bessere Bedingungen für Lebensmittelspenden. Das ist nachvollziehbar. Aber politische Vorgaben allein werden nicht verhindern, dass der volle Kühlschrank zum Friedhof für Lebensmittel wird. Auch der Handel ist nicht völlig außen vor, kann aber auf Fortschritte verweisen. Sein Anteil an der Verschwendung ist laut Handelsverband seit 2020 von rund sieben auf sechs Prozent gesunken. Rund 22.000 Tonnen Lebensmittel spendet die Branche jährlich, daraus entstehen mehr als 44 Millionen Mahlzeiten. Gleichzeitig zeigt der wachsende Bedarf der Sozialmärkte die andere Seite des Problems. In Wiens fünf Sozialmärkten wurden 2025 rund 1.300 Tonnen gerettete Lebensmittel angeboten, die Zahl der registrierten Kunden stieg auf mehr als 26.000. Wer Lebensmittel wegwirft, wirft auch Geld weg. Natürlich braucht es bessere Spendenmöglichkeiten und vernünftige Rahmenbedingungen. Doch genauso braucht es mehr Hausverstand beim Einkauf, bei der Lagerung und beim Umgang mit Resten. „Mach‘s wie Oma“ lautet eine aktuelle Kampagne und vielleicht steckt darin tatsächlich mehr Vernunft als in manchem politischen Aktionsplan. Denn bevor Österreich über neue Vorschriften diskutiert, könnte man beim eigenen Kühlschrank anfangen. H. K. KI generiertes Foto ANZEIGE

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