das 8 KÄRNTEN AKTUELL Wenn sogar der Drache grinst … Wer ernsthaft geglaubt hat, im Klagenfurter Rathaus gäbe es nach staatsanwaltschaftlichen Erhebungen, negativen Kritiken, peinlichen Schlagzeilen und entsprechenden Weisungen keine „Überstunden-Affäre mehr“, hat sich geirrt. In der Lindwurmstadt gehen die Uhren anders. Und so deckte Franz Miklautz im „Standard“ auf, dass eine Mitarbeiterin von Vizebürgermeister Patrick Jonke (FSP) seit 2022 satte 1800 Überstunden ansammeln konnte. Trotz aller Beteuerungen der Verantwortlichen, dass es nach dem Jost-Skandal zu keinem weiteren Überstunden-Rekord kommen werde. Mehr als ein Jahr Zeitausgleich und noch 800 Überstunden für eine Dame, die zuerst im Bürgermeisterbüro und anschließend beim Vize tätig war? Und eben dieser Vize sorgte selbst schon für Kopfschütteln wegen Überstunden bei Bieranstichen und Wochenmarkt-Partys. Die der FSP zuzurechnende Bürokraft hat bereits einen Anwalt eingeschaltet, in der Stadt hüllt man sich in Schweigen. Doch die ganze Geschichte mutierte zur Lächerlichkeit: Vizebürgermeister Jonke hat daraufhin versucht, den Journalisten Miklautz auf seine Art zu „bestrafen“ und wollte ihn, was seine öffentlichen Aktionen als Politiker betrifft, aus dem Magistratspresse-Verteiler entfernen lassen. Ohne Erfolg. Miklautz sei Journalist und bleibe für alle Aussendungen im Medienverteiler, ließ Dr. Valentin Unterkircher, Chef des Magistratspressedienst, „MöchtegernBürgermeister“ Jonke ausrichten. Der FSP-Chef erntete Kritk aller anderen Rathausparteien, die einen „Anschlag auf demokratische Grundprinzipien“ orteten. Doch Jonke wäre nicht Jonke, wenn er nicht für weiteren Gesprächsstoff sorgen würde. Konkret geht es um eine geplante, doch letztlich abgesagte Reise ins ferne China, vom geplagten Steuerzahler mitgesponsert. Auf dem umfangreichen Programm standen u. a. Massagen, die Besichtung einer Eliteschule, die KI in der Gastronomie und Autoreinigungssysteme. Autoreinigung? Wer besitzt eine Autoreinigungsfirma und ein Lokal? Nun, schließlich geht es um die Städtepartnerschaft mit Nanning. Mit dabei gewesen wären: Stadträtin Sandra Wassermann (FP), eine Mitarbeiterin sowie eine fünfköpfige „Standortdelegation“. Dabei hatte Wassermann erst kürzlich Japan einen offiziellen Besuch abgestattet. Über die Kosten schwieg die Stadträtin. An Wohlfühlprogrammen hätte er, beteuert Jonke, aber nicht teilgenommen. Trotzdem hätte die Stadt die Flugkosten von rund 800 Euro pro Person übernommen, den Rest die Chinesen. Laut Medien sollte die „Gesellschaft zur Förderung der Friedlichen Wiedervereinigung Chinas“ die Reise organsieren. Eine staatliche Vorfeldorganisation samt gelenkter Propagandaeinheit. Da grinst sogar der Drache ... Im Zeitraffer Von Harald Raffer Das Klagenfurter Ordnungsamt sorgt wieder einmal für einen ordentlichen Wirbel und steht möglicherweise vor dem Aus! Ein uniformierter Mitarbeiter der „Magistrats-Polizei“ hatte laut „Kleine-Zeitung“ einen Kärntner Unternehmer beschuldigt, ihn angefahren und dabei verletzt zu haben. Der Vorwurf entpuppte sich allerdings als falsch, der übereifrige Ordnungshüter hat die Geschichte frei erfunden. Nach umfangreichen Erhebungen durch die Polizei wurden die Ermittlungen gegen den „Verdächtigen“ wegen absichtlich schwerer Körperverletzung eingestellt. Für Kopfschütteln sorgte die unverständliche Reaktion von Mag. Wilfried Kammerer, dem Leiter des Ordnungsamtes: Für ihn sei die „Beisweislage für keine der beiden Seiten eindeutig“. Kritiker wundern sich über diese Aussage des Magistratsjuristen und fordern nicht nur für den betroffenen Mitarbeiter entsprechende dienstrechtliche Konsequenzen, sondern auch für den zuständigen Ordnungsamtschef. Schließlich könne man es keinesfalls dulden, wenn ausgerechnet Ordnungsleute kriminelle Delikte erfinden und mit falschen Verdächtigungen um sich werfen würden. Der Vorfall hatte sich bereits im Dezember des Vorjahres auf dem Parkplatz vor dem Klagenfurter Hauptbahnhof ereignet. Der Unternehmer verrichtete dort im Auftrag der ÖBB Montagearbeiten und musste einen Transporter quer über zwei Behindertenparkplätze stellen. Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes schritten daraufhin ein, der Unternehmer fuhr mit dem Dienstfahrzeug weg. Im Zuge dieser Fahrt soll der Unternehmer den Arm eines Ordnungsamt-Mitarbeiters gestreift und den Spiegel des Dienstwagens beschädigt haben. Bei der Polizei gab der Magistratsbedienste an, dass sich der Transportwagen mit dem Lenker „rasch genähert“ hätte und er deshalb „in Furcht und Unruhe“ geraten sei. Er hätte sich jedenfalls „akut bedroht gefühlt“. Was der uniformierte Ordnungshüter allerdings übersah – eine in der Nähe installierte Überwachungskamera! Sie hat den Vorgang genau aufgezeichnet. Die Staatsanwaltschaft wertete das Filmmaterial aus. Zudem befassten sich Gutachter mit den Aussagen des „Privatsheriffs“. Das Ergebnis war für den Ordnungshüter vernichtend – ein Kontakt des Transporters mit dem Ordnungsamtsauto sei „auszuschließen“, die behaupteten Verletzungen „nicht nachvollziehbar“ und ein „schnelles Tempo“ (maximal zwischen 3,8 bis 5,4 km/h) keinesfalls möglich. Die betreffenden Erhebungen gegen den Unternehmer wurden eingestellt. Jetzt musste sich der Magistratsbedienstete wegen Verleumdung und falscher Beweisaussage vor Gericht verantworten. Der Ordnungshüter kam mit einer Diversion davon. Ohne den Videobeweis wäre der Unternehmer wegen schwerer Körperverletzung angeklagt und möglicherweise verurteilt worden. Immerhin drohen bis zu drei Jahre Haft. Und die Konsequenzen für den „Geschichten-Erfinder“? Der Mann wurde in den Innendienst versetzt, eine Nachschulung angeordnet und die Einführungen von Bodycams wird geprüft. Warum sind diese Ordnungshüter nicht schon längst mit Bodycams ausgestattet? Schließlich tragen sie auch Pfefferspray-Geräte, deren Griffe Pistolen ähneln. In den letzten Jahren hat das Ordnungsamt immer wieder für Aufregung gesorgt. Nicht nur wegen hoher Personalkosten, sondern weil Uniformierte „oft zu schnell einen Strafzettel zückten“ oder kaum Toleranz walten ließen. Lange Zeit wurde über die Auflösung des Amtes diskutiert, Bürgermeister Christian Scheider hatte diesen Schritt angekündigt. Jetzt sollen sogar zwei zusätzliche Mitarbeiter beschäftigt werden. Der Stadtchef dementiert und spricht von einem Abbau von vier Bediensteten und Einsparungen von 300.000 Euro, weil man sich von einem privaten Sicherheitsdienstleister getrennt hätte. Man wolle aber die Aufgaben dieses Amtes „neu definieren“ und sogar die Abteilung anders benennen. Eine Auflösung der Magistratstruppe sei aber, trotz entsprechender Forderungen und Ankündigungen, nicht vorgesehen. SPÖ-Vizeklubobfrau Ines Domenig will die Ordnungshüter durch ein mobiles Bürgerservice ersetzen. Kritiker fordern einen neuen Leiter, der mit seinen Aufgaben „nicht überfordert ist“. Kammerer ist Geschäftsführer der KOS Klagenfurt Ordnungs- und SicherheitsGmbH und Chef des Bürgerservices im Rathaus. -raf Ein Ordnungsamt-Mitarbeiter erfand „Transporter-Attacke“ Überwachungskamera überführte uniformierten Schwindler. Für zuständigen Amtsleiter ist die Beweislage „nicht eindeutig“. St. Veit a. d. Glan l Dr.-Johann-Spöck-Straße 2 T 0650/6047300 l www.zentrum-kaernten.at bestickte HandtücHer, Jacken, Pullis, usw. SEIT ÜBER 20 JAHREN – EINE FAMILIE EIN BETRIEB WIR SIND IHR PARTNER FÜR Für WEIHNACHTEN und zum JAHRESWECHSEL Sa/So Montag Donnerstag Dienstag Freitag Mittwoch Dr.-Johann-Spöck-Straße2|9300St.Veit/Glan 0650/6047300 www.zentrum-kaernten.at GRAFIKEN | ENTWÜRFE | ZEITUNGEN | FLYER | BROSCHÜREN | VISITENKARTEN | BRIEFE | KUVERTS | BLÖCKE | EINLADUNGEN | KLEBER | TRANSPARENTE | EINTRITTSKARTEN | PLAKATE | DIGITALAUSDRUCKE BIS A 0 | SCHIRME | TASSEN | ETC. scHreibtiscHunterlagen steHkalender www.das-kaernten.at Völkermarkt: VP schickt Sutterlüty ins Rennen Die Völkermarkter VP schickt Stadtrat Bernhard Sutterlüty ins Rennen um das künftige Bürgermeisteramt in der Abstimmungsstadt. Der 58-Jährige lebt mit seiner Familie in St. Michael ob der Gurk und ist Vater von drei Kindern. Für die Umsetzung seiner Pläne für die Bezirksstadt kann Sutterlüty mit der Unterstützung von VP-Landeschef Martin Gruber rechnen. Sutterlüty: „Mir geht es um eine Politik, die vernünftige Entscheidungen trifft.“ In Völkermarkt amtiert Markus Lakounigg (SP) als Bürgermeister, sein Vize ist Mag. Peter Wedenig (SP). Lyrikpreis: Noch mitmachen! Die Klagenfurter Stadtwerke schreiben bereits zum 19. Mal den Kärntner Lyrikpreis aus. Insgesamt sind Geldpreise in der Höhe von über 15.000 Euro zu gewinnen, der Hauptpreis beträgt 5000 Euro. Einsendeschluss: 19. Oktober (Datum des Poststempels). Kärntner Poetinnen und Poeten sind aufgerufen unveröffentlichte Werke in deutscher oder slowenischer Sprache bei den Stadtwerken (St. Veiter Straße 31, 9020 Klagenfurt a. W., PR-Abteilung, Stichwort „Lyrikpreis“, achtfach kopiert, mit Namen, Vita, Tel. Nr. und Mailadresse) einzureichen. Die Mundart bleibt ausgeschlossen, die Wortkreationen werden von einer hochkarätigen Jury anonym bewertet. Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen einer Kulturgala am 5. November um 18 Uhr im Klagenfurter Stadthaus statt. Die Bevölkerung ist dazu eingeladen, der Eintritt gratis ... BUCH9020 wurde „Bestseller“ Die BUCH9020, Südösterreichs einzige grenzüberschreitende Buchmesse, wurde – nach der gelungenen Premiere im Vorjahr – heuer wieder zu einer Erfolgsgeschichte. Als Veranstalter der dreitätigen Leseshow in der Klagenfurter Stadtgalerie trat die ARGE Kärntner Buchverlage (Obfrau Erika Hornbogner) auf, als Mit-Initiator Autor Prof. Harald Raffer. Auch heuer wieder wurden Neuerscheinungen, alte Schriften und verschiedenste Literaturgattungen zahlreicher Verlage präsentiert. Bestseller-Autorinnen und Autoren lasen aus ihren Werken, für Kinder und Jugendliche gab es eigene Aufführungen. Zudem konnten Besucher interessante Diskussionen, etwa über „Ethik im Journalismus“ und die „Schlagzeile als Maß aller Dinge“, bei freiem Eintritt mitverfolgen.
RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMjE=