das 10 KÄRNTEN AKTUELL Freitag & Samstag: 2100-0400 Uhr Schlager Retro-Drinks Après-Ski Ballermann Pfarrplatz | Klagenfurt Klagenfurt Junge vertrauen Politik weniger Die Krisen der vergangenen Jahre haben sich negativ auf das Vertrauen junger Menschen in politische Institutionen ausgewirkt. Daran hat sich auch 2025 nichts geändert, wie eine im Rahmen des Projekts „Demokratie Monitor“ durchgeführte Erhebung des Sozialforschungsinstituts Foresight zeigt: Nur 41 Prozent der 16- bis 26-Jährigen geben an, dem Parlament sehr zu vertrauen. 2020 waren es noch 56 Prozent. Für 89 Prozent ist die Demokratie aber weiterhin die beste Staatsform – gleich viele wie beim Projektstart 2018. Rund 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene nahmen an der Studie teil. Ausbau der Wasserinfrastruktur Im Jahr 2025 wurden in Österreich im Bereich der Trinkwasserversorgung 330 Kilometer Wasserleitungen neu errichtet, in der Abwasserversorgung kamen 355 Kilometer Kanäle dazu. Das teilte das Umweltministerium anlässlich des Weltwassertags mit. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel sei „die Sicherung und Modernisierung der Wasserinfrastruktur eine zentrale Aufgabe der Daseinsvorsorge“, so Wasserminister Norbert Totschnig. Sorgt Energiekrise wieder für eine Verteuerung von Lebensmitteln? Die Verwerfungen auf dem Energiemarkt infolge des Iran-Kriegs könnten sich laut WIFO bald auf die Lebensmittelpreise niederschlagen. Teurere Energieträger „stehen generell in Zusammenhang mit steigenden Preisen für Agrargüter“, erklärte WIFO-Ökonom Josef Baumgartner im APA-Gespräch. Grund seien höhere Produktions- und Transportkosten sowie steigende Preise für Düngemittel. Wie stark die Preise steigen könnten, sei derzeit schwer abschätzbar. Vor allem bei Öl, Mehl, Butter und in weiterer Folge auch bei Milchprodukten werden Preissteigerungen erwartet. Sektmarkt leicht rückläufig 2025 verlief für die Sektbranche etwas schwächer als im Jahr davor. Während der Markt wertmäßig stagnierte, ging der Absatz um 2,6 Prozent zurück. Marktführer bleibt Henkell Freixenet Austria mit einem Anteil von 33,6 Prozent. Der Prosecco-Markt hat sich nach einem Rückgang wieder deutlich erholt. Treiber sei die wachsende AperitivoKultur, so das Unternehmen. Auch alkoholfreier Sekt legte leicht zu, bleibt mit 4,3 Prozent Marktanteil aber ein Nischenprodukt. Mehr Wirtschaftskriminalität Die Wirtschaftskriminalität in Österreich hat stark zugenommen. Das zeigt eine Bilanz der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Fälle auf rund 50.000 im Jahr verdoppelt. WKStA-Leiterin Ilse Vrabl-Sanda betont, „dass Wirtschaftskriminelle rational handeln: Wenn die Gewinnchancen höher sind als das Risiko, entstehe ein strukturelles Problem.“ Kritik gibt es auch an neuen Regeln zur HandyBeschlagnahme, da diese die Beweissicherung erschweren könnten. Drogenkonsum stabil – mehr Kokain Über Abwasseranalysen lässt sich der Drogenkonsum gut messen. Die Ergebnisse zeigen: Cannabis bleibt die am häufigsten konsumierte illegale Droge, während der Kokainkonsum in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. Regionale Unterschiede sind deutlich: Kokain wird vor allem im Westen und Süden Österreichs konsumiert. Am Wochenende steigt zudem der Konsum von Partydrogen. Im EUVergleich liegt Österreich im Mittelfeld. Weniger Mineralwasser verkauft In Österreich wurde 2025 deutlich weniger Mineralwasser abgefüllt und verkauft als im Jahr davor. Laut Forum Natürliches Mineralwasser ist unter anderem die Einführung des Einwegpfands für PET-Flaschen dafür verantwortlich. Insgesamt wurden 614 Millionen Liter abgefüllt, nach 700 Millionen Litern im Jahr 2024. Der Absatz sank um zwölf Prozent. Marktführer bleibt Mineralwasser mit Kohlensäure (57 Prozent), gefolgt von stillem Wasser (28 Prozent). Eigentumswohnungen: Nachfrage steigt wieder beträchtlich an Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen in Österreich ist im Vorjahr deutlich gestiegen. Laut der Plattform ImmoScout24 nahm sie um 17 Prozent zu. Auch die Preise zogen an: Im Schnitt wurden 6.040 Euro pro Quadratmeter verlangt, ein Plus von knapp vier Prozent. Tirol bleibt mit 7.043 Euro pro Quadratmeter das teuerste Bundesland, am günstigsten ist die Steiermark mit 4.331 Euro. 2026 könnte starkes Zeckenjahr werden Mit steigenden Temperaturen und feuchtem Boden herrschen ideale Bedingungen für Zecken. Auch heuer dürfte es ein besonders starkes Zeckenjahr werden. Viele Tiere tragen Krankheitserreger in sich: Bei Borrelien etwa jede dritte Zecke, bei FSME-Viren etwa jede zwanzigste. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie rasch entfernt werden. Das erhöht die Chance, gesund zu bleiben, da FSME bereits innerhalb weniger Stunden übertragen werden kann. Neue Scanner für Wien-Schwechat Am Flughafen Wien-Schwechat fällt im kommenden Sommer die 100-Milliliter-Grenze für Flüssigkeiten im Handgepäck. Derzeit läuft im Sicherheitsbereich die Umrüstung auf neue Scanner, berichtete Ö3. Die neuen Geräte funktionieren ähnlich wie ein Computertomograph und liefern 3D-Bilder. Künftig können bis zu zwei Liter Flüssigkeit mit an Bord genommen werden. Auch die Kontrolle elektronischer Geräte wie Laptops wird erleichtert. Wintertourismus mit klarem Plus Die Nächtigungszahlen in der vergangenen Wintersaison sind um 5,5 Prozent gestiegen – das ist laut Statistik Austria der höchste jemals gemessene Wert. Von November bis Februar gab es in Österreich insgesamt 54,25 Millionen Nächtigungen. Während die Zahl der inländischen Gäste stabil blieb, reisten um sieben Prozent mehr Touristen aus dem Ausland an. Etwa die Hälfte davon kam aus Deutschland und den Niederlanden. Medien im Wandel der Zeit Am 9. Mai (Samstag) findet um 13 Uhr am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft (Vorstufengebäude, Saal V.014) der Klagenfurter Alpe-Adria-Universität eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Medien im Wandel der Zeit“ statt. Unter den Teilnehmern: Kulturtheoretiker Univ. Prof. Dipl. Psych. Dr. Rainer Winter, PEN-Club-Vorstand und Autor Dr. Günter Schmidauer, Autor und Journalist Prof. Dr. Harald Raffer sowie prominente Vertreter der Kärntner Medien. Die öffentliche Diskussion beschließt die Lehrveranstaltung „G.A.T.E.K.E.E.P.E.R – Neue und traditionelle Medien zwischen Wahrnehmung – Wahrheit – Weitergabe“. Beherrschen wir noch die Medien oder sind wir ihnen – aufgrund der KI – ausgeliefert? Wie gehen wir mit „Info-Müll“ um, wie erkennen wir Fake News? Wo liegt der schmale Grat zwischen Pressefreiheit (freie Meinungsäußerung) und Schutz der Persönlichkeitsrechte (Vorverurteilungen)? Der Eintritt ist frei, interessierte Gäste sind willkommen. . Billigere Kakaopreise noch nicht bei Konsumenten angekommen Die zuletzt gesunkenen Kakaopreise spiegeln sich noch nicht in den Preisen für Schokoladeprodukte wie Osterhasen wider. Hersteller verweisen darauf, dass Kakao langfristig eingekauft werde und Preissenkungen daher verzögert weitergegeben werden. Auch steigende Lohn- und Energiekosten halten die Preise hoch. Ob Schokolade künftig günstiger wird, ist derzeit unklar. © Parlamentsdirektion/Thomas Topf KI generiert/firefly KI generiert/firefly Tourismusgesetz ist Werkzeug – jetzt muss die Basis eingebunden werden Mit der beschlossenen Tourismusreform liegt nun ein neues Gesetz auf dem Tisch. Man kann darüber im Detail unterschiedlicher Meinung sein – entscheidend ist jedoch etwas anderes: Dieses Gesetz ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug wird es nur dann Wirkung entfalten, wenn es auch richtig angewendet wird. Genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung. Die Reform greift tief in den Alltag der Betriebe ein – insbesondere in jenen der kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat des Kärntner Tourismus bilden. Viele dieser Betriebe sind Einzelkämpfer, erfolgreich in ihrem eigenen Bereich, aber nicht automatisch in überregionalen Strukturen organisiert. Gerade sie werden nun gefordert sein, sich einzubringen, mitzudenken und mitzugestalten. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn gleichzeitig stehen diese Unternehmer im täglichen operativen Druck und würden sich vielfach lieber auf ihre eigene Weiterentwicklung konzentrieren. Umso wichtiger ist es, klar zu sagen: Wer sich jetzt nicht beteiligt, läuft Gefahr, von dieser Reform überrollt zu werden. Ebenso klar ist aber auch: Man kann diese Verantwortung nicht allein auf die Betriebe abwälzen. Wenn neue regionale Strukturen entstehen sollen, dann müssen diese auch verständlich, praktikabel und anschlussfähig für die Breite der Betriebe sein. Es kann nicht sein, dass Entscheidungen von alleine von 12 oben getroffen werden, ohne dass sie von der Basis getragen sind. Tourismus funktioniert nur dann nachhaltig, wenn er auf breiter Zustimmung und echter Mitwirkung aufbaut. Ein zentraler Punkt wird dabei auch die Rolle der Kärnten Werbung sein. Sie wird lernen müssen, stärker mit der Vielzahl der kleineren Betriebe zu arbeiten. Die Realität des Tourismus liegt nicht nur in den großen Leitbetrieben, sondern in der Breite. Förderungen, Programme und Anforderungen müssen so gestaltet sein, dass sie auch für kleinere Strukturen zugänglich und sinnvoll nutzbar sind. Zusätzliche Hürden oder theoretische Instrumente ohne praktische Wirkung helfen hier nicht weiter. Gerade deshalb braucht es jetzt Unterstützung – vom Land Kärnten, von der Wirtschaftskammer und von den zuständigen Organisationen. Nicht in Form von zusätzlicher Bürokratie, sondern als konkrete Hilfestellung: Wie organisieren sich Regionen sinnvoll? Wie werden Betriebe eingebunden? Wie schafft man Strukturen, die tatsächlich funktionieren? Die Reform bietet Chancen. Aber sie wird nur dann erfolgreich sein, wenn es gelingt, die vielen kleinen und mittleren Betriebe mitzunehmen und ihnen eine echte Rolle zu geben. Alles andere würde langfristig mehr Probleme schaffen als lösen. GASTKOMMENTAR Von Ilmar Tessmann Biolandhaus Arche
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