das KÄRNTEN AKTUELL 7 Stadt und Wirtschaftskammer Kärnten erarbeiten gemeinsam eine nachhaltige Wirtschaftsstrategie. Klagenfurt wird darin als Wirtschafts-, Forschungs- und Bildungsstandort positioniert. Die Projektkosten von 52.800 Euro können zur Gänze durch Förderungen abgedeckt werden. Die Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaftsstrategie für Klagenfurt wurde in der Stadtsenatssitzung beschlossen. Zur Erstellung des „Wirtschaftsleitbild Stadt Klagenfurt“ schließt die Landeshauptstadt eine Kooperationsvereinbarung mit der Wirtschaftskammer Kärnten ab. „Die Landeshauptstadt Klagenfurt ist der zentrale Wirtschaftsstandort Kärntens. Wir wollen mit dem neuen Wirtschaftsleitbild dafür sorgen, dass wir die Wertschöpfung in unserer Stadt weiter ausbauen und Anreize geben, um neue Arbeitsplätze zu schaffen“, sagt Wirtschaftsreferent, Stadtrat Julian Geier. Das Ziel dieser Wirtschaftsstrategie ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft sowie eine Gesamtpositionierung des Wirtschafts-, Forschungs- und Bildungsstandortes Klagenfurt als starker Impulsgeber und attraktiver Lebensraum. Für die Erarbeitung der Wirtschaftsstrategie kann bereits auf einen Vorprozess aufgesetzt werden, in dem mit maßgeblichen Stakeholdern, wie Wirtschaftskammer Kärnten, Sondierungen über Themen und Ausrichtung vorgenommen wurden. Erster konkreter Schritt zur Erarbeitung der Strategie ist eine aktuelle Darstellung der Ausgangssituation, Struktur und Dynamik des Wirtschaftsstandortes Klagenfurt. Dies betrifft vor allem die räumliche Situation, Demographie, Beschäftigung, Arbeitsmarkt und Tourismus. Die Projektkosten für die ersten beiden Phasen belaufen sich auf 52.800 Euro. Klagenfurts Wettbewerbsfähigkeit stärken Medizinische Heilmasseurin (Physiotherapie-Technikerin) Basismobilisation 0660 75 85 147 np-massagepraxis.at Südring 211 | 9020 Klagenfurt (Zugang über Paddel-Tennis Arena One) In meiner Praxis steht die individuell abgestimmte Therapie im Mittelpunkt. Auf Basis einer sorgfältigen Befundung werden geeignete Behandlungsmethoden gezielt kombiniert, um akute und chronische Beschwerden effektiv zu behandeln sowie Beweglichkeit und Regeneration nachhaltig zu fördern. Mein Leistungsspektrum umfasst Heilmassage, manuelle Lymphdrainage, Basismobilisation sowie Anwendungen in Rehabilitation, Prävention und sportlicher Leistungsfähigkeit. Ergänzend biete ich Entspannungs- und Wohlfühlbehandlungen an, die das körperliche und geistige Gleichgewicht stärken. Privat sowie mit ärztlicher Zuweisung (Teilrückerstattung möglich). Termine nach Vereinbarung Telefonisch / Whatsapp / Homepage Massage & Therapiepraxis www.murauerbier.at „Retro is des neue Modern!“ INS_Sujet_Wien_Kärnten_A4abfallend_01.pdf 1 12.11.2025 09:08:43 ANZEIGE ANZEIGE Es müssen ja nicht immer sofort Beschlüsse gefasst werden. Zeit nehmen für den Austausch. Was machen die Künstler:innen und was macht das Publikum? Kultur nicht mit welchen Mitteln, sondern für wen, ist eine legitime Frage. Da sind einmal auf der einen Seite die der Erbauung Würdigen. Sie möchten etwas für sich mitnehmen und in sich dieses Gefühl des Besonderen bemerken. Bildungsbürgertum wird manchmal durch Nasenrümpfen kommentiert. Die Bobos (Bourgeois-Bohemians) gibt es nach wie vor: Hauptsache eine Burg, ein Kloster oder ein Weinberg, zumindest ein See sollten in der Nähe der Sternegastronomie sein und am Rande ein Kulturbetrieb. Dann gibt es auf der anderen Seite die Gleichgültigen, deren Gedanken über Kunst und Kultur sich hartnäckig unter der Wahrnehmungsgrenze festhalten. Sie nehmen Kultur als kaum belastende Hypothek mit in ihre kleingehaltene Halbwegszufriedenheit. Und natürlich all jene, die eh schon alles kennen und lieber nach Graz, Wien, Lyon oder Bayreuth fahren, wenn sie wirkliche Kunst auf hohem Niveau erleben wollen. Ob sie diese als solche erkennen können, ist eine andere Frage. Für all die Genannten ist Kunst und Kultur kaum der Rede wert. Es wird teilgenommen, weil es zum guten Ton, zum guten Bild und zum guten gehörten Wort gehört. Produzenten wiederum verwirklichen sich selbst oder haben der Gesellschaft etwas zu sagen, das sie nicht kennt, aber ganz, ganz wesentlich ist. Sie stellen sich damit über die anderen und übernehmen stellvertretend die Verantwortung für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Alles am Beispiel, der eigenen, nahezu exorbitanten Entwicklung. Vielfach stehen sie nicht über den Dingen, sondern außerhalb. Andere wieder verweigern die Aussage und erzeugen Ratlosigkeit, von der sie selbst am meisten profitieren. Ein Kärntner bildender Künstler reiht geometrische Figuren wie Dreiecke an Rechtecke aneinander und erzeugt so einen größeren Spannungszustand als mit Dreiecken und Quadraten. Auf die Frage der Redakteurin, worum es ihm gehe, antwortet er, er wolle den Menschen von sich erzählen. Ist es so, oder stellt sich der Schreiber dieser Zeilen das Kulturklima unserer Breitengrade nur so vor? Gibt es den Kunstbetrachter, der sich mit dem Künstler fragt, wie weit er mit seinen Mitteln auf Zeit und Welt reagiert und inwieweit seine Fragestellungen mit den eigenen korrespondieren? Man nennt das wohl Dialog. In der Wirtschaft würde ein Produzent als fahrlässig erscheinen, erzeugte er am Käufer vorbei in die Zeitläufte hinein und darüber hinaus. Es gibt sie sehr wohl, die Berührungspunkte zwischen Kultur und Wirtschaft, auch wenn manche Künstler beim Gedanken daran einer Ohnmacht in gefährliche Nähe kommen. Einen Kassasturz vornehmen, überlegen die einen. Kassasturz und Kultursturz. Hier sollte ein Fragezeichen stehen. Oder doch nicht? Gaby Schaunig ist die neue Kulturreferentin und man wird gespannt sein, wodurch sie sich inhaltlich von ihren Vorgängern abheben wird. Niemand ist wirklich für eine abgehobene Kultur, alle hingegen doch für neue Ideen offen. Zwar gibt es die Kulturstrategien des Landes, aber von oben initiierte Evolutionen erreichen in seltenen Fällen die Basis. Womit wir wieder beim Stichwort Grundlage aller Kulturdebatten wären: Die Basis. Sie ist aber keinesfalls allein nur die Summe der Kulturorganisationen, die um ein geregeltes Einkommen bangen. Vielmehr ist auch das Echo auf sie ein qualitätsintensiver Teil im Beziehungsdrama Kunst und Konsument. Also die Konsumenten: Was erwarten diese von kulturaffinen Gruppen, Initiativen, Visionen und Entwicklungen, so sie überhaupt als solche erkennbar sind? Hier passt das Fragezeichen. Gibt es einen Austausch zwischen Produzenten und Rezipienten? Oder anders gesagt: Können die Kärntnerinnen und Kärntner mit „ihrer“ Kultur etwas anfangen, oder geben sie auf und wandern zurück in die Volkskultur, angesichts von Quadraten und Rechtecken, die etwas über seinen Schöpfer aussagen? Man möchte annehmen, dass die Produktionsseite auf den Konsumenten zugehen könnte und mit ihm neue Fragen oder alte Fragen neu stellt. Nicht ihre Aufgabe? Produktion und Konsument, zwei Termini, die aus der Wirtschaft stammen und von Künstler:innen gemieden werden. Schließlich gehe es um höhere Werte, auch wenn sie in ihren Erscheinungsweisen manchmal bewusst nebulös daherkommen. Was schert uns da das Publikum? Kultur (Kunst) ist ein Wirtschaftsprodukt, Wirtschaft ein Kulturprodukt. Für beide Bereiche gibt es einen Markt und er wird von beiden Seiten bedient. Von den Künstler:innen nicht selten verschämt, wenn nicht passiv ausgerichtet. Man lässt sich sponsern und nimmt, was einem finanziell von der Gesellschaft her zusteht. Von der Wirtschaft her nicht partnerschaftlich, sondern mittels wohlwollender Zuwendungen. All das ist der falsche Ansatz. Über den richtigen – schreib ich in der nächsten Ausgabe. Dr. Günter Schmidauer ist Essayist, Dramatiker, Lyriker und Romanautor. Er lebt in Klagenfurt und Wien Alles auf Anfang – Eine kulturelle Neuorientierung Foto beigestellt
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