Das Kärnten - E-Book

das 14 KÄRNTEN GARTENTIPP Die Fußball-WM ist da. Da steigt nicht nur die Vorfreude auf spannende Spiele und auch von so manchem Gartenbesitzer der Wunsch nach einem Rasen, der so perfekt ist, wie in den Stadien. Natürlich braucht es im Hausgarten keinen Profiplatz, doch mit der richtigen Pflege kann die Grünfläche dicht, robust und sattgrün werden. Wichtigste Grundlage: Ein schöner Rasen beginnt beim Boden und lebt von regelmäßiger, maßvoller Pflege. 1. Die richtige Anlage: Wer einen neuen Rasen anlegt, sollte genügend Zeit in die Vorbereitung investieren. Ein schöner Rasen entsteht nicht nebenbei, sondern braucht einen gut geplanten Start. 2. Bodenvorbereitung: Vor der Aussaat müssen Steine, Wurzelreste und vor allem Bauabfälle entfernt werden. Danach wird der Boden mindestens 15 bis 20 Zentimeter (besser 40 cm) tief gelockert. Reifer Kompost verbessert die Humusschicht, bis zu 1/3 grober Quarzsand sorgt für eine gute Drainage und macht den Boden dauerhaft durchlässiger. 3. Die Auswahl der Rasensamen: Für einen strapazierfähigen Rasen lohnt sich eine hochwertige Saatgutmischung. Besonders geeignet sind Mischungen mit robusten Gräsern, die rasch keimen und Lücken gut schließen. Billige Standardmischungen führen oft zu einem lückigen, störanfälligen Bestand. 4. Der passende Dünger: Für den naturnahen Garten empfiehlt sich organischer Dünger. Er versorgt den Boden nicht nur mit Nährstoffen, sondern fördert auch das Bodenleben, das den Humus lockert. Genau das ist die Grundlage für gesundes, kräftiges Wachstum. 5. Das erste Mähen: Sobald der junge Rasen gut angewachsen ist, darf zum ersten Mal gemäht werden. Dabei gilt: nie zu tief schneiden. Ein zu kurzer Schnitt schwächt die Pflanzen und macht den Rasen anfälliger für Trockenheit und Unkraut. 6. Regelmäßiges Mähen: Im laufenden Jahr sollte etwa einmal pro Woche gemäht werden. So bleibt die Grasnarbe dicht, gleichmäßig und belastbar. Wer regelmäßig mäht, fördert zudem die Verzweigung der Gräser. 7. Das richtige Gießen: Rasen braucht Wasser – aber richtig dosiert. Besser alle drei bis vier Tage durchdringend (20 bis 30 Liter/ Quadratmeter) gießen als täglich nur oberflächlich. So wachsen die Wurzeln tiefer und der Rasen wird widerstandsfähiger gegen Hitze. 8. Düngen im Jahreslauf: Nicht nur im Frühling, auch während der Saison braucht der Rasen Nahrung. Mehrere maßvolle organische Düngergaben über das Jahr verteilt sind sinnvoller als eine einzige starke Portion. 9. Unkrautbeseitigung: Ein dichter Rasen ist die beste Vorbeugung gegen Unkraut. Wo dennoch Löwenzahn, Klee oder breitblättrige Kräuter auftauchen, sollten sie möglichst früh samt Wurzel entfernt werden. Chemische Mittel sind im Biogarten keine Wahl und für alle, die den Rasen barfuß betreten, auch ein Problem. 10.Moos und Problemstellen beobachten: Wo viel Moos wächst, liegt oft ein Problem mit Schatten, Staunässe oder einem zu sauren Boden vor. Hier hilft es, die Ursache zu beheben – etwa durch Kalk bei Übersäuerung oder durch bessere Belichtung, wenn es möglich ist. Gartengeschichte Taufe der Habsburg-Rose Es war ein Treffen der Wiener Gesellschaft, als kürzlich in der Votivkirche eine vom deutschen Rosenzüchter Tantau geschaffene Edelrose auf den Namen „Habsburg“ getauft wurde. Ich durfte durch die Feier begleiten und dabei kam auch so manche – für viele wenig bekannte – Geschichte zur Sprache. • Dass die weithin bekannte Votivkirche vom Bruder des Kaisers aus Dankbarkeit gestiftet wurde, weil der junge Franz Josef ein Attentat praktisch unverletzt überlebte. • Dass in der Kirche alle Glocken in der Kriegszeit abgehängt und eingeschmolzen wurden und dass nun auf Initiative von Herta Margarete Habsburg-Lothringen und des Leiters der Domsingschule Markus Göller bis 2030 eine große Friedensglocke erklingen soll. • Und schließlich, dass die neue Habsburg-Rose bereits 2019 das Licht der Welt in Norddeutschland erblickte und für so großartig eingestuft wird, dass sie in Rom mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Die Baumschule Haselberger aus Waldneukirchen holte sie nach Österreich. Nun wurde sie auf „HabsburgRose“ getauft. Ein zarter Duft, eine strahlendweiße kräftige Blüte über extrem gesundem und kräftigem Laub zeugen von einer außerordentlichen Wuchskraft. Das erste Exemplar wurde im Park vor der Votivkirche ausgepflanzt, ab sofort gibt es diese ganz besondere Rose in vielen ausgewählten Gärtnereien, Lagerhäusern und Gartencentern. Gartenkalender Regen nützen Das Ende der langen Trockenheit lässt nun wieder das Düngen des Rasens zu. Auch die Bearbeitung der Beete wird mit der Feuchtigkeit leichter. Unerwünschtes Beikraut lässt sich nun leicht entfernen. Aufbinden und ausschneiden gehört nun zu den Hauptaufgaben. Und natürlich das Ernten: Erdbeeren sind die Ersten Beerenfrüchte, die reif geworden sind. Gegen Pflaumenwickler und Kirschfruchtfliegen sollten jetzt Fallen aufgehängt werden. Auch der Apfelwickler sollte nun bekämpft werden. Spezielle Bio-Spritzmittel gibt’s im Handel. Auch Blattläuse unter Kontrolle halten – in den meisten Fällen reicht das Abstreifen, Biospritzmittel helfen bei stärkerem Befall. Besonderes Augenmerk sollte man bei Tomaten, Gurken, Kürbissen oder Zucchini dem Befall von Weißer Fliege schenken. Hier haben sich Nützlinge besonders bewährt (z. B. bei „biohelp/Garten und Biene“). Kräftigend und abwehrend wirken auch Effektiven Mikroorganismen, die mit Chili und Knoblauchextrakten versehen sind und alle sieben bis zehn Tage gesprüht werden. Gartenfragen Alle Jahre wieder: Kaum wird es wärmer, taucht bei mir im Rasen die Hirse auf. Was kann ich dagegen tun? Hirse taucht immer erst bei hohen Temperaturen auf, denn die Samen keimen erst bei einer Bodentemperatur über 20 Grad. Einzige Möglichkeit ist das konsequente Ausstechen – bevor die Pflanzen Samen ansetzen. Aber gleich bedenken: es ist ein langwieriges Projekt, denn die Samen „schlummern“ jahrelang in der Erde. *** Mein Rasen ist eine „Berg- und Tal-Bahn“. Ich habe extrem starken Befall mit Wühlmäusen und vermutlich auch Maulwürfen. Letztere sind zwar nützlich, aber leider ist das Begehen des Rasens aufgrund der Unebenheiten fast nicht mehr möglich. Was raten Sie? Gegen Wühlmäuse empfehle ich Fallen. Unter dem Namen „Top-Cat“ gibt es sehr effiziente, die ohne Köder arbeiten. Maulwürfe stehen generell unter Schutz und können durch Geruch (Knoblauch, etc.) vertrieben werden. Bewährt hat sich gegen beide das Biomittel „Protect-M“, das drei Komponenten kombiniert und aufgesprüht wird. *** Kann ich jetzt noch einen neuen Rasen anlegen? Die Anlage hat sich nach dem Winter nicht mehr erholt und ist braun und unansehnlich. An sich kann man den Rasen vom Frühling bis zum Herbst anlegen, allerdings heißt es im Sommer verstärkt zu gießen. Ich würde die Fläche nicht neu anlegen, sondern stark wässern (oder einen Regen abwarten) dann vertikutieren, Kompost und Dünger auftragen und ev. punktuell nachsäen. Dann erholte sich die Anlage, die durch die langanhaltende Trockenheit geschädigt wurde. Der Pflanzenflüsterer und Biogärtner Karl Ploberger © Christoph Böhler Rosentaufe in der Votivkirche mit der Wiener Gesellschaft ... Fotos beigestellt Ploberger So wird in 10 Schritten der Rasen zum eigenen grünen Spielfeld Die neue getaufte „Habsburg“-Rose zeichnet ein zarter Duft, eine strahlendweiße kräftige Blüte und besondere Wuchskraft aus.

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