Das Kärnten - E-Book

DAS KÄRNTEN Klagenfurt/Klagenfurt Land/St. Veit/Glan Österreichische Post AG - RM GZ 19A041618 K - unabhängig Kaiser: „Klagenfurter Politik soll gemeinsam alle Probleme lösen“ Im Interview mit „Das Kärnten“ spricht der ehemalige SP-Landeshauptmann über seine neue Rolle als Polit-Pensionist und was er mit der gewonnen Freizeit machen will. S. 7 Hypo/Heta: „Ein großartiger Tag für Kärnten“ 10 Jahre nach Abwendung der unmittelbaren Insolvenzgefahr für das Land Kärnten durch die Hypo/Heta-Haftungen zieht das Land mit Unterstützung des Bundes einen endgültigen Schlussstrich unter die Causa. Nun werden konkrete Verhandlungen aufgenommen mit dem Ziel, dem Kärntner Ausgleichszahlungsfonds an den Bund zu übergeben. Im Gegenzug befreit der Bund Kärnten von Landesschulden in der Höhe von 450 Millionen Euro. „Ein großartiger Tag für Kärnten und ein lang ersehnter Abschluss für dieses gefährliche, ja existenzbedrohende Kapitel der jüngeren Landesgeschichte“, betonten Landeshauptmann Daniel Fellner, seine Stellvertreterin Gaby Schaunig und Landesvize Martin Gruber. Cordoba und der UNO-Sitz Manche Medien bezeichneten den Abstimmungssieg Österreichs über Deutschland für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat als „wahres Cordoba“. Was damit gemeint ist? Die österreichische Fußballnationalmannschaft schlug bei der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien während der brutalen Militärdiktatur den ewigen Erzrivalen Deutschland mit 3:2 und verhinderte damit einen neuerlichen WM-Titel für unser „liebes“ Nachbarland. Dieses internationale Kicker-Turnier fand in einem Land des Schreckens, der Folter und gezielter Tötungen von kritischen Regierungsgegnern statt. In einigen der großen Fußballstadien übertönte das Torgeheul jubelnder Massen die Schmerzensschreie jener Gefangenen, die in den Katakomben dieser Sportstätten grausam gequält worden sind. Seit dem argentinischen Cordoba gibt es auch den Spruch eines Sportreporters „I wer narrisch“ – natürlich wegen der zwei Hans-Krankl-Tore und dem Sieg gegen Fußball-Goliath Deutschland. Das „I wer narrisch“-Geschrei hatte man allerdings nicht wegen zahlreicher Verletzungen der Menschenrechte gehört. Es gab zwar „leise“ Diskussionen über ein Großereignis in einem totalitären Staat, dem diese WM außenpolitisches Prestige verlieh, aber das war‘s schon. Erst nach der Besetzung der als britisch geltenden Falkland-Inseln durch größenwahnsinnige Generäle versetzte Großbritannien 1982 der Militärregierung den Todesstoß. Derzeit grassiert wieder das „WM-Fieber“. Und Österreich wurde in den UN-Sicherheitsrat gewählt – nach Werbemaßnahmen von 20 Millionen Euro. Dort soll Österreich Menschen- und Völkerrechte überwachen. Hoffentlich nicht wie zu Cordobas Zeiten. -dg Justizwache: Ein Gnadenhof für ausgesetzte Tiere Häftlinge und Beamte betreuen in Rottenstein herrenlose Tiere. S. 9 Ausgabe Juni 2026 Gastrotipp des Monats: Edmond Berisha betreibt in Pörtschach das Restaurant „Little Italy“. S. 13 Die Turbulenzen bei der Austria Klagenfurt nehmen kein Ende. Ermittlungen gegen Hauptsponsor Kaltenegger laufen. S. 15 © Christian Berger © Justitzwache © AdobeStock/Roman ANZEIGE Foto: beigestellt/Little Italy ANGEBOTE siehe Seite 16 ST. VEIT TOPPHOTOVOLTAIK

das 2 KÄRNTEN AKTUELL IMPRESSUM: Die Agentur – Verlag – Heinz Knapp Herausgeber/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-kaernten.at Chef-Redakteur: Dr. Harald Raffer, h.raffer@das-kaernten.at Grafik: Daniel Knapp, d.knapp@das-kaernten.at Lektorat: Alfred Eichhorn Druck: CARINTHIA GmbH & Co KG Kolumnisten: Dr. Barbara Zink, Dompfarrer Dr. Peter Allmaier, Toni Polster Mag. Peter Weitzel, Dr. Günter Schmiedauer, Karl Ploberger Vertrieb: Österreichische Post AG, Villach Verlagsadresse/ Rechnungswesen: Die Agentur - Unabhängige Monatszeitung, Chorturmblick 1, 9020 Klagenfurt Offenlegung gem. § 25MedienG: Online: www.das-kaernten.at Bei Bezahlte Anzeigen, PR-Artikeln & namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 11.06.2026, 10:00 Uhr Schachern um Posten Geschätzte Leserinnen, verehrte Leser! Zunächst ein herzliches Danke für die vielen positiven Reaktionen auf die letzten beiden Ausgaben! „Das Kärnten“ (Ausgabe Mittelkärnten) berichtet als Monats-Postwurfzeitung unabhängig, parteifrei und sieht sich nur den Lesern gegenüber verpflichtet. Wobei wir schon beim ersten Thema wären – der von allen Parteien stets in Abrede gestellte, aber nach wie vor beliebte „Postenschacher“! Jüngstes Beispiel: Die Ernennung von Peter Turni als Bezirkshauptmann von Feldkirchen. Mag der 34-jährige Jurist ein durchaus fähiger Kopf sein, die Optik bleibt schief. Bei Turni handelt es sich nämlich um den ehemaligen Büroleiter von Alt-Landeshauptmann Peter Kaiser (SP). Aber in Kärnten ist es schon lange Tradition, dass ranghohe Mitarbeiter von Regierungsbüros mit Spitzenposten versorgt werden. Das reicht in die Sima- bzw. Wagner-Ära zurück, wo auch schon Mitarbeiter zu Bezirkshauptleuten mutierten. Freilich avancierten auch Zernatto (VP)-, Haider (FP/BZÖ)- und Dörfler-Vertraute in entsprechende Ämter. Noch eine Reihe von möglichen Versorgungsposten quer durch alle Parteien könnten genannt werden, z. B. Ämter in der Bildungsdirektion, in der Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft KABEG (wo ein Ex-SP-Landeshauptmann-Mitarbeiter Ende des Jahres in die Privatwirtschaft wechselt und der Neue laut FP angeblich schon feststand), in der Sicherheitsdirektion, im Landes-Bürgerservice, in den Landesgesellschaften, in der Nationalpark-Spitze, der Raumordnung, im Frauenbeauftragten-Büro oder der Gemeindeabteilung. Eine rote Stadträtin stieg nach ihrer kaum erwähnenswerten Polit-Karriere zur Patientenanwältin auf („zwischengeparkt“ als Aufsichtsrat bei der Messe, in der ihr ein SP-Tourismusexperte folgte). Wie gesagt – die Liste ist nicht vollständig! Man denke etwa an den ORF. Zuletzt wurde uns „Postenschacher“ durch die (nicht rechtskräftige) Verurteilung des zurückgetretenen VPBundes-Klubobmannes August Wöginger vor Augen geführt, der aus parteipolitischen Motiven einem VP-Bürgermeister einen Vorstandsjob im Finanzamt Braunau zugeschanzt haben soll. Wöginger bestritt das. Ein Wort der Entschuldigung blieb bisher aus. Unverschämte PVA-Gutachter Wie kürzlich bekannt wurde, sind PVA-Gutachter mit Unterlagen geschult worden, die nicht dem Stand der Wissenschaft entsprechen. Ein Skandal!!! Viele Kärnterinnen und Kärntner, die durch Krankheiten, Unfälle, geistige oder körperliche Behinderungen kaum mehr arbeiten können, wurden von gewissen Gutachtern, meist Medizinern im Solde der PVA, regelrecht „gequält“ – nämlich mit unverschämten Gutachten, die einem Amtsmissbrauch gleichen! So wurde einer schwerst behinderten Frau von einer Ärztin ausgerichtet, dass sie ja noch Briefe abstempeln könne. Bei einer Klagenfurter Pensionsansuchenden, die jahrzehnte selbst bei Ärzten gearbeitet hat und auf schwerste Operationen verweisen konnte, hatte eine junge PVA-Ärztin die Unterlagen gar nicht angesehen und die Frau wie eine lästige Bittstellerin behandelt. Hier gehört aufgeräumt. Ich will nicht behaupten, dass so mancher Mediziner, der kaum eine Praxis führen kann, sich in die PVA verirrt – das wäre falsch! Auch darf man Faulpelzen, die nicht arbeiten und dem Staat auf der Tasche liegen wollen, keine Frühpension durchgehen lassen. In Schulungen soll aber PVA-Medizinern beigebracht worden sein, wie man Sozialleistungen blockiert! Da bleibt einem die Spucke weg! Experten sprechen von fehlendem Fachwissen gewisser PVA-Untersucher, die Diagnosen ignorieren. Da zeigen sich erfahrene Mediziner schockiert. Wobei wir auch gleich bei der Österreichischen Gesundheitskasse sind – dort hat man manchmal den Eindruck, dass gewisse parteipolitisch motivierte Aktionen „von oben“ verordnet werden. Wer erinnert sich noch an die Aussage der damaligen Gesundheitsministerin Beate Klein-Hartinger (FP)? Sie meinte sogar: „Die beworbene Patientenmilliarde durch die Zusammenlegung mehrerer Kassen war nur ein MarketingGag …“ Wer kann da noch lachen? Alle sprechen von ihr, fürchten oder bewundern sie: Die „Künstliche Intelligenz“ (KI). Wird sie Jobs kosten oder neue Arbeitsplätze schaffen? Dabei ist künstliche Intelligenz längst im betrieblichen Alltag angekommen. Sie stärkt Kärnten als innovativen Standort. KI verändert Geschäftsmodelle, steigert Effizienz und eröffnet neue Möglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette – vom Kundenservice über Produktion bis hin zu Marketing und Verwaltung. Um im Wettbewerb zu bestehen, gilt es diese Technologien rasch und gezielt zu beherrschen und einzusetzen, 21 Prozent der Gesamtwirtschaft nutzt die KI aktiv, so die Wirtschaftskammer Kärnten. Besonders häufig kommt KI bei Recherchen, Textgenerierungen und Übersetzungen zum Einsatz. Das erinnert an die wunderbare Alltagsgeschichte im Erzählband „Die Frau im Kasten“ mit dem Titel „Der Schriftsteller“. Dabei geht es um einen erfolgreichen und mehrfach ausgezeichneten Literaten, der von seinem Verlagslektor als Schwindler überführt wird, weil seine großartigen Texte alle von der KI stammen. Der als Textdieb entlarvte und geschmähte Mann flieht ins Ausland und macht sich in Übersee erneut einen Namen als „literarische Entdeckung mit europäischen Wurzeln“. Der „Zeilen-Ganove“ hat wieder mit KI gearbeitet … EDITORIAL von Heinz Knapp FRIESSNEGGER AUTOHAUS GmbH St. Veit/Glan, Völkermarkter Straße 45, T 04212/5919, www.toyota-friessnegger.at T 04212/5919, www.toyota-friessnegger.at elektrisch präsentiert die aktuellen TOYOTA-HITS - kommen sie bei uns vorbei ... BEREIT FÜR ABENTEUER? ENTDECKE DEN bZ4X Touring Der Toyota bZ4X Touring ist der vollelektrische Familien-SUV mit dem Platz, der Reichweite und der Performance, um alles mitzumachen. Vielseitig konzipiert, fühlt er sich sowohl in der Stadt als auch draußen in der Natur zu Hause. Robust und zielgerichtet verkörpert der bZ4X Touring eine neue Generation von Familienautos – selbstbewusst vollelektrisch und bereit, Neues zu entdecken. Er verbindet die Stärke eines SUVs mit dem Stil und Platz eines Kombis und setzt so ein kraftvolles, fortschrittliches Design-Statement. GRENZENLOS LEISTUNGSSTARK Der bZ4X Touring verbindet grenzenlose Vielseitigkeit mit Toyotas legendärer Zuverlässigkeit. Dank Schnellladen und hoher Reichweite kommst du weiter als je zuvor. Robust, kraftvoll und bereit für jedes Abenteuer – der neue bZ4X Touring ist ein begeisternder Ausdruck selbstbewusster, vollelektrischer Performance. OB ALS HYBRID ODER PLUG-IN-HYBRID – DER NEUE RAV4 BIETET ALLES WAS DU BRAUCHST DER SUV FÜR ALLES Effizient und mühelos unterwegs: Der Toyota RAV4 überzeugt mit seinem leistungsstarken Antrieb – wahlweise mit Vorderradantrieb oder Allradantrieb für jedes Terrain. Ganz gleich, wofür du dich entscheidest, du erlebst eine perfekte Mischung aus Power, Effizienz und sicherem Handling. KRAFT TRIFFT EFFIZIENZ Der Toyota RAV4 gibt dir die Wahl. Basierend auf Toyotas Hybridtechnologie der nächsten Generation ist der selbstladende RAV4 Hybrid besonders alltagstauglich und unkompliziert. Der RAV4 Plug-in Hybrid ist die konsequente Verbindung aus Vielseitigkeit und Leistung – mit bis zu 304 PS, beeindruckender Beschleunigung und einer rein elektrischen Reichweite von bis zu 137 km. www.das-kaernten.at ANZEIGE

das KÄRNTEN AKTUELL 3 Kommunaler Sozialwohnbau Bei den vergangenen Gemeinderatswahlen hat die KPÖ in der Städten Graz und Salzburg vor allem auf das Thema Wohnen gesetzt. Auch in Innsbruck hatte die KPÖ einen Achtungserfolg mit diesem Thema zu verzeichnen. Anscheinend brennt dieses Thema den Menschen in den Kommunen unter ihren Fingernägeln. Könnte dieses Thema auch bei der kommenden Gemeinderatswahl in Klagenfurt zum entscheidenden Faktor für einen Erfolg werden? Blicken wir rund fünfzig Jahre zurück. Damals wurde der kommunale Sozialwohnbau der Stadt Klagenfurt eingestellt. Die damalige SPÖ-geführte Stadtregierung meinte, dass dafür ohnehin kein Bedarf mehr bestehen würde. Wohnbau wurde den vor allem den gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften sowie privaten Immobilienentwicklern überlassen. Unter dem ÖVP-Bürgermeister Harald Scheucher wurde anlässlich der EURO 2008 ein weitere Verschlechterung bei den gemeindeeigenen Sozialwohnanlagen beschlossen. Aus Ermangelung von Finanzmitteln hat man die noch bestehenden Wohnungen in eine eigene Gesellschaft ausgelagert, um dann am Kreditmarkt Geldmittel für den Drittelanteil der Stadt für den Stadionbau aufzutreiben. Die Stadt war damals schon knapp bei Kasse und die Banken wollten Sicherheiten. Interessantes Detail am Rande, damals konnte man allerdings nur die Hälfte der Wohnungen belehnen, weil die andere Hälfte noch mit der Wohnbauförderung des Landes belastet war. Jetzt hat der SPÖ-Vizebürgermeister Ronald Rabitsch das Thema soziales Wohnen aufgegriffen und hat überraschenderweise zumindest schon bei seinem FSB-Vizebürgermeisterkollegen Jonke Unterstützung bekommen. Grüne und FPÖ überlegen noch und wie zu erwarten, vertreten ÖVP und Neos eher die Immobilienlobby. Allerdings soll nicht die Stadt selbst, obwohl Gemeinnützigkeit gegeben wäre, neue Wohnungen bauen, sondern dafür soll eine eigene Gesellschaft gegründet werden. Auch hier ist die klamme Finanzlage der Stadt Grund für diese Entscheidung. Eines ist aber klar. Die Stadt braucht wieder einen kommunalen Sozialwohnbau, weil die Genossenschaften mit ihren mittlerweile horrenden Grund- und Baukostenzuschüssen vielen Menschen günstige Wohnungen mit einer großen Hürde versperren. Von den privaten Trägern brauchen wir ohnehin nicht reden. Damit könnte ein historischer Fehler wieder korrigiert werden. Nur mit der Konkurrenz von günstigen Sozialwohnungen werden die Genossenschaften und privaten Bauträger ebenfalls zur Vernunft gebracht. G. Nischelwitzer, MBA, war Obmann der Zentralpersonalvertretung der Landesregierung Genau betrachtet Von Gernot Nischelwitzer Neue Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Gutes tun und Blut spenden gehen Kärntner Messen mit Rekordjahr 2025 Kürzlich fand die Angelobung von sieben Steuerberaterinnen und Steuerberatern sowie drei Wirtschaftsprüferinnen im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung statt. Für diese Leistung gratulierte Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig. Zu den frisch angelobten und geehrten Steuerberaterinnen und Steuerberatern zählen: Kajetan Felderer aus Wien, Sabrina Marktl aus Ruden, Philipp Michitsch aus Förderlach, Nina Pipp aus Paternion, Lisa Prodinger aus Predlitz, Markus Pulsinger aus Wolfsberg-Priel und Bernhard Staudacher aus Wien. Geehrt wurden zudem die drei kürzlich bestellten Wirtschaftsprüferinnen Paula Aichwalder aus Klagenfurt, Julia Florian aus Ferlach und Sandra Sarić aus Feistritz/Gail. Eine gute Tat ist oft schnell vollbracht. Das Österreichische Rote Kreuz Kärnten ruft zur Blutspendeaktion auf: Im Juli gibt es wieder an mehreren Tagen die Möglichkeit, an unterschiedlichen Orten Blut zu spenden. Do., 2. Juli, 10 bis 18 Uhr ÖAMTC Stützpunkt, Alois Schader Straße 11 Freitag, 3. Juli, 10 bis 20 Uhr Interspar Klagenfurt, Durchlaßstraße 4 Dienstag, 7. Juli, 7:30 bis 20 Uhr Rotes Kreuz Blutspendezentrale Do., 9. Juli, 10 bis 18 Uhr SPÖ Kärnten, Lidmanskyg 15 Montag, 27. Juli, 10 bis 18 Uhr Neuer Platz Klagenfurt Prinzipiell dürfen alle Personen zwischen 18 und 70 Jahren Blut spenden, vorausgesetzt, sie sind fit und gesund. Zur Blutspende muss ein amtlicher Lichtbildausweis mitgenommen werden. Vor der Spende sollte man ausreichend essen und trinken. Die Dauer einer Blutspende samt Ausfüllen des Fragebogens, medizinischem Check und einer kleinen anschließenden Ruhepause beträgt zwischen 30 und 45 Minuten. Pro Jahr dürfen Männer vier Mal Blut spenden. Frauen, intergeschlechtliche und diverse Personen, Personen mit offener oder keiner Geschlechtsangabe bis zu drei Mal im Jahr. Zwischen zwei Vollblutspenden sollte ein Abstand von acht Wochen liegen. Die Kärntner Messen blicken auf eines der erfolgreichsten Geschäftsjahre ihrer Geschichte zurück. Mit einer Betriebsleistung von mehr als neun Millionen Euro wurde 2025 erstmals in einem NichtHolzmesse-Jahr diese Marke überschritten. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für das neue Congress Center Klagenfurt auf Hochtouren – ein Projekt, das weit über die Stadtgrenzen hinaus Impulse für Wirtschaft, Tourismus und den gesamten Lebensraum Kärnten setzen soll. „2025 war ein Spitzenjahr für die Kärntner Messen. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist es alles andere als selbstverständlich, eine Betriebsleistung von über neun Millionen Euro zu erzielen und dabei ohne operative Zuschüsse auszukommen“, so Kärntner-Messen-Aufsichtsratsvorsitzender Harald Kogler ANZEIGE ANZEIGE © LPD Kärnten/Wajand © HOLLY KELLNER, Österreichisches Rotes Kreuz

das 4 KÄRNTEN AKTUELL Wenn der Geschenkskorb verschwindet … Der Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider (FSP) wird nicht müde, eine Verkleinerung des Stadtsenats zu fordern – auf fünf Mitglieder. Zudem soll auch der gesamte 45-köpfige Gemeinderat der Lindwurmstadt „schrumpfen“ und künftig auf zehn Räte „verzichten“. Schließlich hätte das „enormes Einsparungspotential“. Die Forderung ist nicht neu und wird von Zeit zu Zeit von diversen Politikern erhoben. Motto: „Schaut hier, wir sparen! Wir sind doch echte Vorbilder!“ Wobei grundsätzlich nichts gegen eine Verschlankung der Volksvertretungen spricht und der Spargedanke durchaus etwas für sich hat, auch wenn das Land dieses Vorhaben derzeit ablehnt. Vermutlich weiß man noch nicht, welche Parteien nach der nächsten Wahl in rund neun Monaten an Stärke gewinnen und welche aus den Gremien fliegen wird. Nach wie vor lässt sich Scheider nicht in die Karten blicken, ob er erneut bei der Direkt-Wahl zum Stadtoberhaupt antritt oder nicht. Sein damaliger Wahlhelfer Patrick Jonke steht zwar bei der FSP schon aufgeregt in den Startlöchern, eine „g‘mate Wiesn“ ist das aber für den umtriebigen Vizebürgermeister, Autowäscher und NeoGastronom noch lange nicht. Für ein neuerliches Antreten von Haiders Ex-Tennislehrer Scheider spricht, dass seine derzeitigen politischen Konkurrenten nicht als „Polit-Kapazunder“ bezeichnet werden können. Bei der Klagenfurter SP tauchen ständig neue Namen für einen mögliche Spitzenkandidaten bei der Gemeinderatswahl 2027 auf – zuletzt wurde an der Gerüchtebörse erneut Landessportdirektor Arno Arthofer ins Spiel gebracht. Der gut vernetzte und sympathische Regierungsbeamte könnte durchaus punkten. Schon vor Jahren hat man übrigens dieses Amt optisch aufgewertet – aus der Bezeichnung Landessportsekretär wurde ein „Herr Direktor“. Das gilt übrigens auch für die Clubsekretäre. Wenn es nach SP-Vizebürgermeister Ronald Rabitsch geht, ist er der „Richtige“ für den geplanten Sturm auf den Bürgermeistersessel. Kritiker aus dem eigenen Lager meinen allerdings, dass dem lieben „Ron“ schon jetzt die Politik-Schuhe zu groß sind. SP-Stadträtin Constance Mochar wurde zuletzt wegen des ausgebliebenen Budgets kritisiert. Diese verweist deshalb auf „politische Streitereien“. Dazu kommen Diskussionen über die künftige Höhe der Clubförderungen. Mittlerweile kursiert in der Landeshauptstadt der Witz, dass Stadtoberhaupt Scheider betagten Bürgern zum runden Geburtstag nur mehr einen Plastik-Geschenkskorb für ein gemeinsames Foto überreicht und aus Sparsamkeitsgründen das gute Stück wieder mitnimmt. SPStadtrat Franz Petritz trat zuletzt bei diversen Veranstaltungen souverän auf und setzte sich für „seinen“ Kulturbereich ein. Und wie sieht es bei der VP aus? Dort kämpft gerade Stadtrat Julian Geier mit diversen Aktionen um bessere Bekanntheitswerte, etwa auf Plakatwänden. Ob sich das in nächster Zeit ausgeht? Und ob er damit den Vogel abschießt? Auch bei der FP steht noch nicht fest, wer letztlich bei der Wahl in den Ring steigen soll. Sandra Wassermann möchte wohl gerne, aber Insider tippen auf Ex-LandesChef NR Gernot Darmann. Pink und Grün spielen derzeit kaum eine Rolle. Nach wie vor herrscht auch Rätselraten darüber, warum die sympathische Gemeinderätin Daniela Blank den SP-Klub verlassen hat und von Markus Clancnik ersetzt wird. Gerüchten zufolge gab es „Unstimmigkeiten“ mit „ihrer“ Partei. Der Helm „brennt“ In den Reihen der Klagenfurter Florianjünger „brennt“ der Helm! Dabei meinte kürzlich Berufsfeuerwehrkommandant Herbert Schifferl treuherzig in einem Interview, dass es doch keinen Streit mit den engagierten Freiwilligen gäbe. Ein Kommandant als Realitätsverweigerer? Wie man von langjährigen Mitgliedern der zehn Klagenfurter Freiwilligen Feuerwehren hören kann, fühlen sich diese nach wie vor in kein umsetzbares Gesamtkonzept eingebunden. Mit anderen Worten: Der seit Monaten schwellende Konflikt zwischen diesen wichtigen Einsatzorganisationen wurde keinesfalls beigelegt. Zur Erinnerung: Herr Schifferl hat die Ausschreibung für das BF-Kommandantenamt gewonnen, ohne die dafür notwendige Offiziersausbildung abgeschlossen zu haben. Er durfte sie „nebenbei“ nachmachen und hat rund 50.000 Euro an Überstunden verrechnet. Das ist, wie ein Insider meint, wie bei einem Bewerber, der ein Richteramt erhält, aber erst mit dem Jusstudium begonnen hat. Bald rückt der Rechnungshof zu einem „Sondereinsatz“ aus – und wird die Schlauchträger prüfen. Ein Vergeich zwischen dem Spittaler Ex-SP-Mandatar, Ex-Stronach-Mann, Energetiker, Bürgermeister und Team-Kärnten-Chef Gerhard Köfer und ÖGB-Chef Rene Willegger regt auf. Es geht um Anwalts- und Gerichtskosten von rund 20.000 Euro, die wohl nicht aus der Privattasche Willeggers gezahlt werden. Vermutlich müssen Gewerkschaftsmitglieder für diese öffentlichen Streiterein aufkommen. Willegger hatte Köfer Vorwürfe wegen einer angeblichen Beeinflussung einer Gewerkschaftswahl in Spittal gemacht. Der Lieserstädter Bürgermeister und Ex-Gendarm „schoss“ daraufhin ordentlich zurück. So dürfen sich Gewerkschaftsmitglieder freuen, wenn ihre Beiträge für „Hahnenkämpfe“ herangezogen werden. Die SP Kärnten hat sich Kommunikationsprofi Matthias Euler-Roller als Berater geholt, der laut „Kleine Zeitung“ kein „roter Polit-SpinDoktor“ sein will. Zu den Kosten möchte die SP aus vertraglichen Gründen keine Auskunft geben. Aber haben beitragszahlende SP-Mitglieder nicht ein Recht auf diese Information? Im Zeitraffer Von Harald Raffer Derzeit erleben wir wieder einmal eine Debatte um die Erhöhung der Parteienförderung. Treibende Kraft dabei ist die ÖVP. Das überrascht wenig. Geht der Kanzlerpartei doch langsam das Geld aus. Genau deswegen war es die ÖVP, die dieses Thema zur Sprache gebracht hat. Der darauf folgende Aufschrei war groß. Es hagelte Kritik. Schließlich ist der öffentliche Druck auf die ÖVP offenbar zu groß geworden. Die Erhöhung der Parteienförderung wurde einen Tag vor der Budgetrede des Finanzministers nun doch abgesagt. Bundeskanzler Stocker hat in letzter Sekunde die Reißleine gezogen. Der Imageschaden jedoch bleibt. Die Parteienfinanzierung in Österreich setzt sich aus mehreren Töpfen zusammen: Bundesparteienförderung, Klubförderung für die Parlamentsfraktionen, Förderungen für Parteiakademien sowie Förderungen der Länder und Gemeinden. Allein auf Bundesebene erhalten die Parlamentsparteien 2026 rund 79,8 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Parteienförderung, die Förderung der Parteiakademien und die Klubförderung. Die größten Empfänger sind die FPÖ mit rund 22,3 Millionen Euro, die ÖVP mit 20,9 Millionen Euro und die SPÖ mit 17,7 Millionen Euro. Die eigentliche Bundes-Parteienförderung wird nach einer gesetzlichen Formel berechnet: Die Zahl der Wahlberechtigten zum Nationalrat wird mit 4,60 Euro pro Person multipliziert. Ein Teil wird als Grundbetrag an die im Nationalrat vertretenen Parteien ausgeschüttet, der Rest nach dem Stimmenanteil bei der letzten Nationalratswahl verteilt. Rechnet man die Förderungen von Bund, Ländern, Landtagsklubs, Parlamentsklubs und Parteiakademien zusammen, erhalten die Parteien in Österreich jährlich deutlich mehr als 250 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln. Für 2024 wurde ein Gesamtvolumen von rund 273 Millionen Euro ausgewiesen ... Österreich zählt damit seit Jahren zu den Ländern mit einer der höchsten staatlichen Parteienförderungen Europas. Die Befürworter argumentieren, dass dadurch die Abhängigkeit von Großspendern reduziert wird. Kritiker sehen darin eine übermäßige Belastung für die Steuerzahler und bemängeln, dass die Parteien dadurch weniger auf Mitgliederbeiträge angewiesen sind. Die Verschiebung erklärt sich daraus, dass die Parteienförderung vom Stimmenanteil abhängt, während Klub- und Akademieförderungen stark von der Mandatszahl beeinflusst werden. Die FPÖ konnte ihren Stimmenanteil bei der Nationalratswahl massiv steigern und erhielt dadurch fast acht Millionen Euro mehr pro Jahr. Die ÖVP verlor als ehemaliger Wahlsieger fast sechs Millionen Euro. Die Grünen büßten ebenfalls rund drei Millionen Euro ein. SPÖ und Neos legten nur leicht zu. Bemerkenswert ist, dass die FPÖ vor der Wahl nur die drittgrößte Fördersumme erhielt und mittlerweile die größte Empfängerin von Bundesmitteln ist. Die ÖVP verlor ihre langjährige Spitzenposition. Berücksichtigt man zusätzlich die Förderungen der Länder, Landtagsklubs und Parteiakademien, fließen insgesamt mehr als 270 Millionen Euro jährlich an Parteien und deren Organisationen. Die Nationalratswahl hat daher nicht nur die politischen Kräfteverhältnisse, sondern auch die Verteilung eines beträchtlichen öffentlichen Finanzvolumens neu geordnet. Zu Ungunsten der ÖVP. Das tut freilich weh, unterhält die ÖVP doch einen riesigen Parteiapparat, der finanziert werden will. Kein Wunder also, dass ausgerechnet die ÖVP massiv auf eine Erhöhung gedrängt hat. Genau hier dürfte der eigentliche Hintergrund der aktuellen Diskussion liegen. Denn die Forderung nach einer höheren Parteienförderung wäre wohl ausgeblieben, hätte die ÖVP ihre bisherige finanzielle Ausstattung behalten. Während die FPÖ von der bestehenden gesetzlichen Regelung profitiert, weil sie bei der Wahl deutlich zulegen konnte, kämpft die Volkspartei nun mit deutlich geringeren Einnahmen. Eine allgemeine Erhöhung der Parteienförderung würde diesen Verlust zumindest teilweise kompensieren. Offiziell wird dieser Zusammenhang freilich nicht hergestellt. Doch die zeitliche Nähe zwischen dem millionenschweren Förderverlust der ÖVP und der nun diskutierten Anhebung der Parteienförderung lässt Spekulationen über die tatsächlichen Motive zu. Der Eindruck, dass die Steuerzahler jene Verluste ausgleichen sollen, die die Volkspartei an der Wahlurne erlitten hat, lässt sich nicht so leicht vom Tisch wischen. Wenn die Regierung von den Bürgern Sparsamkeit verlangt, gleichzeitig aber zusätzliche Mittel für die eigenen Parteiapparate diskutiert, entsteht ein offensichtlicher Widerspruch. Denn während an zahlreichen Stellen gespart werden soll, wirkt die Vorstellung zusätzlicher Millionen für Parteizentralen wie eine politische Prioritätensetzung, die nur schwer zu vermitteln ist. ÖVP & SPÖ: Trotz Sparbudget für höhere Parteienförderung Derzeit erleben wir wieder einmal eine Debatte um die schon ohnehin hohe Parteienförderung. Dies sorgt für Unverständnis. Partei Förderung 2024 Förderung Veränderung nach der Wahl (2025) FPÖ 13,6 Mio. € 21,4 Mio. € +7,8 Mio. € ÖVP 26,4 Mio. € 20,3 Mio. € –6,0 Mio. € SPÖ 17,0 Mio. € 17,25 Mio. € +0,25 Mio. € Grüne 12,3 Mio. € 9,23 Mio. € –3,1 Mio. € Neos 8,6 Mio. € 9,38 Mio. € +0,9 Mio. €

das KÄRNTEN AKTUELL 5 Quallenalarm an der oberen Adria! Seit Wochen „überschwemmen“ diese Meerestiere die Küsten von Rovinj, Triest, Grado, Lignano, Bibione, Caorle und Jeselo. Experten warnen vor diesen Geschöpfen (weiße gelten als harmlos jedoch führt die rote Qualle, bei Berührung zu Verbrennungen der Haut). Ein Tourismusexperte: „Es ist völlig ungewöhnlich, dass die Quallen in dieser Menge auftreten – das gleicht einer Invasion. Die Urlauber meiden die betroffenen Strände oder gehen kaum ins Wasser ... “ Das Vorkommen dieser Tiere ist schwer vorhersagbar. Sofortmaßnahmen Mit Meerwasser abspülen, Essig verwenden, Tentakel vorsichtig entfernen, kein Süßwasser oder Alkohol zur Anwendung bringen. Wenn nach einem Stich Kreislaufprobleme, Atemnot oder allergische Reaktionen auftreten, soll man sofort einen Arzt aufsuchen. Abnehmen mit Spritze – ein Hype mit Nebenwirkungen Tik-Tok, Instagram, Facebook und andere Social Media Kanäle begleiten uns nicht nur im täglichen Leben, sie beeinflussen zunehmend auch, wie wir unseren Körper sehen. Was früher Diät, Sportprogramm oder Ernährungsumstellung hieß, wird heute oft als schnelle Lösung präsentiert: eine Spritze, ein sichtbarer Gewichtsverlust und ein neues Lebensgefühl. Doch gerade bei der sogenannten „Abnehmspritze“ zeigt sich sehr deutlich: Medizin ist kein Lifestyle-Produkt. Abnehmspritzen können ein wertvolles medizinisches Hilfsmittel sein – sie ersetzen aber niemals eine gesunde Ernährung, Bewegung und fachliche Begleitung. Präperate wie Ozempic®, Wegovy® oder Mounjaro® greifen in den Stoffwechsel ein. Sie senken den Blutzuckerspiegel, das Hungergefühl wird reduziert das Sättigungsgefühl verlängert – dadurch wirken sie unterstützend bei einer Gewichtsreduktion. Sie sind jedoch nur für eine bestimmte Patientengruppe medizinisch sinnvoll – Patienten, die an Diabetes Typ II oder Adipositas leiden. Die europäische Zulassung beschreibt diese Medikamente ausdrücklich als Ergänzung zu kalorienreduzierter Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität – nicht als Ersatz dafür. Problematisch wird es dort, wo aus einer medizinischen Behandlung ein Trend wird. In sozialen Medien wird häufig nur das Ergebnis gezeigt: weniger Kilos, schmaleres Gesicht, neue Kleidung. Was meist nicht gezeigt wird, sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Appetitverlust, Kreislaufprobleme oder die Unsicherheit, was nach dem Absetzen passiert. Auch Behörden weisen darauf hin, dass GLP-1-Medikamente Nebenwirkungen verursachen können und nur unter medizinischer Begleitung angewendet werden sollen. Besonders gefährlich ist die Anwendung ohne ärztliche Kontrolle. Wer sich Medikamente über dubiose Internetseiten, Social Media Kontakte oder private Quellen besorgt, weiß nicht sicher, was tatsächlich enthalten ist. In Österreich und der EU wurde bereits vor gefälschten GLP-1-Präparaten gewarnt. Diese illegal erworbenen Arzneimittel erfüllen nicht die erforderlichen Standards für Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit. „Es gibt keine Abkürzung ohne Verantwortung. Eine Spritze kann den Appetit verändern, aber sie lernt niemandem, wie man sich langfristig ernährt. Genau hier liegt ein großes Risiko: Wer während der Behandlung einfach nur weniger isst, aber nicht ausgewogener, verliert nicht nur Fett, sondern möglicherweise auch Muskelmasse, Energie und wichtige Nährstoffe.“ Um langfristig etwas zu verändern, muss man auch auf vermehrte Bewegung setzen. Dies ist vor allem wichtig für den Erhalt der Muskulatur, der Stabilisierung des Stoffwechsels, der Herz-KreislaufGesundheit und dem eigenen Körpergefühl. Wer abnimmt, ohne Muskulatur zu erhalten, riskiert, zwar leichter, aber nicht gesünder zu werden. Eine begleitete Kombination aus Ernährung, Krafttraining, Alltagsbewegung und realistischen Zielen ist daher kein Zusatzprogramm – sie ist die eigentliche Grundlage. Die Behandlung endet nicht mit der letzten Injektion. Wenn nach Monaten der Appetit wieder zunimmt, alte Gewohnheiten aber unverändert geblieben sind, ist eine erneute Gewichtszunahme wahrscheinlich. Die Spritze kann ein Startpunkt sein, aber sie darf nicht der einzige Plan sein. Wer diesen Weg geht, neue Routinen aufbaut und ein gesundes Körperbild entwickelt, der wird am Ende dennoch mit dem Thema von zu viel Haut an vielen Körperstellen konfrontiert. Fachärzte der Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Medizin sind dann die richtigen Anlaufstellen. Wir helfen Patienten, das neue Körpergefühl mit hautstraffenden Maßnahmen abzurunden und unterstützen den Patienten dabei, sich in seinem neuen Körper rundum wohl zu fühlen. Daher braucht jede Behandlung eine ehrliche Beratung. Nicht jede Person mit ein paar Kilos zu viel braucht ein Medikament. Nicht jeder Wunsch nach Gewichtsverlust ist automatisch medizinisch sinnvoll. Abnehmspritzen sind kein Schönheitsfilter für den Körper. Sie sind ein medizinisches Werkzeug. Richtig eingesetzt, können sie für ausgewählte Patienten eine sinnvolle Unterstützung sein. Falsch eingesetzt, können sie falsche Erwartungen, Nebenwirkungen, Mangelernährung und gefährliche Selbstmedikation fördern. Deshalb gilt: keine Anwendung ohne ärztliche Begleitung, keine Medikamente aus unsicheren Quellen und keine Gewichtsabnahme ohne Ernährungs- und Bewegungsstrategie. Nachhaltiges Abnehmen beginnt nicht mit der Spritze, sondern mit einem Plan. Die Spritze kann diesen Plan unterstützen – ersetzen kann sie ihn nicht. Univ. Doz. Dr. Barbara Zink ist Fachärztin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie in Klagenfurt Auf den ersten Blick Von Dr. Barbara Zink ANZEIGE © Patrick Connor Klopf Quallenalarm an der oberen Adria AUSGEZEICHNET BEREITS ZUM 9. MAL: 200x272_Sujet_Maerzen_DLG2026_Produktqualität.pdf 1 28.04.2026 08:39:42 © DAS KÄRNTEN

das 6 KÄRNTEN AKTUELL Mehr Zwangseinweisungen in Kinderpsychiatrien Mehr als 1.300 Kinder und Jugendliche wurden im Vorjahr zwangsweise in psychiatrische Einrichtungen aufgenommen. Fast drei Viertel davon waren Mädchen. Fachleute warnen vor einer alarmierenden Entwicklung: Während die Zahl der Aufenthalte steigt, sinkt die Aufenthaltsdauer. Oft müssten Betroffene bereits nach ein bis zwei Tagen entlassen werden, weil Betten fehlen. Mehr Verkehrstote & verletzte Kinder im Straßenverkehr Im Vorjahr kamen 403 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben – um 15 Prozent mehr als im Jahr davor. Besonders auffällig ist laut Statistik Austria die steigende Zahl verletzter Kinder. Mehr als 3.500 Kinder wurden verletzt, acht starben – der höchste Wert seit 18 Jahren. Als Ursache werden unter anderem mehr Unfälle mit E-Scootern & E-Bikes genannt. Strenge Regeln im Ausland Der ÖAMTC warnt: Wer mit dem Auto oder Motorrad ins Ausland reist, sollte sich vorab genau über die jeweiligen Verkehrsgesetze informieren. Verstöße werden in vielen Ländern deutlich härter geahndet als in Österreich. Mitunter drohen hohe Geldstrafen, Fahrzeugbeschlagnahmungen oder sogar Haftstrafen. Besonders streng seien viele Länder beim Thema Alkohol am Steuer. In Italien kann etwa das Auto beschlagnahmt werden, wenn Lenker mit mehr als 1,5 Promille unterwegs sind. In Spanien droht bei 1,2 Promille sogar eine Haftstrafe von bis zu drei Monaten. Geburtenrate weiter rückläufig Die Geburtenrate in Österreich dürfte weiter zurückgehen. Laut dem „Geburtenbarometer“ der Akademie der Wissenschaften wurden im Vorjahr rund 75.700 Kinder geboren, nach 77.000 im Jahr davor. Zudem bleiben immer mehr Frauen kinderlos. Sorgen über Klimawandel, hohe Lebenshaltungskosten und die Corona-Pandemie dürften dazu beitragen. Haushaltseinkommen steigt – Armutsgefährdung aber auch Privathaushalte in Österreich verfügten laut aktueller Statistik im Durchschnitt über 61.152 Euro Haushaltseinkommen pro Jahr. Dieses Einkommen ist zwar gestiegen, allerdings nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen. Im Vorjahr waren 1.686.000 Millionen Menschen in Österreich armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Das entspricht 18,6 Prozent der Bevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutlicher Anstieg. Als gefährdet gilt, wer stark benachteiligt ist, unter der Armutsgrenze lebt oder nur gering am Erwerbsleben teilnimmt. Mehr Tote durch Lkw-Unfälle Die Zahl der tödlichen Lkw-Unfälle ist im Vorjahr deutlich gestiegen. 73 Menschen kamen bei Lkw-Unfällen ums Leben, 31 mehr als im Jahr 2024, wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Statistik Austria mitteilte. Das sei der höchste Wert seit dem Jahr 2016. Der VCÖ fordert daher ein LkwÜberholverbot in Städten zu reduzieren. Zudem schlägt der VCÖ mehr Kontrollen und eine verpflichtende Ausrüstung von Lkws mit AbbiegeAssistenten vor. 90 Prozent kaufen online ein Neun von zehn Österreicherinnen und Österreichern kaufen laut dem Nexi Payment Report online ein. Für 65 Prozent ist das Smartphone mittlerweile das wichtigste Gerät beim Online-Shopping. Für die Studie wurden rund 23.000 Menschen in elf europäischen Ländern befragt, darunter mehr als 2.500 in Österreich. Viele Verletzungen beim Grillen Jährlich erleiden rund 800 Menschen in Österreich schwere Verbrennungen beim Grillen – in den letzten zehn Jahren verdoppelte sich die Zahl der Brandopfer. Experten raten zu Vorsicht und richtiger Ausrüstung. Der falsche Umgang mit Brandbeschleunigern erhöht die Verletzungsgefahr erheblich. Besonders gefährdet seien auch Kinder, die in der Nähe des Grills spielen, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Geraten wird auch zu einem Kübel Wasser oder einer Löschdecke in Grillernähe. Mehr Stammzellenspender Erstmals sind 4 Prozent der heimischen Bevölkerung als potenzielle Stammzellenspender registriert. Das teilte der Verein „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ mit. Für 10 Prozent der jährlich rund 400 Betroffenen in Österreich werden jedoch noch immer keine passenden Spender gefunden. Die Typisierungsrate stieg zuletzt von 3,2 Prozent 2024 auf 3,6 Prozent im Vorjahr. „Dass wir heute die 4-Prozent-Marke erreicht haben, ist das Ergebnis von vielen engagierten Menschen“, heißt es von dem Verein. Typisieren lassen sich Menschen zwischen 16 und 45 Jahren mittels Wangenabstrich. Sterbeverfügung unbefristet Bisher nur ein Jahr gültige Sterbeverfügungen für Menschen, die unheilbar krank sind und unter schweren Leiden, gelten ab nun unbefristet. Der Verfassungsgerichtshof hatte die zeitlich beschränkte Gültigkeit als verfassungswidrig eingestuft. Weil es die Regierung versäumt hat, rechtzeitig ein neues Gesetz zu beschließen, gelten Sterbeverfügungen jetzt unbefristet. Geht es nach dem SPÖ-geführten Justizministerium soll das jedoch nicht bleiben. Gültige Sterbeverfügungen sollen demnach künftig vereinfacht verlängert werden können. Ein entsprechender Gesetzentwurf werde koordiniert. Prostatakrebs: Neue OP-Methode Am Wiener AKH wird eine neue OP-Methode bei Prostatakrebs angewendet. Dabei steht nicht mehr automatisch die Entfernung der Prostata im Mittelpunkt, „sondern die präzise robotische Behandlung des Tumors bei bestmöglichem Erhalt von Lebensqualität, Kontinenz und Sexualfunktion“, so die MedUni. Es ist das erste Spitalszentrum mit dieser Technik außerhalb der USA. Möglich wurde dies dank der durch mehrere Fortschritte der vergangenen Jahre. 5.600 Prostatakrebsfälle mit rund 7.500 Diagnosen im Jahr sind die häufigste Krebserkrankung in Österreich. Melanom: Impfstoff entwickelt In Österreich erkranken jedes Jahr etwa 2.000 Menschen an einem Melanom, rund 400 Personen sterben jährlich an den Folgen dieser Hautkrebsform. Ein neuer Ansatz in der Therapie soll nun dafür sorgen, das Überleben der Betroffenen zu verlängern, berichtet der ORF. Es handelt sich um eine personalisierte mRNA-Impfung, die ergänzend zu bestehenden Immuntherapien verabreicht werden soll. Laut Studien sinkt das Risiko für einen Rückfall um fast 50 Prozent und für das Auftreten von Fernmetastasen um fast 60 Prozent. Krebsforscherin Maria Sibilia rechnet mit einer baldigen Zulassung. Mehr Organtransplantationen Im Vorjahr sind in Österreich 733 Organtransplantationen durchgeführt worden, um 15 Prozent mehr als 2024, berichtet Ö3. International liegt Österreich damit im Mittelfeld. Ende 2025 warteten 725 Menschen auf ein Organ. Am dringendsten gebraucht wurden Nieren, gefolgt von Herzen, Lungen und Lebern. Für viele kranke Menschen sei eine Organspende oft die einzige Überlebenschance, betont die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin. 15-Jährige: hoher Nikotin-Konsum Die Österreichische Krebshilfe warnte am WeltNichtraucher-Tag (31. 5.) vor neuen Formen der Nikotinsucht – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Der Nikotinkonsum der 15-Jährigen in Österreich steigt seit 2019 wieder an. Obwohl dieselbe Altersgruppe viel weniger klassische Zigaretten raucht. Neue Produkte wie Nikotinbeutel, Vapes und Tabakerhitzer überkompensieren den Rückgang beim klassischen Rauchen, so die Krebshilfe. Sie fordert ein Verbot von Nikotinbeuteln. Immer weniger Friseur-Lehrlinge Friseurinnen und Friseure schlagen Alarm: In Österreich werden derzeit rund 2.200 Lehrlinge ausgebildet. Vor 15 Jahren waren es noch um die Hälfte mehr, berichtet Ö3. Als Grund nennt die Branche zu wenige Ausbildungsbetriebe. Viele Betriebe seien Ein-Personen-Unternehmen. Die Friseurvertretung in der Wirtschaftskammer fordert eine Halbierung der Umsatzsteuer auf 10 Prozent, damit mehr Geld für Löhne frei werde. Auch die Lehrlingsförderung müsse an die Inflation angepasst werden. 131 Millionen sahen ESC 131 Mio. Menschen haben heuer am Bildschirm den 70. Eurovision Song Contest von Wien verfolgt – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (146 Mio.). Grund dafür war allen voran der Boykott einiger Länder wegen der Teilnahme Israels. Insgesamt stimmten laut EBU Fans aus 148 Ländern – mehr als im Vorjahr – über die Songs ab. Außerhalb der 36 Teilnehmerländer voteten Menschen beispielsweise aus den USA, Kanada oder der Türkei am meisten. Neue Bezahloptionen bei PayPal Der Online-Finanzdienstleister PayPal bietet in Österreich neue Bezahlmodelle an. Die mehr als 2 Millionen Kundinnen und Kunden in Österreich können neben der Sofortzahlung jetzt auch „Bezahlen nach 30 Tagen“ bei Beträgen bis 2.000 Euro oder eine Ratenzahlung auswählen. Das „Jetzt kaufen, später zahlen“-Modell biete auch andere Anbieter wie etwa Klarna an. Schuldnerberater warnen immer wieder, solche Bezahloptionen würden vor allem junge Menschen dazu verleiten, über ihrem Budget zu leben und sich zu verschulden. Haushaltsenergie wieder teurer Die Preise für Haushaltsenergie haben im April insgesamt erneut zugelegt, einzig die Strompreise sind gesunken. Der Energiepreisindex der Energieagentur stieg gegenüber März um 2,6 Prozent, im Jahresvergleich lag das Plus bei 10,7 %. Ausschlaggebend war vor allem die Blockade der Straße von Hormus. Superbenzin verteuerte sich im April zum Vormonat um 2,8 %, im Jahresvergleich lag das Plus bei 16,7 %. Beim Diesel stiegen die Preise um 10,1 % gegenüber März und um 37,2 % im Jahresvergleich. Die Heizölpreise legten im Monatsvergleich um 12,6 % zu, im Jahresvergleich um 62,6 %. Deutliches Plus bei Vermögen Das Vermögen der steirischen Millionärinnen und Millionäre ist im Vorjahr um 15,8 Prozent auf 2,5 Billionen Euro gestiegen. Das zeigt der „Global Wealth Report“ von Boston Consulting. Stärkste Wachstumsreiber waren demnach Anleihen (+30 %), sowie Aktien und Investmentfonds (+21 %). Sachwerte, wie Immobilien, machen weiter zwei Drittel des Gesamtvermögens aus. Die rund 500 reichsten Österreicher und Österreicherinnen verfügen über 39 Prozent des Finanzvermögens. Österreicher meiden Kredite 88 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher versuchen, Kredite zu vermeiden – dennoch haben über 40 Prozent bereits mehrmals einen Kredit aufgenommen. Für die große Mehrheit (79 Prozent) kommen nur ein fixer Zinssatz in Frage, unabhängig vom Haushalts-Nettoeinkommen. 63 Prozent befürchten, durch Kredite in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten – Frauen stärker (68 %) als Männer. Der Wohnkredit ist die aktuell am häufigsten genutzte Kreditform in Österreich. Industrie verbraucht viel Wasser Angesichts der Trockenheit in Österreich und der dadurch entstandenen Debatte um die Befüllung von privaten Pools hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace auf den Wasserverbrauch der Industrie erinnert. Demnach verbrauchen allein die drei Konzerne Voestalpine, OMV und Lenzing AG laut Geschäftsberichten drei Mal mehr Wasser als alle privaten Pools zusammen. So stellen jährlich 101 Mio. Kubikmeter Grundwasser für die genannten Konzerne 16 Mio. Kubikmeter gegenüber. Die in Privatbecken fließenden verbrauchen nur vergleichsweise geringe Mengen, so Greenpeace. Schneemangel setzt Gletschern zu Kurz vor Sommerbeginn liegt auf Österreichs Gletschern rund ein Drittel weniger Schnee als im langjährigen Mittel. Das wirkt sich auch auf Seen und Flüsse aus, die vom Schmelzwasser der Gletscher gespeist werden. Das zeigen aktuelle Messergebnisse der Glaziologen Fischer und Wiesnegger von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. „Wir müssen damit rechnen, dass heuer einige Gletscher verschwinden“, sagt Fischer. Problematisch sei das auch, weil Gletscher natürliche Wasserspeicher sind. Fallen diese weg, habe das Folgen für das Grund- und Trinkwasser. Foto: Evan-Amos © National Cancer Institute © David Bohmann/PID © wikimedia/WrS.tm.pl

das KÄRNTEN AKTUELL 7 Er ist, betrachtet man sein Sternbild, Schütze und traf als erfolgreicher „roter“ Politiker oft ins Schwarze: Die Rede ist von Dr. Peter Kaiser, Jahrgang 1958, langjähriger SP-Landeshauptmann von Kärnten. Seit April genießt der ehemalige stellvertretende SP-Bundesparteivorsitzende und Ex-Regierungschef seine „neue“ Freizeit als Polit-Pensionist. Gemeinsam mit Lebensgefährtin Uli Wehr stehen jetzt Bildungsreisen auf dem Programm. Für seinen Nachfolger Daniel Fellner findet der Klagenfurter „Anti-Populist“ und Polizisten-Sohn lobende Worte. Harald Raffer sprach mit Peter Kaiser über seine neuen Eindrücke, Visionen und Ziele. Wie fühlt man sich als PolitPensionist und was macht man mit der gewonnenen Freizeit? Kaiser: Ich fühle mich seit der ersten Minute meines Polit-Pensionisten-Daseins prächtig. Das hängt mit einer guten Vorbereitung des Landeshauptmann-Wechsels zusammen. Alle Überlegungen sind aufgegangen, das neue Team hat sofort Fuß gefasst. Das erleichtert meinen neuen Zustand. Verspürt man noch das Bedürfnis in die Landesregierung zu eilen, um dort etwas durchzusetzen? Kaiser: Nein – es zieht mich nicht in mein Büro zurück. Ich entdecke gerade meine eigenen vier Wände. Was sagen Sie zum hartnäckigen Gerücht, der Peter Kaiser wird SP-Bundespräsidentschaftskandidat? Oder genügt es, wie Sie es einmal selbst formuliert haben, dass bereits ein Kaiser in der Wiener Hofburg residiert hat? Kaiser: Das ist ein sehr richtiges Zitat. Wenn man seinen politischen Horizont erreicht hat, soll man sich um andere Dinge kümmern – Freizeit, schöne Künste, Sport und Kultur. Wie macht sich Ihr Nachfolger Daniel Fellner? Kaiser: Er macht seine Sache sehr gut. Ich wäre froh gewesen, wenn ich damals so schnell in dieses verantwortungsvolle Amt gefunden hätte. Nach der nächsten Landtagswahl wäre auch ein VP-Landeshauptmann Gruber mit einem FP-Vize Angerer möglich. Oder eine FP/SP-Koalition? Kaiser: Ich habe immer gesagt, dass zuerst das Volk entscheiden soll. Dann prüft man, welche Konstellation für eine gute Zusammenarbeit im Land am besten ist. Ich glaube aber, dass die Sozialdemokratie eine gute Chance besitzt, die Nummer eins zu verteidigen. Martin Gruber ist ein guter Koalitionspartner, aber es gibt auch einen sehr deutlichen Abstand zwischen VP und SP. Die SP hat in der Landeshauptstadt den Bürgermeistersitz verloren. Was läuft in Klagenfurt schief? Haben Sie einen geeigneten Kandidaten? Kaiser: Ich habe mich nie auf Namen konzentriert, sondern immer auf Inhalte gepocht. Klagenfurt braucht unbedingt eine umfassende Reform an Haupt und Gliedern. Es wäre an der Zeit, dass sich die Parteien in Klagenfurt überlegen, gemeinsam wichtige Probleme zu lösen, statt sogar gerichtlich aufeinander loszugehen. Schauen wir uns die Bundes-SP an. Fallende Beliebtheitswerte, schlechte Umfragedaten, massive Kritiken an Vizekanzler Babler. Was macht die SP falsch und wofür steht diese einst so stolze Partei überhaupt noch? Kaiser: Gerade die Grundsätze, die die Sozialdemokratie immer vertreten hat, sind eigentlich erfolgreicher als die politische Zustimmung zu dieser Partei. Ich denke, dass wir aus sozialdemokratischer Sicht diese Inhalte weiter vertreten sollen, wir aber auch eine gewisse Modernität in die Diskussion einzubringen haben. Was mich irritiert ist, dass eine eigentlich passable Leistung der SP und der gesamten Bundesregierung durch eine Negativ-Spirale auf alles, was öffentlich, gesellschaftlich und politisch ist, hinuntergezogen wird. Sie waren über 50 Jahre in der Politik tätig, davon 18 Jahre in der Regierung und 13 Jahre Landeshauptmann. Auf was sind Sie besonders stolz, woran sind Sie gescheitert? Und wollten Sie schon einmal alles hinwerfen? Kaiser: Nein. Ich wollte nie einfach alles hinwerfen. Meinen Rückzug habe ich, wie bereits ausgeführt, gut überlegt. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir es in Kärnten immer geschafft haben, einander zu respektieren – egal ob Regierung oder Opposition. Die unter meiner Ägide eingeleitete Reform zur Abschaffung des Proporzsystems hat die Politik attraktiver, aber auch das Gestalten leichter gemacht. Gescheitert bin ich in einigen Bereichen, aber erfreulicherweise – um das zu relativieren - nie in einem Bereich, der eine vernünftig gestaltete Politik ernsthaft behindert hätte. Der damalige SP-Kanzler Gusenbauer wollte Sie unbedingt in die Bundesregierung aufnehmen. Warum haben Sie Ministerämter abgelehnt? Hätte Sie das Kanzleramt gereizt? Kaiser: Ich habe gemerkt, wie sehr ich mit Kärnten und seinen Menschen, aber auch den manchmal unbekannten Stärken dieses Landes verbunden bin. Ich habe deshalb nach reiflicher Überlegung abgesagt. Ein Blick in die Zukunft. ... Kaiser: Sie bringt immense geopolitische Herausforderungen. Wir sind mit vielen Krisensituationen konfrontiert. Man sollte diese Krisen als Chancen nutzen. Vielleicht werden wir in der einen oder anderen Frage andere Positionen erarbeiten müssen, um diese Gefahrenquellen nachhaltig begrenzen zu können. Im Bereich des Klimas hoffe ich auf Enkelverantwortung, im Bereich geopolitischer Verwerfungen wünsche ich mir ein gemeinsames, stärkeres Europa, insbesondere in wirtschaftlichen, verteidigungs- und außenpolitischen Fragen. Wir brauchen neben China, Russland und den USA eine vierte, sehr zentrale Macht. Haben Sie eine Botschaft an unsere Leser? Kaiser: Mir wird Tag für Tag der Wert der Demokratie bewusst – mit dem Wissen, in einem Land wie Österreich oder einem Bundesland wie Kärnten leben zu können. Das ist eine glückliche Fügung. Vielleicht sollte man manchmal auch etwas für Österreich und seine Menschen tun, als oft nur zu nörgeln und zu kritisieren. Peter Kaiser: „Es zieht mich nicht in mein Büro zurück!“ Der ehemalige SP-Landeshauptmann erteilt Gerüchten als Bundespräsidentschaftskandidat eine Absage. Lob für Nachfolger. Tipps vom Steuerprofi von Steuerbearter Mag. Peter Weitzel Unentgeltliche Vertretung in FinanzOnline Durch die Umstellung auf die ID Austria als Voraussetzung zur Durchführung der Arbeitnehmerveranlagung wurde dies vereinzelt als Erschwernis bzw. Hürde gesehen. Um dies abzufedern wurde vom Finanzministerium die Möglichkeit der unentgeltlichen Vertretung geschaffen. Dabei können volljährige, voll handlungsfähige Vertrauenspersonen andere Personen, die ausschließlich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (wie beispielsweise Pensionsbezüge) erzielen, unentgeltlich vertreten. Dabei ist die Vertretung auf max. vier Personen eingeschränkt. Anzumerken ist, dass diese Vertrauensperson dann sämtliche Rechte in FinanzOnline für die vertretene Person ausüben kann, also neben der Einreichung der Steuererklärung z. B. auch Rückzahlungsanträge für Steuerguthaben stellen kann oder Änderungen der Kontoverbindung vornehmen kann. Dazu ist es erforderlich, dass die Vertrauensperson ein Vollmachtsformular (FON UV 1) auf der homepage des BMF herunterlädt, sich dieses von der vertretenen Person unterschreiben lässt und dann als pdf im eigenen FinanzOnlineZugang hochlädt (weitere Services – Vertretungsbeziehung verwalten). Diese Vertretung kann zeitlich befristet oder unbefristet ausgeübt werden. Bei Genehmigung der Vollmacht durch das Finanzamt erhält die vertretene Person dazu eine briefliche Verständigung. Bei Ablehnung wird darüber ein Bescheid ausgestellt. Der Vertreter selbst erhält keine schriftliche Verständigung, lediglich beim Einstieg in FinanzOnline über die ID Austria kann der Vertreter die Person auswählen, für den diese tätig werden will. Die vertretene Person kann diese Vollmacht jederzeit widerrufen. Dieser Widerruf ist auch postalisch möglich (Finanzamt Österreich, Postfach 260, 1000 Wien). Die Vollmacht erlischt automatisch mit dem Tod der Vertrauensperson oder der vertretenen Person. Die Vertrauensperson selbst kann die Vertretung ebenfalls beenden. Dies muss wiederum über FinanzOnline erfolgen (Menüpunkt „Wartung einer Beziehung als Erwachsenenvertreter/unentgeltlicher Vertreter in FinanzOnline“). Weiterführende Informationen finden Sie wie immer auf der homepage des BMF. Foto beigestellt www.das-kaernten.at © Christian Berger

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