Das Kärnten - E-Book

das 6 KÄRNTEN AKTUELL Mehr Zwangseinweisungen in Kinderpsychiatrien Mehr als 1.300 Kinder und Jugendliche wurden im Vorjahr zwangsweise in psychiatrische Einrichtungen aufgenommen. Fast drei Viertel davon waren Mädchen. Fachleute warnen vor einer alarmierenden Entwicklung: Während die Zahl der Aufenthalte steigt, sinkt die Aufenthaltsdauer. Oft müssten Betroffene bereits nach ein bis zwei Tagen entlassen werden, weil Betten fehlen. Mehr Verkehrstote & verletzte Kinder im Straßenverkehr Im Vorjahr kamen 403 Menschen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben – um 15 Prozent mehr als im Jahr davor. Besonders auffällig ist laut Statistik Austria die steigende Zahl verletzter Kinder. Mehr als 3.500 Kinder wurden verletzt, acht starben – der höchste Wert seit 18 Jahren. Als Ursache werden unter anderem mehr Unfälle mit E-Scootern & E-Bikes genannt. Strenge Regeln im Ausland Der ÖAMTC warnt: Wer mit dem Auto oder Motorrad ins Ausland reist, sollte sich vorab genau über die jeweiligen Verkehrsgesetze informieren. Verstöße werden in vielen Ländern deutlich härter geahndet als in Österreich. Mitunter drohen hohe Geldstrafen, Fahrzeugbeschlagnahmungen oder sogar Haftstrafen. Besonders streng seien viele Länder beim Thema Alkohol am Steuer. In Italien kann etwa das Auto beschlagnahmt werden, wenn Lenker mit mehr als 1,5 Promille unterwegs sind. In Spanien droht bei 1,2 Promille sogar eine Haftstrafe von bis zu drei Monaten. Geburtenrate weiter rückläufig Die Geburtenrate in Österreich dürfte weiter zurückgehen. Laut dem „Geburtenbarometer“ der Akademie der Wissenschaften wurden im Vorjahr rund 75.700 Kinder geboren, nach 77.000 im Jahr davor. Zudem bleiben immer mehr Frauen kinderlos. Sorgen über Klimawandel, hohe Lebenshaltungskosten und die Corona-Pandemie dürften dazu beitragen. Haushaltseinkommen steigt – Armutsgefährdung aber auch Privathaushalte in Österreich verfügten laut aktueller Statistik im Durchschnitt über 61.152 Euro Haushaltseinkommen pro Jahr. Dieses Einkommen ist zwar gestiegen, allerdings nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen. Im Vorjahr waren 1.686.000 Millionen Menschen in Österreich armuts- oder ausgrenzungsgefährdet. Das entspricht 18,6 Prozent der Bevölkerung. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein deutlicher Anstieg. Als gefährdet gilt, wer stark benachteiligt ist, unter der Armutsgrenze lebt oder nur gering am Erwerbsleben teilnimmt. Mehr Tote durch Lkw-Unfälle Die Zahl der tödlichen Lkw-Unfälle ist im Vorjahr deutlich gestiegen. 73 Menschen kamen bei Lkw-Unfällen ums Leben, 31 mehr als im Jahr 2024, wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf Basis von Daten der Statistik Austria mitteilte. Das sei der höchste Wert seit dem Jahr 2016. Der VCÖ fordert daher ein LkwÜberholverbot in Städten zu reduzieren. Zudem schlägt der VCÖ mehr Kontrollen und eine verpflichtende Ausrüstung von Lkws mit AbbiegeAssistenten vor. 90 Prozent kaufen online ein Neun von zehn Österreicherinnen und Österreichern kaufen laut dem Nexi Payment Report online ein. Für 65 Prozent ist das Smartphone mittlerweile das wichtigste Gerät beim Online-Shopping. Für die Studie wurden rund 23.000 Menschen in elf europäischen Ländern befragt, darunter mehr als 2.500 in Österreich. Viele Verletzungen beim Grillen Jährlich erleiden rund 800 Menschen in Österreich schwere Verbrennungen beim Grillen – in den letzten zehn Jahren verdoppelte sich die Zahl der Brandopfer. Experten raten zu Vorsicht und richtiger Ausrüstung. Der falsche Umgang mit Brandbeschleunigern erhöht die Verletzungsgefahr erheblich. Besonders gefährdet seien auch Kinder, die in der Nähe des Grills spielen, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Geraten wird auch zu einem Kübel Wasser oder einer Löschdecke in Grillernähe. Mehr Stammzellenspender Erstmals sind 4 Prozent der heimischen Bevölkerung als potenzielle Stammzellenspender registriert. Das teilte der Verein „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ mit. Für 10 Prozent der jährlich rund 400 Betroffenen in Österreich werden jedoch noch immer keine passenden Spender gefunden. Die Typisierungsrate stieg zuletzt von 3,2 Prozent 2024 auf 3,6 Prozent im Vorjahr. „Dass wir heute die 4-Prozent-Marke erreicht haben, ist das Ergebnis von vielen engagierten Menschen“, heißt es von dem Verein. Typisieren lassen sich Menschen zwischen 16 und 45 Jahren mittels Wangenabstrich. Sterbeverfügung unbefristet Bisher nur ein Jahr gültige Sterbeverfügungen für Menschen, die unheilbar krank sind und unter schweren Leiden, gelten ab nun unbefristet. Der Verfassungsgerichtshof hatte die zeitlich beschränkte Gültigkeit als verfassungswidrig eingestuft. Weil es die Regierung versäumt hat, rechtzeitig ein neues Gesetz zu beschließen, gelten Sterbeverfügungen jetzt unbefristet. Geht es nach dem SPÖ-geführten Justizministerium soll das jedoch nicht bleiben. Gültige Sterbeverfügungen sollen demnach künftig vereinfacht verlängert werden können. Ein entsprechender Gesetzentwurf werde koordiniert. Prostatakrebs: Neue OP-Methode Am Wiener AKH wird eine neue OP-Methode bei Prostatakrebs angewendet. Dabei steht nicht mehr automatisch die Entfernung der Prostata im Mittelpunkt, „sondern die präzise robotische Behandlung des Tumors bei bestmöglichem Erhalt von Lebensqualität, Kontinenz und Sexualfunktion“, so die MedUni. Es ist das erste Spitalszentrum mit dieser Technik außerhalb der USA. Möglich wurde dies dank der durch mehrere Fortschritte der vergangenen Jahre. 5.600 Prostatakrebsfälle mit rund 7.500 Diagnosen im Jahr sind die häufigste Krebserkrankung in Österreich. Melanom: Impfstoff entwickelt In Österreich erkranken jedes Jahr etwa 2.000 Menschen an einem Melanom, rund 400 Personen sterben jährlich an den Folgen dieser Hautkrebsform. Ein neuer Ansatz in der Therapie soll nun dafür sorgen, das Überleben der Betroffenen zu verlängern, berichtet der ORF. Es handelt sich um eine personalisierte mRNA-Impfung, die ergänzend zu bestehenden Immuntherapien verabreicht werden soll. Laut Studien sinkt das Risiko für einen Rückfall um fast 50 Prozent und für das Auftreten von Fernmetastasen um fast 60 Prozent. Krebsforscherin Maria Sibilia rechnet mit einer baldigen Zulassung. Mehr Organtransplantationen Im Vorjahr sind in Österreich 733 Organtransplantationen durchgeführt worden, um 15 Prozent mehr als 2024, berichtet Ö3. International liegt Österreich damit im Mittelfeld. Ende 2025 warteten 725 Menschen auf ein Organ. Am dringendsten gebraucht wurden Nieren, gefolgt von Herzen, Lungen und Lebern. Für viele kranke Menschen sei eine Organspende oft die einzige Überlebenschance, betont die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin. 15-Jährige: hoher Nikotin-Konsum Die Österreichische Krebshilfe warnte am WeltNichtraucher-Tag (31. 5.) vor neuen Formen der Nikotinsucht – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Der Nikotinkonsum der 15-Jährigen in Österreich steigt seit 2019 wieder an. Obwohl dieselbe Altersgruppe viel weniger klassische Zigaretten raucht. Neue Produkte wie Nikotinbeutel, Vapes und Tabakerhitzer überkompensieren den Rückgang beim klassischen Rauchen, so die Krebshilfe. Sie fordert ein Verbot von Nikotinbeuteln. Immer weniger Friseur-Lehrlinge Friseurinnen und Friseure schlagen Alarm: In Österreich werden derzeit rund 2.200 Lehrlinge ausgebildet. Vor 15 Jahren waren es noch um die Hälfte mehr, berichtet Ö3. Als Grund nennt die Branche zu wenige Ausbildungsbetriebe. Viele Betriebe seien Ein-Personen-Unternehmen. Die Friseurvertretung in der Wirtschaftskammer fordert eine Halbierung der Umsatzsteuer auf 10 Prozent, damit mehr Geld für Löhne frei werde. Auch die Lehrlingsförderung müsse an die Inflation angepasst werden. 131 Millionen sahen ESC 131 Mio. Menschen haben heuer am Bildschirm den 70. Eurovision Song Contest von Wien verfolgt – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (146 Mio.). Grund dafür war allen voran der Boykott einiger Länder wegen der Teilnahme Israels. Insgesamt stimmten laut EBU Fans aus 148 Ländern – mehr als im Vorjahr – über die Songs ab. Außerhalb der 36 Teilnehmerländer voteten Menschen beispielsweise aus den USA, Kanada oder der Türkei am meisten. Neue Bezahloptionen bei PayPal Der Online-Finanzdienstleister PayPal bietet in Österreich neue Bezahlmodelle an. Die mehr als 2 Millionen Kundinnen und Kunden in Österreich können neben der Sofortzahlung jetzt auch „Bezahlen nach 30 Tagen“ bei Beträgen bis 2.000 Euro oder eine Ratenzahlung auswählen. Das „Jetzt kaufen, später zahlen“-Modell biete auch andere Anbieter wie etwa Klarna an. Schuldnerberater warnen immer wieder, solche Bezahloptionen würden vor allem junge Menschen dazu verleiten, über ihrem Budget zu leben und sich zu verschulden. Haushaltsenergie wieder teurer Die Preise für Haushaltsenergie haben im April insgesamt erneut zugelegt, einzig die Strompreise sind gesunken. Der Energiepreisindex der Energieagentur stieg gegenüber März um 2,6 Prozent, im Jahresvergleich lag das Plus bei 10,7 %. Ausschlaggebend war vor allem die Blockade der Straße von Hormus. Superbenzin verteuerte sich im April zum Vormonat um 2,8 %, im Jahresvergleich lag das Plus bei 16,7 %. Beim Diesel stiegen die Preise um 10,1 % gegenüber März und um 37,2 % im Jahresvergleich. Die Heizölpreise legten im Monatsvergleich um 12,6 % zu, im Jahresvergleich um 62,6 %. Deutliches Plus bei Vermögen Das Vermögen der steirischen Millionärinnen und Millionäre ist im Vorjahr um 15,8 Prozent auf 2,5 Billionen Euro gestiegen. Das zeigt der „Global Wealth Report“ von Boston Consulting. Stärkste Wachstumsreiber waren demnach Anleihen (+30 %), sowie Aktien und Investmentfonds (+21 %). Sachwerte, wie Immobilien, machen weiter zwei Drittel des Gesamtvermögens aus. Die rund 500 reichsten Österreicher und Österreicherinnen verfügen über 39 Prozent des Finanzvermögens. Österreicher meiden Kredite 88 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher versuchen, Kredite zu vermeiden – dennoch haben über 40 Prozent bereits mehrmals einen Kredit aufgenommen. Für die große Mehrheit (79 Prozent) kommen nur ein fixer Zinssatz in Frage, unabhängig vom Haushalts-Nettoeinkommen. 63 Prozent befürchten, durch Kredite in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten – Frauen stärker (68 %) als Männer. Der Wohnkredit ist die aktuell am häufigsten genutzte Kreditform in Österreich. Industrie verbraucht viel Wasser Angesichts der Trockenheit in Österreich und der dadurch entstandenen Debatte um die Befüllung von privaten Pools hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace auf den Wasserverbrauch der Industrie erinnert. Demnach verbrauchen allein die drei Konzerne Voestalpine, OMV und Lenzing AG laut Geschäftsberichten drei Mal mehr Wasser als alle privaten Pools zusammen. So stellen jährlich 101 Mio. Kubikmeter Grundwasser für die genannten Konzerne 16 Mio. Kubikmeter gegenüber. Die in Privatbecken fließenden verbrauchen nur vergleichsweise geringe Mengen, so Greenpeace. Schneemangel setzt Gletschern zu Kurz vor Sommerbeginn liegt auf Österreichs Gletschern rund ein Drittel weniger Schnee als im langjährigen Mittel. Das wirkt sich auch auf Seen und Flüsse aus, die vom Schmelzwasser der Gletscher gespeist werden. Das zeigen aktuelle Messergebnisse der Glaziologen Fischer und Wiesnegger von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. „Wir müssen damit rechnen, dass heuer einige Gletscher verschwinden“, sagt Fischer. Problematisch sei das auch, weil Gletscher natürliche Wasserspeicher sind. Fallen diese weg, habe das Folgen für das Grund- und Trinkwasser. Foto: Evan-Amos © National Cancer Institute © David Bohmann/PID © wikimedia/WrS.tm.pl

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