das KÄRNTEN AKTUELL 5 Quallenalarm an der oberen Adria! Seit Wochen „überschwemmen“ diese Meerestiere die Küsten von Rovinj, Triest, Grado, Lignano, Bibione, Caorle und Jeselo. Experten warnen vor diesen Geschöpfen (weiße gelten als harmlos jedoch führt die rote Qualle, bei Berührung zu Verbrennungen der Haut). Ein Tourismusexperte: „Es ist völlig ungewöhnlich, dass die Quallen in dieser Menge auftreten – das gleicht einer Invasion. Die Urlauber meiden die betroffenen Strände oder gehen kaum ins Wasser ... “ Das Vorkommen dieser Tiere ist schwer vorhersagbar. Sofortmaßnahmen Mit Meerwasser abspülen, Essig verwenden, Tentakel vorsichtig entfernen, kein Süßwasser oder Alkohol zur Anwendung bringen. Wenn nach einem Stich Kreislaufprobleme, Atemnot oder allergische Reaktionen auftreten, soll man sofort einen Arzt aufsuchen. Abnehmen mit Spritze – ein Hype mit Nebenwirkungen Tik-Tok, Instagram, Facebook und andere Social Media Kanäle begleiten uns nicht nur im täglichen Leben, sie beeinflussen zunehmend auch, wie wir unseren Körper sehen. Was früher Diät, Sportprogramm oder Ernährungsumstellung hieß, wird heute oft als schnelle Lösung präsentiert: eine Spritze, ein sichtbarer Gewichtsverlust und ein neues Lebensgefühl. Doch gerade bei der sogenannten „Abnehmspritze“ zeigt sich sehr deutlich: Medizin ist kein Lifestyle-Produkt. Abnehmspritzen können ein wertvolles medizinisches Hilfsmittel sein – sie ersetzen aber niemals eine gesunde Ernährung, Bewegung und fachliche Begleitung. Präperate wie Ozempic®, Wegovy® oder Mounjaro® greifen in den Stoffwechsel ein. Sie senken den Blutzuckerspiegel, das Hungergefühl wird reduziert das Sättigungsgefühl verlängert – dadurch wirken sie unterstützend bei einer Gewichtsreduktion. Sie sind jedoch nur für eine bestimmte Patientengruppe medizinisch sinnvoll – Patienten, die an Diabetes Typ II oder Adipositas leiden. Die europäische Zulassung beschreibt diese Medikamente ausdrücklich als Ergänzung zu kalorienreduzierter Ernährung und vermehrter körperlicher Aktivität – nicht als Ersatz dafür. Problematisch wird es dort, wo aus einer medizinischen Behandlung ein Trend wird. In sozialen Medien wird häufig nur das Ergebnis gezeigt: weniger Kilos, schmaleres Gesicht, neue Kleidung. Was meist nicht gezeigt wird, sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Appetitverlust, Kreislaufprobleme oder die Unsicherheit, was nach dem Absetzen passiert. Auch Behörden weisen darauf hin, dass GLP-1-Medikamente Nebenwirkungen verursachen können und nur unter medizinischer Begleitung angewendet werden sollen. Besonders gefährlich ist die Anwendung ohne ärztliche Kontrolle. Wer sich Medikamente über dubiose Internetseiten, Social Media Kontakte oder private Quellen besorgt, weiß nicht sicher, was tatsächlich enthalten ist. In Österreich und der EU wurde bereits vor gefälschten GLP-1-Präparaten gewarnt. Diese illegal erworbenen Arzneimittel erfüllen nicht die erforderlichen Standards für Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit. „Es gibt keine Abkürzung ohne Verantwortung. Eine Spritze kann den Appetit verändern, aber sie lernt niemandem, wie man sich langfristig ernährt. Genau hier liegt ein großes Risiko: Wer während der Behandlung einfach nur weniger isst, aber nicht ausgewogener, verliert nicht nur Fett, sondern möglicherweise auch Muskelmasse, Energie und wichtige Nährstoffe.“ Um langfristig etwas zu verändern, muss man auch auf vermehrte Bewegung setzen. Dies ist vor allem wichtig für den Erhalt der Muskulatur, der Stabilisierung des Stoffwechsels, der Herz-KreislaufGesundheit und dem eigenen Körpergefühl. Wer abnimmt, ohne Muskulatur zu erhalten, riskiert, zwar leichter, aber nicht gesünder zu werden. Eine begleitete Kombination aus Ernährung, Krafttraining, Alltagsbewegung und realistischen Zielen ist daher kein Zusatzprogramm – sie ist die eigentliche Grundlage. Die Behandlung endet nicht mit der letzten Injektion. Wenn nach Monaten der Appetit wieder zunimmt, alte Gewohnheiten aber unverändert geblieben sind, ist eine erneute Gewichtszunahme wahrscheinlich. Die Spritze kann ein Startpunkt sein, aber sie darf nicht der einzige Plan sein. Wer diesen Weg geht, neue Routinen aufbaut und ein gesundes Körperbild entwickelt, der wird am Ende dennoch mit dem Thema von zu viel Haut an vielen Körperstellen konfrontiert. Fachärzte der Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Medizin sind dann die richtigen Anlaufstellen. Wir helfen Patienten, das neue Körpergefühl mit hautstraffenden Maßnahmen abzurunden und unterstützen den Patienten dabei, sich in seinem neuen Körper rundum wohl zu fühlen. Daher braucht jede Behandlung eine ehrliche Beratung. Nicht jede Person mit ein paar Kilos zu viel braucht ein Medikament. Nicht jeder Wunsch nach Gewichtsverlust ist automatisch medizinisch sinnvoll. Abnehmspritzen sind kein Schönheitsfilter für den Körper. Sie sind ein medizinisches Werkzeug. Richtig eingesetzt, können sie für ausgewählte Patienten eine sinnvolle Unterstützung sein. Falsch eingesetzt, können sie falsche Erwartungen, Nebenwirkungen, Mangelernährung und gefährliche Selbstmedikation fördern. Deshalb gilt: keine Anwendung ohne ärztliche Begleitung, keine Medikamente aus unsicheren Quellen und keine Gewichtsabnahme ohne Ernährungs- und Bewegungsstrategie. Nachhaltiges Abnehmen beginnt nicht mit der Spritze, sondern mit einem Plan. Die Spritze kann diesen Plan unterstützen – ersetzen kann sie ihn nicht. Univ. Doz. Dr. Barbara Zink ist Fachärztin für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie in Klagenfurt Auf den ersten Blick Von Dr. Barbara Zink ANZEIGE © Patrick Connor Klopf Quallenalarm an der oberen Adria AUSGEZEICHNET BEREITS ZUM 9. MAL: 200x272_Sujet_Maerzen_DLG2026_Produktqualität.pdf 1 28.04.2026 08:39:42 © DAS KÄRNTEN
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