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das 4 KÄRNTEN AKTUELL Eierspeis-Gate Peinlich, peinlicher – Gemeinderatssitzung in Klagenfurt. So könnte man dieses Adjektiv weiter steigern, wenn man sich ordentlich fremdschämen (2010 „Wort des Jahres“) will. Zugegeben: Parteipolitische Diskussionen im Kärntner Landtag oder im Wiener Parlament wirken auch nicht immer als Bühne hochgeistiger Reden, großartiger Gesetzesentwürfe oder zündender Ideen, eher als ein beschämendes Kasperltheater mit Partei-Abstimmungszwängen und klatschendem Beifallsritualen bei den eigenen Abgeordneten. Zurück zur Lindwurmstädter Politik: Vizebürgermeister Patrick Jonke (FSP), der ständig vom Bürgermeister-Sessel träumt, verlangte von FP-Stadträtin Sandra Wassermann die neue Müllverordnung zurückzunehmen, weil stinkende Mülltonnen Gehwege blockieren würden. Orange-Jacken-Trägerin Wassermann konterte, dass Leute einer Bar am Alten Platz versucht hätten, einen städtischen Müll-Mitarbeiter während der Dienstzeit beim Public Viewing mit Eierspeis zu locken, damit er volle Kübel abholt. Bestechung? Alles nur Mist? Jonke gilt als Eigentümer der Bar und kündigte rechtliche Schritte gegen diese „Falschaussage“ an – „zur Wahrung der Interessen meiner Unternehmen“. Schließlich hätte seine Italo-Bar als einzige an diesem Ort während der TV-WM-Fußballübertragung Eierspeise angeboten. Er, so Jonke, würde zudem mit einem privaten Entsorger arbeiten. Die „Kleine Zeitung“ ortete bereits ein „Eierspeis-Gate“. Neuerlicher Antritt Bleiben wir im Klagenfurter Rathaus: Seit Monaten wird gerätselt, ob Stadtchef Christian Scheider mit der noch ziemlich unbekannten FSP (Freie Soziale Bürgerpartei) wieder zur Wahl antritt. Er selbst will sich weiterhin nicht dazu äußern und erklärte in einem Interview, dass er für einen neuerlichen Antritt die Unterstützung keiner Partei benötigen würde. Das klingt nachvollziehbar, ist Haiders ehemaliger Tennislehrer doch (fast) allen Klagenfurtern bekannt, was man von seinen Herausforderern nicht behaupten kann. So gilt es längst nicht mehr als Geheimnis, dass Kärntens FP-Chef Erwin Angerer seinen Vorgänger Gernot Darmann als Spitzenkandidaten für die Gemeinderatswahl in Stellung bringen will. Was man für ein „Trostpflaster“ für Noch-FP-Stadträtin Sandra Wassermann finden wird, steht in den Sternen, möglicherweise wieder einen Sitz im Nationalrat. Der gebürtige Grazer, Ex-RaggerBüro-Mitarbeiter, Jurist, Nationalrat, Ex-Banker und Obmann der „Blauen“ in Klagenfurt dürfte mit ziemlicher Sicherheit ins Klagenfurter „Hohe Haus“ wechseln. Eine bewusste Trennung zwischen Bezirkspartei-Obmann und einem Stadtsenats-Amt ist schon bei der Klagenfurter SP grandios gescheitert. Und Angerer? Der Mühldorfer Bürgermeister sieht sich als Spitzenkandidat für den Urnengang in Kärnten, obwohl seine Beliebtheitswerte in der eigenen Partei nicht gerade in die Höhe schießen und Herbert Kickl als möglicher Kandidat für einen Probelauf vor der Nationalratswahl gehandelt wird. Bei den Klagenfurter Roten klopft weiterhin, trotz aller Dementis, der bestens vernetzte Kärntner Landessportdirektor Arno Arthofer an die Magistratstüre. Man wird sehen, ob sich Ronald Rabitsch bei den eigenen Leuten behaupten kann. Und bei den „Schwarzen“ bemüht sich Stadtrat Julian Geier weiter um einen höheren Bekanntheitsgrad. Ob er dies bis zum Frühjahr schaffen wird? Bei den Neos will der Klagenfurter Klubobmann und Landessprecher Janos Juvan („Beim Pumpe ist mir die Idee fürs Politikerdasein gekommen“) seinen Nationalratssitz gegen ein Klagenfurter Polit-Ticket eintauschen. Die Stadtgrünen setzen auf Obmann Stefan Samonig und die Kommunisten (mit Bea Samwald) fantasieren von einem „Sturm ins Rathaus“. Klagenfurt ist allerdings nicht Graz. Klagenfurt ist auch nicht Wien, wo im Innenministerium für 9000 Euro Steuergeld im April eine Geburtstagsparty zum 70er für Ex-Minister Ernst Strasser (verurteilt wegen Bestechlichkeit zu drei Jahren Haft) bezahlt worden ist – mit seinen Vorgängern als Ehrengäste. Zum Schmunzeln Anlass gibt derzeit der Klagenfurter Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Ex-Gerichtssachverständige Johann Neuner. Der gute Mann, der immer wieder gerne die Öffentlichkeit sucht, behauptete, das Hypo-Desaster hätte dem Land Kärnten tatsächlich einen „Geldregen“ beschert. Dabei ging es allerdings um gigantische Haftungen, die Kärnten an den Rand des Bankrotts gebracht haben. Was ist Herr Neuner von Beruf? Interessant ist auch der Untersuchungsausschuss der FP zum Thema „unkontrollierter Verkauf von Landesvermögen wie Klagenfurter Flughafen, Feriendorf Ossiacher See und Kinderheim Görtschach“. Die FP ortet nach kritischen Rechnungshofberichten Ungereimtheiten und Millionenschaden. Die FP könnte aber auch im Archiv nachblättern – da hat im Jahre 2013 die Korruptionsstaatsanwaltschaft gegen Verantwortliche der Landesregierung unter Jörg Haider ermittelt. Drei See-Grundstücke sollen damals viel zu teuer gekauft worden sein (am Maltschacher-, Hafner- und Ossiacher See). Herausgekommen ist, wie zu erwarten, wieder nichts. Und ja, wieder gibt es ein Gerücht um das leider verfallene bauliche Schmuckstück „Hotel Wörthersee“. Der Eigentümer, ein polnischer Investor, und die Stadt Klagenfurt wälzen angeblich Revitalisierungspläne für ein 165-Betten-Projekt. Dazu bräuchte man die Kleinigkeit von rund 50 Millionen Euro. Die Stadt hat keine „Knete“, könnte aber einen Bauträger ins Leben rufen, der sich um die erforderlichen Kredite bemüht. Vermutlich wird aber eher das Wörthersee-Mandl lebendig. Im Zeitraffer Von Harald Raffer Der Bundesrechnungshof hat der Fachhochschule Kärnten ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt! Hauptvorwurf: Unbesetzte bundesfinanzierte FH-Studienplätze, vor allem im Technikbereich. Daran wird die Umbenennung von Fachhochschule auf Carinthia University of Applied Sciences vermutlich kaum etwas ändern. Die einst klare Trennlinie zwischen Universitäten mit stark wissenschaftlichem Hintergrund und von der Wirtschaft begrüßte Ausbildungsmöglichen mit Praxisbezug an Fachhochschulen verschwimmt. Beide Einrichtungen werben um Studenten, die Kärntner Fachhochschule offensichtlich mit überschaubarem Erfolg. Der Rechnungshof, der auch den FH Campus Wien unter die Lupe nahm, stellte fest, dass die förderbaren Studienplätze im Prüfzeitraum vermehrt nicht genutzt wurden, vor allem im Technikbereich, also der höchsten Fördergruppe. Die Anzahl der Studienplätze stieg zwar an, allerdings auch die Zahl der nicht belegten Studienplätze, so der Rechnungshof (von 1.700 auf 2.548). Somit seien nur 40 Prozent der geplanten Steigerung der Studienplätze umgesetzt worden. Die nicht „verbrauchten“ Fördermittel wuchsen damit von 1,55 Millionen Euro im Studienjahr 2019/20 auf 19,79 Millionen Euro im Studienjahr 2023/24. Dabei könne die FH bei zu geringer Nachfrage oder hohem Drop-out Plätze in andere, stärker nachgefragte Studiengänge umschichten. Trotz Verlängerung der Antragsfristen für solche Umstellungen konnte jedoch das Ansteigen der Zahl unbelegter Studienplätze „nur bedingt aufgehalten werden“, kritisieren die Prüfer. Der Rechnungshof empfahl, den weiteren Ausbau der Studienrichtungen mit dem tatsächlichen Auslastungspotential festzulegen. Die Finanzierung der 21 Fachhochschulen in Österreich mit ihren rund 59.000 Studierenden ist als Mischfinanzierung konzipiert, die Bundesmittel für die FH-Förderung stiegen 2023/24 um 35 Prozent auf 441 Millionen Euro. Der RHBericht erscheint zu einem Zeitpunkt, in dem auch über massive Rotstift-Maßnahmen an Hochschulen diskutiert wird – bei stark gestiegenen Finanzierungsbeiträgen der Länder. Dabei fehlt es nicht an interner Kritik, die von fehlenden Karriere-Chancen für Lehrende bis hin zu „falschen“ Standorten, mangelnder Ausrüstung und ungeeigneten Räumlichkeiten reichen. Und letztlich stellt sich für Kärnten auch die Frage, wie gut sich die FH (Bereich Marketing/PR) bei Maturanten bzw. Maturantinnen präsentiert. Schon 2010 gab es heftige Kritik vom Rechnungshof, der zwei der vier Standorte angezweifelt hat und auf „die teuersten Studienplätze in Österreich“ hinwies. Kritiker wollen zudem wissen, ob die FH-Geschäftsführung (Vorstände und Aufsichtsräte) längst notwendige Reformschritte „verschlafen“ hat. Einen Lichtblick gibt es allerdings: Die renommierte Politwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle wird ab 1. Oktober Rektorin an der FH Kärnten, ihre Stellvertreterin Ulla Birnbacher. Fachhochschule Kärnten: Kontrollore kritisieren unbesetzte Studienplätze Der Bundesrechnungshof stellt wichtiger Bildungseinrichtung ein schlechtes Zeugnis aus. Vor allem der Technikbereich ist betroffen. Um das Blinkverhalten an Kreisverkehren und Kreuzungen zu erheben, hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) rund 18.500 Beobachtungen in Österreich durchgeführt (Zeitraum: 26.09. bis 16.11.2025). Demnach blinkt jeder dritte Kfz-Lenkende (33 %) bei Kreisverkehren falsch oder gar nicht. Bei herkömmlichen Kreuzungen liegt der Anteil der „Blink-Muffel“ bei 19 Prozent. Bei denjenigen, die laut KFV-Beobachtungen während des Lenkens eines Fahrzeugs essen, trinken oder rauchen, blinken beim Kreisverkehr 48 Prozent nicht. Wer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert oder während der Fahrt am Handy tippt, blinkt sogar in 52 Prozent der beobachteten Fälle nicht. Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV erklärt dazu: „Unachtsamkeit und Ablenkung sind nach Vorrangverletzungen und Rotlichtmissachtungen die zweithäufigsten Hauptunfallursachen bei Unfällen an Kreuzungen und Kreisverkehren. Daher raten wir dringend davon ab, während des Lenkens eines Fahrzeugs ohne Freisprecheinrichtung zu telefonieren, Social-MediaAktivitäten durchzuführen, Textnachrichten zu schreiben, zu lesen oder ähnliche ablenkende Tätigkeiten zu verrichten.“ Wichtig: Geblinkt wird beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr und nicht beim Einfahren. Der Verkehrssicherheitsexperte stellt auch ein häufiges Missverständnis klar: „Geblinkt werden muss beim Ausfahren aus dem Kreisverkehr und nicht beim Einfahren. Das Blinken beim Verlassen des Kreisverkehrs ist auch deshalb so wichtig, weil es den Verkehrsfluss deutlich verbessert. Durch das Blinken können jene Fahrzeuge, die auf das Einfahren in den Kreisverkehr warten, viel besser einschätzen, ob sie losfahren können oder nicht. Durch korrektes Verhalten vermeidet man insbesondere an heißen Sommertagen aber auch ein Erhitzen der Gemüter.“ Fahrräder bzw. E-Scooter bilden das Schlusslicht Interessant ist auch die Aufschlüsselung des Blinkverhaltens an Kreisverkehren nach Fahrzeugarten. Bei den Lenkenden von leichten Fahrzeugen ist die Blinkmoral deutlich geringer als bei schweren Vehikeln, obwohl diese im Fall eines Unfalls deutlich verletzlicher sind: Bei Fahrrädern und E-Scootern – die gemeinsam erhoben wurden – verzichteten 70 Prozent auf das vorgeschriebene Handzeichen bzw. Blinken, gefolgt von Mopeds bzw. Motorrädern (40 % nicht geblinkt), Pkw (33 %), Lkw (24 %) und Bussen (21 %). Zugleich waren die Verletzten an Kreisverkehren in mehr als einem Viertel der Fälle (26 %) mit Fahrrädern bzw. E-Scootern unterwegs. Nur bei Pkw liegt der Anteil bei Verletzten (Durchschnitt von 2023 bis 2025) mit 33 Prozent noch höher. Auch Moped- (18 Prozent) und Motorradfahrende (14 Prozent) sind sehr häufig unter den Verletzten zu finden. Rund 1.000 Verunglückte auf Kreisverkehrsanlagen pro Jahr Von den durchschnittlich mehr als 46.000 Verunglückten (Verletzten und Toten) pro Jahr auf Österreichs Straßen ereignen sich rund 1.000 auf Kreisverkehrsanlagen, wie eine Auswertung der Straßenverkehrsunfallstatistik 2023 bis 2025 durch das KFV zeigt. In absoluten Zahlen ist das recht viel. Gemessen am gesamten Unfallgeschehen passieren an Kreisverkehren aber vergleichsweise wenige Unfälle mit Personenschaden, zumal dort relativ langsam gefahren wird. Zum Vergleich: Bei herkömmlichen Kreuzungen verunglücken fast 15.000 Personen pro Jahr. Hauptunfallursache sind sowohl bei Kreisverkehren als auch bei Kreuzungen Vorrangverletzungen/Rotlichtmissachtungen. Umso wichtiger ist korrektes Blinkverhalten. Fatal: Jedes dritte Kfz blinkt falsch oder gar nicht im Kreisverkehr 33 % der Kfz-Lenkenden blinken beim Verlassen des Kreisverkehrs nicht, wie eine Beobachtungsstudie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigt. Unachtsamkeit und Ablenkung sind nach Vorrangverletzungen und Rotlichtmissachtungen die zweithäufigsten Hauptunfallursachen bei Unfällen an Kreuzungen und Kreisverkehren. Dipl.-Ing. Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV „ „ © KFV/APA-Fotoservice/Schedl

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