DAS KÄRNTEN Klagenfurt/Klagenfurt Land/St. Veit/Glan Österreichische Post AG - RM GZ 19A041618 K - unabhängig Drückt man zu oft das ORF-Auge zu? Drückt man beim ORF das von Erich Sokol erfundene Auge trotz aller Skandale immer wieder zu (siehe dazu auch Seite 2)? Stiftungsräte und diverse Führungskräfte geben derzeit ein mehr als jämmerliches Bild ab. Bekanntlich geht heuer die langjährige und erfolgreiche Kärntner ORF-Chefin Karin Bernhard in Pension. Schon gibt es diverse Nachfolge-Gerüchte. Einer Zeitung zufolge wird der ehemalige ORF-Technik-Direktor und Kärntner ORF-Stiftungsrat Michael Götzhaber als künftiger Landesdirektor gehandelt – bis zu einer weiteren endgültigen Entscheidung. Hier fallen Namen wie Unterhaltungschef Martin Weberhofer oder Chefredakteur Bernhard Bieche. Im Landesstudio hat man zudem noch den einen oder anderen Namen gehört. Man wird sehen. Zweifellos haben die Kärntner ORF-Leute immer wieder bewiesen, dass sie ihre Arbeit verstehen. Eine Entscheidung für den 236.100-Euro-brutto-Jahres-Job gibt es noch nicht. Als Nachfolgerin der gebürtigen Steirerin Karin Bernhard wird sogar die Steirerin und ZIB-Nachrichtenlady Nadja Bernhard ins Spiel gebracht – falls sie den angepeilten Grazer ORF-Chefsessel doch nicht erklimmen kann. Der Schreibname bliebe ja gleich. Auch Arbeitsgerichtsprozesse sind für ein Großunternehmen nichts Neues. So klagte die Gailtaler ORF-Wirtschaftsredakteurin Sonja Sagmeister den ORF. Sie soll einem Wirtschaftsminister „nicht abgesprochene“ Fragen gestellt haben. Wie bitte? Was ist mit unabhängigem Journalismus? Die Unbequeme wurde gefeuert und der Herr Minister hat bei der Nationalbank Karriere gemacht. -hk Ausgabe APRIL 2026 Gottlieb Türk: Chefkriminalist schlägt Alarm – Betrugsfälle im Internet nehmen rasant zu! S. 5 Babler: Politische Werbung auf Steuerkosten. Kritiker sprechen von einem „Imagefilm“. S. 11 ANZEIGE Foto beigestellt Im Bezirk St. Veit vermehren sich die Biber und die Wildschweine! Im Vorjahr 338 Stück Schwarzwild erlegt. Noch keinen „Problemwolf“ entnommen. Biber sorgen bei den Bauern für Ärger. Gespräch mit Bezirksjägermeister Alfons Kogler. S. 6 Der Froschkönig Der Klagenfurter„Vize“ Patrick Jonke präsentiert sich als Retter der Kröten und Frösche, seine„Freie Soziale Bürgerpartei“ ist hingegen ziemlich unbekannt. S. 4 Vorzeige-Boxer Er war Box-Europameister im Weltergewicht und gilt weiterhin als Vorzeige-Sportler – der Klagenfurter Joe„Tiger“ Pachler. Im Interview erklärt er:„Im Ring hatte ich nie Angst!“ S. 15 © Christian Berger Foto beigestellt Kärntens neuer Landeschef Ing. Daniel Fellner, mittlerweile auch von Bundespräsident Dr. Alexander van der Bellen vereidigt, setzt auf die vielen Gemeinsamkeiten und einen festen Zusammenhalt der Menschen in unserem Lande. Auch die Redaktion von „DAS KÄRNTEN“ gratuliert dem gebürtigen Lavanttaler zu seinem Amtsantritt und wünscht dem dreifachen Vater für seine verantwortungsvolle Tätigkeit einen guten Start, genügend Durchhaltevermögen und starke Nerven. Der Regierungschef: „In Kärnten geboren worden zu sein, bedeutet sechs Richtige in der Lotterie des Lebens“. Unser Foto zeigt den stolzen Landeschef mit Gattin Sandra und Mitgliedern der Militärmusik. Künftig wird Fellner, gemeinsam mit dem Koalitionspartner VP, am Arnulfplatz den Taktstock schwingen. Foto: LPD Kärnten Alles Gute, Herr Landeshauptmann!
das 2 KÄRNTEN AKTUELL IMPRESSUM: Die Agentur – Verlag – Heinz Knapp Herausgeber/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp, h.knapp@das-kaernten.at Chef-Redakteur: Dr. Harald Raffer, h.raffer@das-kaernten.at Grafik: Daniel Knapp, d.knapp@das-kaernten.at Lektorat: Alfred Eichhorn Druck: CARINTHIA GmbH & Co KG Kolumnisten: Dr. Barbara Zink, Dompfarrer Dr. Peter Allmaier, Gernot Nischelwitzer Mag. Peter Weitzel, Dr. Günter Schmiedauer, Karl Ploberger Ein wahrer Freund – diese Worte vermitteln Sympathie, Loyalität und Vertrauen. Sitzen deshalb im ORF-Aufsichtsrat in Wien Freundeskreise der verschiedenen politischen Parteien? Wohl kaum. Auch nach einem Höchstgerichtsurteil weigert sich die Regierung, Österreichs Staatsfunk endlich zu entpolitisieren! Man möchte weiterhin auf der mächtigsten Medienorgel des Landes klimpern! Was wäre mit einem Freundeskreis der Experten, einem Gremium der Medienprofis, einem Club der Dichter, Denker und Literaten oder einem Freundeskreis der Unabhängigen? Zuletzt ist der Stiftungsrat durch den Rücktritt des ORFGenerals Roland Weißmann und einer undurchsichtigen Affäre ins grelle Licht der Öffentlichkeit gerückt. Bekanntlich war der umtriebige ORFBoss nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurückgetreten, obwohl er die Vorwürfe aus dem Jahre 2022 (!) bestreitet und mit der Mitarbeiterin vor seinem Amt als ORF-„Kapitän“ angeblich „besser bekannt war“. Die Betroffene weist das zurück, eine interne Prüfung ergab keinen „sexuellen Übergriff“. Weißmann wurde trotzdem gekündigt. Stiftsratsvorsitzender Heinz Lederer (SP) und auch Stellvertreter Gregor Schütze (die VP darf nicht zu kurz kommen) gaben sogar eine Blabla-Pressekonferenz. Man will nichts verheimlichen, Transparenz sei gefragt. Oder Freundschaft. Ein Wort, dass nicht nur in „roten“ Kreisen vorkommt, wie der Ex-Grüne Spitzenverdiener Pius Strobl weiß. Ein ORF-Mann mit einem Jahres(vertrags)gehalt von rund 450.000 Euro! Der Ex-Mann von Moderatorin Eva Pölzl ist kein unbeschriebenes Blatt. Wer kann sich noch an die „Abhöraffäre“ dieses Spitzenverdieners erinnern? Also auf heimliche Tonbandaufnahmen während einer Stiftungsratssitzung? Böse Zungen behaupten, der „VorzeigeGrüne“, Wrabetz-Freund, ORFStandort-Bauherr, Ex-ORF-Sicherheitsbeauftragte und Licht-ins-Dunkel-Verantwortliche hätte sich für seine Supergage nicht gerade „den Haxn ausgerissen“. Aber das sind sicher nur Neider aus der ORF-Schlangengrube. Vielleicht kommt doch noch Licht ins Dunkel? Was ist mit der kolportierten und schwer zu rechtfertigenden 2,5-Millionen-Euro-Luxuspension für Herrn Strobl? Angeblich zugesagt am letzten Amtstag von Alexander Wrabetz. Und warum schweigen die sonst so polternden Grünen? Sie sind im Stiftungsrat vertreten, genauso wie FP, Neos, VP und SP. Und warum taucht ORF-Stiftungsratschef und PRBerater Lederer laut „Krone“ in Honorarunterlagen eines Benko-Anwaltes auf – samt Treffen mit Signa-Leuten? Das hat mit ORF-Berichterstattungen im Kriminalwirtschaftsfall sicher nichts zu tun! Und Herr Lederer hat jenen Baumeister beraten, der das ORF-Funkhaus gekauft hat. Und VizeStiftungsrat Schütze hat zwei ORF-Konkurrenten gemanagt – laut „Krone“ Sky und Neflix. Und das sei ja doch nicht unvereinbar! Ebenfalls „nichts dabei“ findet Ex-ORF-Direktor und Stiftungsrat Thomas Prantner seine Konsulententätigkeit für Sky. Mindestens ein Dutzend der ehrenwerten Stiftungsräte, darunter ein Anwalt, sollen irgendwelche Konkurrenzunternehmen „irgendwie“ beraten. Und die Betroffenen erklären scheinheilig, dass „doch alles korrekt sei“. Was, zum Teufel, ist dann überhaupt noch unvereinbar? Wer kontrolliert diese Räte? Höchste Zeit für neue und unabhängige Köpfe, die auf keine lukrativen Nebengeschäfte schielen! Das riecht nach Privilegien-Stadel – diese Räte sind unglaubwürdig und rücktrittsreif!! Raus aus dem ORF-Haus!! Viele Zufälle Und ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler, von den „Blauen“ vermutlich als (Unruhe) Stifter ins erlauchte Gremium geschickt? Er tritt ständig in einem Konkurrenz-Unternehmen auf und plaudert manchmal aus der Schule (aus dem Stiftungsrat?). Aber Herr Westenthaler, gebürtiger Hojak, plaudert eben gerne. Auch über eine mehrmonatige Haft wegen eines Untreuedelikts in ausgesuchten Medien. Der Ex-FP-Generalsekretär und ExBZÖ-Chef Westenthaler war es auch, der Gagenkaiser Pius Strobl eine Involvierung in den „Weißmann-Rücktrittskandal“ unterstellt hatte. Es geht also um eine Mitarbeiterin, die derzeit mit einem anderen ORF-Mann zusammenleben soll, der sich, wie Insider meinen, bei seinem beruflichen Fortkommen übergangen fühlt. Keiner will „Silberrücken“ Weißmann verteidigen, aber in dieser Causa gibt es zu viele „Zufälle“. Warum platzt die Affäre ausgerechnet jetzt – vor einer möglichen Weißmann-Vertragsverlängerung? Und die Frau Ingrid Thurnher (von Starkomiker Otto Waalkes während einer Livesendung liebevoll „Turnschuh“ genannt) soll es jetzt richten. Zutrauen kann man es ihr. Schließlich besitzt der ORF unter seinen 4000 Mitarbeitern hervorragende Journalisten, Vorzeige-Moderatoren, Spitzen-Kameraleute, exzellente Techniker und weitere professionelle Fachleute! Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! EDITORIAL von Heinz Knapp Herta S. 86 Jahre | Zeitzeugin Spenden Sie auf care.at „Es waren immer Tage des Glücks, wenn ein kam.“ 104.1025003_80_Jahre_Anzeige_Herta_200x128abf_v01_RZ_DasWien.indd 1 05.11.25 16:21 Beeindruckt zeigten sich kürzlich der Klagenfurter Kulturreferent Stadtrat Mag. Franz Petritz, Präsidialchef MMag. Stephane Binder und der Lindwurmstädter Kulturamtsleiter Mag. Alexander Gerdanovits von der umfangreichen Privatsammlung des Klagenfurter Mediziners Dr. Gerfried Laske. Petritz: „Man spürt förmlich die Leidenschaft, mit der der bekannte Chirurg diese wunderbare Sammlung über Jahre hinweg zusammengetragen hat. Das ist wirklich beeindruckend!“ Kulturexperte Gerdanovits ergänzt: „Laske wählt mit Hingabe und einem klaren Blick sehenswerte Objekte aus, die Ästhetik wird dabei zum tragenden Leitmotiv.“ Der pensionierte Mediziner sammelt – mithilfe seiner Frau Gabi – aus Freude am Schönen, nicht aus Besitzstreben oder wegen lohnender Investitionen in seltene Werke. Neben interessanten Gemälden von Markus Pernhart, Jakob Canciani, Maximilian Florian und Giselbert Hoke liegt der Schwerpunkt der Bildersammlung auf dem Gesamtwerk von Karl Truppe, also dem Viktringer und dem Nötscher Kreis. Die Freude, die Kunst in seinem „Privatmuseum“ mit anderen teilen zu können, stellt für Dr. Laske einen wesentlicher Faktor dar. Vielleicht folgt einmal eine öffentliche Ausstellung? Der begeisterte Sammler und engagierte Kunstfreund Laske ist Herausgeber einer umfangreichen Truppe-Monographie, die 2021 im Galerie-Magnet-Verlag erschienen ist. Das Foto zeigt (v. l. n. r.): Präsidialchef Binder, Sammler Laske, Kulturreferent Petritz und Kulturamtsleiter Gerdanovits. Foto Privat Eine Sammlung, die beeindruckt! Die Konditormeisterin Lucie Miskovska eröffnete ihr Cake Studio in der Klagenfurter Innenstadt. Lucie Miskovska ist 29 Jahre jung und hat ihr neues Cake Studio „Alles Ocake“ Ende letzter Woche mitten im Zentrum von Klagenfurt eröffnet. Sie bietet neben handgemachten Süßspeisen und besonderen Tortenspezialitäten auch kolumbianischen Kaffee an. Die Mehlspeisen und Dessertvariationen sind täglich frisch. Torten werden auch auf Bestellung gemacht. Lucie Miskovska ist gebürtige Tschechin und kam ursprünglich als Skilehrerin nach Österreich. Schließlich entschied sie sich dazu, hier zu bleiben und begann mit der Lehre als Konditorin, woraufhin sie sogar die Meisterprüfung ablegte. In Feldkirchen eröffnete sie ihre Produktion und kreierte hauptsächlich Torten auf Bestellung für diverse Anlässe. Mittlerweile hat die 29-Jährige ein Verkaufslokal in der Klagenfurter Innenstadt aufgemacht. In der Paradeisergasse 3 findet man das neue Cake Studio mit einem vielfältigen Angebot an Süßem, Torten und unterschiedlichem Gebäck. Die Öffnungszeiten sind freitags von 11 bis 17 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr. Die Abteilung Straßenbau und Verkehr hat die Frühjahrsreinigung der Straßen im Stadtgebiet erfolgreich abgeschlossen. Die zuständige Referentin Sandra Wassermann, BA bedankte sich vor Ort bei den Mitarbeitern. Insgesamt 540 Kilometer Straßen und 170 Kilometer Geh- und Radwege werden in Klagenfurt im Zuge des Frühjahrsputzes gekehrt und gereinigt. 42 Mitarbeiter waren mit drei großen, zwei mittleren und zwei kleinen Kehrmaschinen im Einsatz. Die Dauer der Reinigung hat circa drei Wochen betragen und ist in dieser Woche abgeschlossen worden. „Wenn der Winter geht, beginnt unsere Arbeit sichtbar zu werden: Wir befreien unsere Straßen vom Wintergrau, Salz und Kies und lassen die Stadt wieder strahlen. Sauberkeit ist Lebensqualität – für uns alle und für unser schönes Klagenfurt, verlässlich, Tag für Tag“, so Straßenbau- und Verkehrsreferentin Sandra Wassermann, BA. In der Wintersaison 2025/26 sind rund 400 Tonnen Rollsplitt eingesetzt worden. Manfred Krammer, Gruppenleiter-Stellvertreter der Straßenreinigung hat heuer erstmals die Leitung des Frühjahrsputzes übernommen, nachdem Otto Pschenitschnig letztes Jahr in den Ruhestand wechselte. „Süßes Studio“ in der Innenstadt Klagenfurt ist wieder frühlingsfit Wirtschaftsreferent Stadtrat Julian Geier besuchte Konditormeisterin Lucie Miskovksa © Büro Geier Straßenbau- und Verkehrsreferentin Sandra Wassermann, BA bedankte sich beim gesamten Team für den Einsatz im Dienste der Stadt. © StadtKommunikation/Zechner Vertrieb: Österreichische Post AG, Villach Verlagsadresse/ Rechnungswesen: Die Agentur - Unabhängige Monatszeitung, Chorturmblick 1, 9020 Klagenfurt Offenlegung gem. § 25MedienG: Online: www.das-kaernten.at Bei Bezahlte Anzeigen, PR-Artikeln & namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber. Alle Berichte beziehen sich auf Stand 10.04.2026, 10:00 Uhr
das KÄRNTEN AKTUELL 3 Sonne, Luxus, türkisblaues Meer – das war einmal. Der Krieg rund um den Iran trifft die Urlaubsbranche mit voller Wucht und verwandelt einige der beliebtesten Reiseziele der Welt in Krisenzonen. Der Konflikt hat direkte Folgen für Millionen Urlauber, die Tourismusbranche und für ganze Volkswirtschaften. In Dubai herrscht plötzlich eine Stimmung, die so gar nicht zum Image der schillernden Wüstenmetropole passt. Wo sonst Touristen aus aller Welt flanieren, Luxushotels ausgebucht sind und das Nachtleben pulsiert, macht sich Unsicherheit breit. Die Fluglinien haben aufgrund der Flugverbotszonen und der explodierenden Kerosinpreise viele Destinationen gestrichen. Dadurch brechen bei den Reisebüros die Buchungen ein, wenn nicht die Reisenden selbst ihre Reisen stornieren. Der Grund ist die Angst vor einer weiteren Eskalation in der Region. Raketenmeldungen, gesperrte Lufträume und immer neue Schlagzeilen lassen viele Urlauber zurückschrecken. Selbst erfahrene Reisende die sonst auf Komfort und Exklusivität setzen, überlegen inzwischen zweimal, ob sie die Reise antreten. Drehkreuz-Auslastung Die Folgen sind dramatisch. Hotels melden freie Kapazitäten, Airlines kämpfen mit Umleitungen und Verspätungen. Der internationale Flugverkehr gerät ins Wanken, denn die Golfregion ist eines der wichtigsten Drehkreuze der Welt. Wenn hier der Betrieb stockt, spüren das auch Reisende, die eigentlich ganz woanders hinwollen. Der Traum vom entspannten Urlaub beginnt für viele schon am Flughafen mit Stress und Unsicherheit. Doch die Krise macht nicht an der Wüste halt. Tausende Kilometer entfernt, mitten im Indischen Ozean, geraten auch die Malediven unter Druck. Das Inselparadies lebt fast ausschließlich vom Tourismus, doch dieser Motor beginnt zu stottern. Weniger Flüge, steigende Kosten und verunsicherte Reisende sorgen dafür, dass immer mehr Buchungen ausbleiben. Was sonst als Sehnsuchtsziel für Honeymooner und Luxusurlauber gilt, wird plötzlich zum Sorgenkind. Die Betreiber der Resorts blicken mit wachsender Sorge auf die kommenden Monate, denn jeder ausbleibende Gast trifft das Land ins Mark. Nervöse Regionen Die steigenden Energiepreise verschärfen die Lage zusätzlich. Flüge werden teurer, Transfers aufwendiger, der gesamte Urlaub kostet mehr. Viele Reisende verzichten deshalb ganz oder verschieben ihre Pläne. Für ein Land, das kaum Alternativen zum Tourismus hat, ist das ein gefährlicher Trend. Hinter der Postkartenidylle wächst die Angst vor einer echten Wirtschaftskrise. Auch in Südostasien ist die Lage angespannt. In Thailand, einem der beliebtesten Fernreiseziele der Europäer, macht sich zunehmend Nervosität breit. Die Strände sind zwar noch gut besucht, doch die Buchungszahlen zeigen bereits nach unten. Reiseveranstalter berichten von einer spürbaren Zurückhaltung, besonders bei Gästen aus Europa. Der Grund liegt oft gar nicht im Ziel selbst, sondern im Weg dorthin. Viele Flugrouten führen über den Nahen Osten, und genau dort sorgt der Konflikt für Chaos. Logistischer Hürdenlauf Längere Flugzeiten, teurere Tickets und die Angst vor Zwischenfällen machen das Reisen spürbar komplizierter als noch vor Kurzem. Was früher ein unkomplizierter Langstreckenreise war, wird plötzlich zur logistischen Herausforderung. Einige Urlauber ändern kurzfristig ihre Pläne, andere bleiben ganz zu Hause. Für die Tourismusbranche in Thailand ist das ein Warnsignal, denn sie ist stark von internationalen Gästen abhängig. Der Krieg löst einen Dominoeffekt aus auf die gesamte Reiseindustrie. Steigende Ölpreise treiben die Kosten für Airlines nach oben, was direkt an die Kunden weitergegeben wird. Für Urlauber bedeutet das vor allem eines: Unsicherheit. Viele stehen vor der Frage, ob sie ihre Reise antreten oder lieber stornieren sollen. Die Angst, im falschen Moment am falschen Ort zu sein, reist plötzlich mit. Versicherungen, Umbuchungen und ständig neue Entwicklungen machen die Planung kompliziert und nervenaufreibend. Branche unter Zugzwang Was bleibt, ist ein ungewohntes Bild. Traumstrände, die nicht mehr ganz so voll sind, Luxushotels mit freien Zimmern und eine Branche, die um jeden Gast kämpft. Der Krieg hat den Tourismus fest im Griff – und ein Ende der Turbulenzen ist vorerst nicht in Sicht. Der Traumurlaub ist für viele zum Risiko geworden. H. K. elektrisch Ihre kompetente Fachwerkstätte für sämtliche Automarken in Ihrer Nähe! FRIESSNEGGER AUTOHAUS GmbH ST. VEIT AN DER GLAN, VÖLKERMARKTER STRASSE 45 TEL. 04212/5919, WWW.TOYOTA-FRIESSNEGGER.AT Kommen Sie bei uns vorbei - wir beraten Sie gerne! UNSERE ELEKTRISCHEN PROMPT LIEFERBAR! elektrisch BZ4X elektrisch URBAN CRUISER 1-Stufen Automatik bis 568 km Reichweite ab € 42.690,- brutto 1-Stufen Automatik bis 426 km Reichweite ab € 30.990,- brutto 1-Stufen Automatik bis 607 km Reichweite ab € 40.990,- brutto Urlaub im Ausnahmezustand: Krieg erschüttert die Traumziele der Welt Sonne, Luxus, türkis-blaues Meer – das war einmal. Destinationen wie Dubai, Oman, Thailand oder die Malediven spüren massive Einbrüche. Luxus-Urlaubsparadiese wie die Malediven haben es derzeit schwer novits. Foto Privat Ab dem Frühsommer heißt es am Flughafen Klagenfurt „Benvenuti a Roma“. Jeweils am Donnerstag und Sonntag steuert SkyAlps die italienische Hauptstadt an. Die Verbindung wird im Zeitraum vom 4. Juni bis zum 1. November 2026 bedient und deckt somit die gesamte Tourismussaison vom Vorsommer über die Ferienzeit bis hin zu den Herbstferien ab. Tickets sind bereits ab 99 EUR pro Strecke (oneway) online unter www.skyalps.com und im Reisebüro buchbar. Die Feuerwehren müssen jedes Jahr in den Frühjahrs- und Sommermonaten mehrmals zu Flächen-, Flur- oder Waldbränden ausrücken. In den meisten Fällen werden diese Brände dabei von Menschen ausgelöst. Im Bezirk Klagenfurt am Wörthersee ist nach wie vor eine aufrechte Waldbrandverordnung in Kraft. Im gesamten Verwaltungsbezirk sind im Wald und in dessen Gefährdungsbereich (Waldnähe) • jegliches Feuerentzünden, • das Rauchen sowie • das Wegwerfen von brennenden oder glimmenden Gegenständen wie z. B. Zündhölzer, Zigaretten und sonstigen Rauchwaren, aber auch Glasflaschen und Glasscherben (Brennglaswirkung) verboten. „Als Feuerwehrreferent betone ich, wie wichtig die Einhaltung der Waldbrandverordnung ist. Die Nichteinhaltung kann fatale Folgen für Mensch, Tier und Natur haben. Aus diesem Grund rufe ich Sie dazu auf, sich unbedingt daran zu halten und der Waldbrandverordnung Folge zu leisten“, so Feuerwehrreferent, Bürgermeister Christian Scheider. Bei Verstößen gegen die Verordnung ist mit Strafen bis zu einer Höhe von 7.270 Euro zu rechnen! Im Falle eines Brandes oder der Entdeckung eines Brandereignisses zögern Sie nicht den Feuerwehrnotruf 122 zu wählen. Ciao Roma – Sky Alps startet direkt nach Italien Der Flughafen Klagenfurt baut sein internationales Streckenangebot aus: Ab 4. Juni zweimal nach Rom. Waldbrandgefahr steigt Die Berufsfeuerwehr Klagenfurt weist darauf hin, dass nach wie vor die Waldbrandverordnung gilt! Foto: SkyAlps2026 ANZEIGE
das 4 KÄRNTEN AKTUELL Angst vor Kontrollen? Warum, bitte schön, hat man im Klagenfurter Rathaus Angst vor wirksamen Kontrollen? Was hat man zu verbergen? Warum findet man eine lächerliche Ausrede nach der anderen? Die Rede ist von geplanten Stichproben des unabhängigen Landesrechnungshofes. Die Prüfer möchten u. a. einen Blick auf die Causa Jost werfen. Statt den Kontrolloren, die selbstverständlich der Schweigepflicht unterliegen, alle geforderten Unterlagen rasch auszuhändigen, findet man stets neue Tricks, um eine klare Sicht auf diverse Akten abwehren zu können. Eigentlich versucht man im Schatten des Lindwurms seit Jahren, dem Landesrechnungshof die PersonalverrechnungsAufzeichnungen vorzuenthalten, also den Zugang zum entsprechenden System. Und man legt, trotz aller treuherzigen Beteuerungen der Stadtpolitiker, den Prüfern weiterhin Steine in den Weg. Sogar der Stadtrechnungshof hat es nicht immer leicht. Eine Verschleierungs-Affäre? Verantwortliche im Magistrat verweisen auf Datenschutzprobleme. Datenschutz? Die Rechnungshofprüfer unterliegen, wie festgestellt, der Verschwiegenheitspflicht. Nun können sich Magistratsdirektion und Personalabteilung auf ein teures Rechtsgutachten stützen, dass von „problematischen Daten“ spricht. Man möge dem Wunsch nach einem direkten Live-Zugriff nicht nachkommen. Schließich hätte man zahlreiche Fragen beantwortet und diverse Unterlagen herausgegeben. Wenn die Politik allerdings das längst überfällige Herausrücken aller Unterlagen unterstützen will, braucht sie das nur beschließen. Man pocht plötzlich auf Rechtssicherheit. So entsteht der Eindruck, man wolle die Überstunden-Kaiser und Gagen-Könige decken, möglicheweise ungerechtfertigte Zusatzstunden im ÜberstundenParadies verheimiichen und weitere unkorrekte Auszahlungen verschleiern. Bekanntlich hat ja nicht nur Ex-Magistratsdirektor Peter Jost Überstunden kassiert (er hat allerdings für das Überstundenschreiben keine Überstunden verrechnet), sondern auch der Berufsfeuerwehrchef, der viel beschäftigte Projektkoordinator Martin Strutz und weitere „hohe Tiere“. Kein Wunder, wenn der bisherige Magistrats-Finanzchef Christof Wutte kürzlich das Handtuch warf. Er kündigte, hat aber angeblich ein Rückkehrrecht. Die oft schwer nachvollziehbaren und heftigen Budgetdiskussionen dürften Wutte in seinem Entschluss, in die Privatwirtschaft zu wechseln, bestärkt haben. Und wann zieht KabegJurist Florian Kühr als Vize-Magistratsdirektor ins ehrwürdige Rathaus ein? Er war schließlich Bestgereihter. Ihm winkt ein „dickes“ Monatsgehalt. Auf seine Anstellung wartet er noch immer. Ein Klagenfurter Schicksal. Man denke nur an die peinlichen Vorgeschichten mit Bestgereihten – vor der Bestellung der amtierenden Direktorin Isabella Jandl. Und wie geht die Stadt mit ihrem Vorzeigebetrieb, den Stadtwerken, um? Oft wird von manchen gedankenlosen Politikern auf dem Rücken dieses traditionsreichen Dienstleistungsbetriebes politisches Kleingeld gewechselt. Dabei haben die STW mit einer fetten Zehn-Millionen-Euro-Dividende das katastrophale Stadtbudget aufgebessert und die Rathaus-Herren (und Damen) auf diese Weise vor dem endgültigen finanziellen Ruin gerettet. Mittlerweile wird es zum Roulette-Spiel, welche Schlaglöcher auf Klagenfurts Straßen ausgebessert werden können. Das ähnelt dem Schicksal der Benediktinerplatz-Uhr mit vier falschen Zeiten. Eine Reparatur scheint derzeit wegen „zu hoher Kosten“ nicht möglich. Ein symbolträchtiges Bild – und so dürfte für manchen Volksvertreter die Zeit langsam, aber sicher, ablaufen. Voll engagiert zeigt sich hingegen der Klagenfurter Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Franz Ahm, der etwa die erfolgreiche Aktion „Klamour“ unterstützt, bei der über 30 Betriebe die Innenstadt beleben– mit diversen Aktionen und originellen Angeboten. Während etliche Gemeindepolitiker ihren Kopf weiterhin in den Sand oder den kaputten Asphalt stecken, zeigen initiative Geschäftsleute, wie man Stadtteile belebt und Menschen begeisert. Geschlossene Geschäftslokale, leere Auslagen, verworfene Konzepte, teure 0815-Strategien, eine zu Tode „umgekrempelte“ Bahnhofstraße samt widersinniger Verkehrszeichen und mutlose „Experten“-Gutachten – auf diese Weise werden die zuständigen Referenten in der Innenstadt kaum etwas bewirken. Ex-Stadtrat Max Habenicht scheiterte kläglich. Großmärkte als Abkassierer Großmärkte haben in Kärnten ein Abkassier-Geschäftsmodell eingeführt. So wurde kürzlich von der Wiener Firma Park & Control einer Viktringer Hausfrau eine Zahlungsaufforderung in der Höhe von 94 Euro zugestellt – bei sonstiger Exekution! Die gute Dame hatte im November des Vorjahres (!) mit ihrem Kleinwagen vor dem Penny-Markt in Viktring geparkt und das vorgeschriebene Ein-StundenZeitlimit überschritten. Sie war nicht nur in der Penny-Filiale, sondern auch in angrenzenden Geschäften bzw. einer Bank. Die Viktringerin kann einfach nicht verstehen, warum man keine Toleranzgrenze gelten lässt oder zunächst einen freundlichen Hinweis hinter die Windschutzscheibe steckt. Nachvollziehen kann die Autofahrerin hingegen, dass man gegen stundenlange Dauerparker vorgehen muss. Auf diese unelegante Weise hat die Großmarktfiliale eine Kundin verloren, die in dieser Aktion eine reine Abzocke erblickt. Solche Maßnahmen sollen Filialen anderer Lebensmittelketten in Klagenfurt ebenfalls schon durchgeführt haben. Zumindest zwei Einkaufsstunden wären vielleicht doch angebracht. Was erstaunt: Die Wiener Park & Control verrechnet auch die KennzeichenBehördenabfrage mit 22 Euro! Im Zeitraffer Von Harald Raffer Ein Klagenfurter Politiker als „Froschkönig“, der von einer blonden Prinzessin geküsst wird und sich dann in einen stattlichen Bürgermeister verwandelt? Nun – so weit sind wir noch nicht. Obwohl sich besagter Volksvertreter das durchaus wünschen dürfte. Schließlich will, wie Auguren im Klagenfurter Rathaus vorhersagen, Klagenfurts 2. Vizebürgermeister Patrick Jonke seinen Förderer Christian Scheider in das Bürgermeister-Amt folgen. Baustoffexperte, Autowasch-Reiniger und Gastronom Jonke, der am 30. April seinen 35. Geburtstag feiert, stand wegen angeblich falsch verrechneter Überstunden und möglicherweise „gesteuerten“ FP-Mitgliedsbeiträgen in der Kritik. Die Staatsanwaltschaft stellte allerdings alle Untersuchungen ein. „Er will mit aller Macht an die Spitze“, erklärt ein Insider. Nun – Jonke, der bereits die FP, die Liste Scheider und das Team Kärnten vertreten hat, scheint das mit seinen Aktionen zu bestätigen. So mussten sich seine Vizebürgermeister-Vorgänger Alois Dolinar und Alexander Kastner geschlagen geben und nach kurzen Auseinandersetzungen das Handtuch werfen. Nur gegen den damaligen FP-Stadtchef Wolfgang Germ erlitt der seinerzeitige FP-Mann Jonke 2016 eine empfindliche Niederlage. Germ ist mittlerweile wieder bei der Berufsfeuerwehr gelandet. Ihm werden durchaus Gelüste auf den einzigen FPStadtrat-Sessel nachgesagt. Mit einer „Liste Scheider“ will ein Patrick Jonke keinesfalls in den nächsten Bürgermeisterwahlkampf ziehen. Eine „Liste Jonke“ wäre sicher nach dem Geschmack des Wohnungs-, Tier-, Klima- und EU-Referenten, spielt sich allerdings nicht. So gründete man mit dem Stadtoberhaupt 2025 die „Freie Soziale Bürgerpartei“ (FSP). Und schon verdichteten sich Gerüchte, die FP möchte ihren doch erfolgreichen Christian wieder zurückholen. Insider halten das für „schwer möglich“. Die FSP (hat mit dem fast gleichnamigen russischen Inlandsgeheimdienst natürlich nichts zu tun) ist weiterhin unbekannt und ihr fehlen entsprechende Wahlkampfmittel. Von Patrick Jonke hat man zuletzt wenig gehört – außer über eine Schutzaktion für Frösche, Kröten & Co beim Schlossteich Ehrental. Dort wurde für die Zeit der Amphibienwanderung ein fast 200 Meter langer Schutzzaun aufgebaut. Freiwillige Helfer sorgen mit der „ZaunKübel-Methode“ dafür, dass die bis zu acht gefährdeten Arten sicher über die Straße kommen. Eine durchaus lobenswerte Aktion, wandern die Amphibien bei feuchtem Wetter auch tagsüber zu den Laichgewässern. Dabei müssen Straßen überquert werden. Jährlich fallen deshalb unzählige Frösche und Kröten dem Verkehr zum Opfer. Hier wird Klima- und Umweltschutzreferent Patrick Jonke aktiv – etwa bei einem Lokalaugenschein beim FröscheSammeln. So stellte der Politiker mit der ARGE Naturschutz und zuständigen Beamten die unterschiedlichen Arten fest: Erdkröte, Grasfrosch, Springfrosch, Balkan-Moorfrosch, Grünfrösche, Laubfrosch, Teichmolch und Alpen-Kammmolch. Bleibt nur die Frage: Wer holt für Jonke die goldene Kugel aus dem tiefen Rathausbrunnen? Diamanten für ewige Ruhe Der Bericht „Trend bei der Bestattung Kärnten – Diamanten für die ewige Ruhe“ war für mich sehr interessant! Ich hatte vor längerer Zeit einen plötzlichen Todesfall in der Familie und habe einen geliebten Menschen für immer verloren. Ich werde mich an die Bestattung Kärnten wenden und aus einem kleinen Teil der Asche des Verstorbenen ein Schmuckstück anfertigen lassen, vermutlich einen Ring. So kann ich ein wunderbares Wesen, dem ich immer sehr nahegestanden bin, immer bei mir tragen. Ich kann verstehen, dass sich die Art der Bestattung zu einem Trend entwickelt hat. Eine Idee, die Trost spendet. Gertrude K., Klagenfurt Einfach abgeschoben … Gratulation! „DAS KÄRTNEN“ zeigt schonungslos auf, wie die eigene Partei ungeliebte oder wenig erfolgreiche Volksvertreter einfach abschiebt – etwa von einem hoch dotierten Klagenfurter Stadtsenatssessel in den „gewöhnlichen“ Gemeinderat. Plötzlich findet sich also ein wichtiger Vertreter der Landeshautstadt auf einen weniger bedeutenden Platz. Interessant ist auch, dass ein ehemaliger Vizebürgermeister in diesem Gremium Platz gefunden hat, aber auch sein Sohn. Das erinnert mich an Familienbetriebe und Landesfürsten, die ihr hohes Amt dem Nachwuchs übergeben haben. Da der ORF jetzt ins Gerede gekommen ist: Das erinnert mich auch an einen längst verstorbenen ORFZentralbetriebsrat am Wiener Küniglberg, der sich vor langer Zeit in einem Nachrichtenmagazin damit gebrüstet hat, dass er im Laufe etlicher Jahre die „halbe Verwandtschaft“ in der ORF-Zentrale untergebracht hat. Von der Redaktion über die Technik bis hin zur Portierloge. Während sich für diese ORF-Jobs damals die Betroffenen alle Finger abgeschleckt haben und dafür vermutlich einige Gegengeschäfte gelaufen sind, muss man die Lokalpolitiker beinahe bedauern. Keiner mag sie so richtig. Und trotzdem können sie nicht loslassen und klammern sich sogar an einen Gemeinderatsstuhl. Wer einmal eine Klagenfurter Gemeinderatssitzung miterlebt hat, hält jede Kasperle-und-Petzi-Aufführung für Hochkultur. Und wenn ich die letzte Ausgabe richtig gelesen habe, wollte ein mittlerweile im Ruhestand befindlicher Magistratsdirektor eine großartige Ehrung durch die Stadt. Hoffentlich nicht für seine vielen Überstunden… M. P., Klagenfurt Buch9020! Es ist absolut erfreulich, dass es nach dem sensationellen Erfolg im Vorjahr heuer wieder die dreitägige BUCH9020 in der Klagenfurter Stadtgalerie geben soll. Diesmal Mitte September – wieder mit Bestseller-Autorinnen und Autoren, zahlreichen Verlagen, interessanten Ausstellungsstücken, spannenden Neuerscheinungen und Texten für alle Altersgruppen und für alle Interessensgebiete. Auch die Jugend kommt nicht zu kurz! Gratulation zum einzigen Lesefestival in Südösterreich. Ein Besucher-Ansturm ist garantiert. Das ist auch für Literaturfreunde, aber auch für Touristiker und die Wirtschaft erfreulich! Katrin aus St. Veit Bürgermeister-Nachfolge: Politiker als „Froschkönig“? Klimareferent Patrick Jonke präsentiert sich als Retter der Amphien. Die „Freie Soziale Bürgerpartei“ ist noch unbekannt. Senden Sie uns Ihren Leserbrief an: redaktion@das-kaernten.at Der Klagenfurter Vizebürgermeister Patrick Jonke: Wer will mich? © Christian Berger
das KÄRNTEN AKTUELL 5 Gewinnen mit “ Das Kärnten” 1 von 5 Gutscheinen im Wert von jeweils 1.000 Euro von 1 von 5 Gutscheinen im Wert von jeweils 100 Euro von 1 von 20 Gutscheinen im Wert von jeweils 50 Euro von Wie heißt eine der beliebtesten Urlaubsinseln der Welt? a) Malediven b) Maledoofen Wie heißt die Eigenmarke von SPAR? a) S-Budget b) S-Finanzen 1 Einkaufsgutschein im Wert von 1.000 Euro von Wo ist der Firmensitz von Moncler Mode? a) Mailand, Italien b) Köln, Deutschland Betreff: Moncler Betreff: Reisen Betreff: Interspar Senden Sie eine Mail mit dem Betreff des Gewinnspiels und Ihrer Antwort an office@das-kaernten.at Teilnahmebedingungen für sämtliche Gewinnspiele: Die Teilnehmer erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass ihre Daten an den jeweiligen Gewinnspielpartner weitergegeben werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich verständigt. Gewinne sind nicht in bar ablösbar. Einsendeschluss: Freitag, 24. April 2026. Wien Er ist seit 2010 Leiter des Landeskriminalamtes Kärnten und konnte in den letzten Jahren mit seinem engagierten Team zahlreiche heikle Fälle lösen: Oberst Gottlieb Türk, seit 1987 bei der Polizei (damals Gendarmerie). Türk begann seine Karriere auf dem Gendarmerieposten Bad Kleinkirchheim, wechselte dann zur Kriminalabteilung (Betrug) und absolvierte den Fachkurs „Kriminaldienst“, die Offiziersausbildung und die Mitteleuropäische Polizeiakademie. Zudem stand er als Referent in verschiedenen Funktionen im Einsatz und war als Stabskommandant tätig. Oberst Türk kämpft mit 130 Kriminalisten in 21 Fachbereichen gegen Verbrechen aller Art – von Mord über Suchtgift, Prostitution bis hin zur Bandenbildung. Bei grenzüberschreitenden Verbrechen arbeiten die Fahnder mit internationalen Polizeikräften wie Europol, Interpol oder dem FBI zusammen. Die Gangsterjäger greifen dabei auf modernste Fahndungsmethoden zurück, etwa auf DNA-Spuren, den digitalen Fingerabdruck oder Labortests. Wir sprachen mit Oberst Türk über die aktuelle Kärntner Kriminalstatistik. Bei einem Blick auf die aktuelle Kriminalstatistik in Kärnten: Welche Delikte überwiegen oder häufen sich? Wie sieht es mit der Aufklärungsquote aus? Welche Delikte sind zurückgegangen? Und welche neuen Formen der Kriminalität gibt es? Oberst Türk: Die Zahl der angezeigten Delikte in Kärnten ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent auf 25.532 Fälle gesunken. Die Aufklärungsquote bleibt mit 61,3 % weiterhin auf hohem Niveau und zeigt damit die hohe Effizienz der Landespolizeidirektion Kärnten. Der leichte Rückgang von 0,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr ist marginal und unterstreicht die stabile Sicherheitslage im Land. Cyberkriminalität verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum. Die Kärntner Polizei bearbeitete 2025 insgesamt 3.034 Delikte, das bedeutet einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um minus 2,1 % bei der IT-Kriminalität, wobei 1.716 Internetbetrugsfälle angezeigt worden sind. Trotz eines leichten Rückgangs von minus fünf Prozent bei der Internetkriminalität bleibt das Niveau hoch und erfordert verstärkte Präventionsmaßnahmen. Die Internet-Betrugsfälle nehmen derzeit erneut zu. Bei den Gewaltdelikten verzeichneten wir einen leichten Anstieg von insgesamt 2,7 %, was einen bedauerlichen Höchstwert im Zeitraum von zehn Jahren markiert. Die Zahl der Überfälle auf Tankstellen, Wettbüros, Post- und Bankfilialen nimmt hingegen weiter ab. Als einzige Ausnahme im Bereich der sonst sinkenden Eigentumskriminalität kann man bei Einbruchsdiebstählen in Wohnungen einen Anstieg von 6,2 % im Vergleich zum Vorjahr feststellen. Wobei hier anzumerken ist, dass wir uns auf einem konstant niedrigen Niveau befinden. Nur als Beispiel – 2013 gab es 688 derartige Einbrüche. Die Eigentumskriminalität als Gesamtes ist rückläufig. Die Zahl der Eigentumsdelikte sank um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Klassische Delikte wie Einbruchdiebstahl, Autodiebstahl und Suchtmittelkriminalität sind rückläufig – ausgenommen Alkohol und Drogen im Verkehr. Die Zahl der KFZ-Diebstähle sank im Vergleich zum Vorjahr sogar um beachtliche 36,7 %. Cybercrime, insbesondere Internetbetrug und digitale Erpressung, nahmen in letzter Zeit weiter zu. Die Landespolizeidirektion und das Landeskriminalamt Kärnten warnen vor zunehmend komplexen, international vernetzten Kriminalitätsformen. Es wird deshalb verstärkt in Prävention und Ausbildung der Beamten investiert. Hier möchte ich das neue CyberCrime-Training-Center-Ausbildungszentrum des LKA Kärnten besonders hervorheben. Dort werden unsere Kolleginnen und Kollegen für die weitere Fallbearbeitung von internetbezogener Kriminalität speziell ausgebildet. In welchem Kärntner Bezirk überwiegen Gewalttaten, wo sind in erster Linie Eigentumsdelikte, zu finden? Türk: Besonders in den Ballungsräumen Klagenfurt und Villach sowie in den Bezirksstädten häufen sich mehr als im ländlichen Bereich Gewalt- sowie Eigentumsdelikte, vor allem im öffentlichen Raum und im Zusammenhang mit Alkohol- und Drogenkonsum. Dies ist natürlich, in gewisser Weise, der Siedlungsdichte und der Anbindung an internationale Verbindungen geschuldet. Die Suchtgiftproblematik bleibt bestehen, vor allem im Zusammenhang mit der Beschaffungskriminalität. Blicken wir einmal auf Zahlen im Bereich Klagenfurt Land: Hier wurden 2024 insgesamt 2277 Delikte registriert, 2025 waren es 2295, ergibt ein Plus von 0,8 % bei einer Aufklärungsquote von 60,8 %. Die Gesamtkriminalität im Raum St. Veit an der Glan umfasste 2024 exakt 1960 Delikte, 2025 1573 Strafanzeigen, also ein Minus von 19,7 % bei einer Aufklärungsquote von 59,2 %. Freilich existiert in allen Kriminalitätsbereichen immer eine Dunkelziffer, das sind nicht angezeigte Straftaten. Fazit: Kärnten weist eine stabile Sicherheitslage auf, mit einer hohen Aufklärungsquote und rückläufigen Zahlen bei klassischen Delikten. Gleichzeitig erfordert die Zunahme von Cyberkriminalität und Gewaltdelikten eine verstärkte Präventions- und Aufklärungsarbeit. Die Polizeidirektion und das Landeskriminalamt sind hier gut aufgestellt und reagieren mit gezielten Maßnahmen. Sie gelten als erfahrener Kriminalist und haben mit Ihrem Team schon zahlreiche heikle Fälle gelöst. An welche spektakulären Vorfälle erinnern Sie sich? Türk: Ja, da gibt es tatsächlich schon viele Erinnerungen. Speziell in Erinnerung bleiben uns vor allem auch die bislang ungelösten Fälle. Zu erwähnen wäre hier der ungelöste Mord an Reinhard O. aus dem Jahre 2015. Der Mann wurde in Klagenfurt kaltblütig erschossen. Erwähnenswert wäre auch die bislang ungeklärte bedenkliche Abgängigkeit mit Verdacht auf ein Gewaltverbrechen von Michaela G. aus dem Jahre 2006. Demgegenüber stehen aber auch sehr schwierige und gelöste Fälle, zum Beispiel begangen durch das medial als „okkulte Hexen“ bezeichnetes Frauentrio aus dem Raum Villach, denen in den Jahren 2018/19 ein Mord, Brandstiftungen und Betrugshandlungen in Millionenhöhe nachgewiesen werden konnten. Extrem spannend war auch der Mord an der italienischen Staatsbürgerin Anna T. aus dem Jahre 2008 in Völkermarkt. Der Fall konnte durch langwierige akribische kriminalpolizeiliche Arbeit 14 Jahre später im Jahre 2022 geklärt werden. Chefkriminalist: „Betrugsfälle im Internet nehmen weiter zu!“ 130 Beamte fahnden nach Verbrechern. Hohe Aufklärungsquote in unserem Bundesland. Die Zahl der digitalen Erpressungen steigt. Chefkriminalist Oberst Gottlieb Türk: „Gerissene Internet-Betrüger gehen immer raffinierter und mit neuen Tricks gegen ahnungslose Opfer vor!“ Foto beigestellt Wo befinden sich die City Arkaden? a) Klagenfurt b) Villach Die vollen Speisenkörbe vom Karsamstag habe ich noch gut vor Augen, die in diesem Jahr durch das warme und sonnige Osterwochenende noch herrlicher anzusehen waren. Beim Segnen der Speisen ist mir die gute Laune der Menschen und das Lächeln aufgefallen, das aus ihren Augen geblitzt hat. Die Menschen waren viel entspannter und leutseliger als sonst. Kann das vielleicht damit zusammenhängen, so überlegte ich mir, dass die sonnigen Farben, der Duft des Schinkens und die Rede von der Auferstehung nicht nur eine heitere Gestimmtheit, sondern auch einen positiven Blick auf die Welt und die anderen Menschen bewirkt haben. Und mir fiel dabei eine Studie von Barbara Fredrickson von der Universität Michigan ein, die schon vor mehr als 20 Jahren einen Zusammenhang einer positiven Emotion und einem wohlwollenden Miteinander der Menschen nachgewiesen hat. Ihre Untersuchungen von Personen, die Freude erlebten, haben gezeigt, dass der Drang zum Spielen stärker wird. Über bekannte Gesellschaftsspiele hinaus ist dieser Drang mit einem spielerischen Umgang, das heißt mit einer gewissen Leichtigkeit im Umgang mit problematischen Personen oder Situationen verbunden. Weiters konnte Fredrickson bei diesen Menschen eine erhöhte Zufriedenheit feststellen, die dann eine erhöhte Sensibilität zum Genießen hatten. Und bekanntlich sind Menschen, die genießen können, auch für andere genießbarer. Beim Vorbeigehen an den Speisenkörben mit den herrlichen Weihedecken ist mit neuerlich bewusst geworden, wie die Osterbotschaft eine Nachricht ist, die nicht nur die wichtigste aller jemals verlautbarten Informationen darstellt und zukunftseröffnend ist. Sie ist auch jene Botschaft, die das Zusammenleben der Menschen verändern kann. Denn feindselige Deutungsmuster, die zunächst davon ausgehen, das Schicksal und die anderen Menschen meinten es schlecht mit mir, fördern lebensverneinende Ängstlichkeit und aggressives Verhalten. Bräuche wie die Speisensegnungen werden wohl auch deshalb von den Menschen immer häufiger aufgesucht, weil sie deren wohltuende Wirkung spüren. Vielleicht sollte man während des Jahres öfters Speisensegnungen anbieten und vor allem zerstrittene und verfeindete Menschen zur Teilnahme einladen, die dann so lange Lob- und Jubellieder singen müssten, bis sie den Speisen miteinander teilten. Und schließlich würde ich dazu auch jene Leute einladen, die an den politischen bzw. militärischen Schalthebeln dieser Welt sitzen. Stellen Sie sich vor, diese Leute müssten alle mit ihrem Weihkorb vor mir stehen und ein Loblied auf jenen Gott singen, der uns ewiges Leben gibt. Sie würden vielleicht so manche Kleinkariert- und Dummheit einsehen. Sie würden dann bestimmt langsam anfangen ihre Speisen zu teilen, damit sie die kurze Lebenszeit zur Gewöhnung an jene Personen nutzen könnten, mit denen sie dann eine Ewigkeit in Frieden leben müssen. Gott im Wort Von Dompfarrer Dr. Peter Allmaier Positiver Blick auf die Welt © KhFessl
das 6 KÄRNTEN AKTUELL Die Causa Wöginger (dem VP-Bundesklubchef wird „Postenschacher“ vorgeworfen, es gilt die Unschuldsvermutung) erinnert an jene Zeiten in Kärnten, als der bereits verstorbene Sima-Nachfolger, SPLandeschef und Landeshauptmann Leopold „Poldi“ Wagner die Landespolitik beinah zur Gänze beherrschte. Wer damals nicht das „richtige“ Parteibücherl hatte, hatte es schwer bei Stellenausschreibungen für den Landesdienst. Beispielsweise hatte eine junge Kärntnerin zwar den Aufnahmetest als Sekretärin (!) für einen sicheren Job im Landesbereich mit Bravour bestanden, weigerte sich jedoch dem roten Parteiapparat beizutreten. Das war‘s dann schon! Eine freundliche Absage (mit etwas „Unverständnis“) folgte, die erstklassige Qualifikation spielte keine Rolle. Das galt vor allem für „höhere“ Posten, Beförderungen und diverse Karrieren, wie z. B. für Sekretäre oder Mitarbeiter eines Landeshauptmann- oder Regierungsmitgliedsbüro (was auch heute für diese Personengruppe zutrifft, aktuelle Beispiele gibt es durchaus). Wagner wurde bekanntlich im Oktober 1987 von einem Schulfreund und Lehrer niedergeschossen, weil sich dieser bei einer Direktorenpostenbesetzung übergangen gefühlt hatte. Der Attentäter wurde verurteilt. Freilich muss man festhalten, dass auch in anderen Bundesländern machtbewusste Politiker ihr Bundesland zum Selbstbedienungsladen degradieren und das Wort „Freunderlwirtschaft“ durchaus zutreffen kann. Da gibt es etwa einen burgenländischen SP-Landerschef, der seine damalige Verlobte und jetzige Ehefrau direkt in sein Regierungsbüro aufnehmen wollte. Andererseits „vererbten“ einige Länderbosse ihr lukratives Amt an den eigenen Politik-Nachwuchs. Jörg Haider soll als Landeschef gewisse Postenbesetzungen „strategisch“ angegangen sein. Bei wichtigen Funktionen wartete der damals „blau/orange“ Zampano gar nicht auf die Pensionierung des Amtsinhabers, sondern versuchte diesen „irgendwie“ loszuwerden, um eigene Vertrauensleute in diese Position zu hieven. Sogar ein Olympiasieger kann ein Lied davon singen. Trotzdem konnte sich der gewiefte Landeschef als „Kämpfer gegen Parteibuchwirtschaft“ und den (tatsächlich existierenden) Proporz verkaufen, etwa mit Hinweis auf „satte“ Bezüge eines steirischen AK-Funktionärs oder auf die hohen Gehälter der Nationalbank. Dabei fand sich auch der Kärntner Nationalbank-Leiter unter den FPAbgeordneten – ein ehemaliger SP-Mann, der sich mit der Justiz Probleme eingehandelt hat. Die Meldung über die ehemalige SP-Staatssekretärin Brigitte Ederer ließ kürzlich aufhorchen: Einem Medienbericht zufolge kassiert die Spitzenmanagerin (wir erinnern uns an den angekündigten „Ederer-Tausender“) zusätzlich zu ihrer satten Politikerpension noch Geld für zwei Aufsichtsratsposten bei den ÖBB. Laut Verfassungsdienst sei das rechtswidrig. Warum weiß man bei den ÖBB nicht, was die linke und die rechte Hand tut? Noch dazu bei einer Dame, die insgesamt rund zehn Aufsichtsposten bekleidet hat. 322 Motorboote Für Wirbel sorgt die vom Landtag beschlossene Tourismusreform. Konkret geht es um die Tourismusabgabe von vier Euro und eine Verkleinerung der Tourismusverbände. Warum durchleuchtet man nicht die Kärnten Werbung, ihre Effizienz und den offensichtlich mäßigen Erfolg dieser wichtigen Einrichtung? Man redet einen schwachen Saisonstart klein. Zumindest Chef Klaus Ehrenbrandtner. Der KresseNachfolger wollte bei seinem Dienstantritt die Marke „Kärnten“ stärken. Viel merkt man davon noch nicht! Was verdient eigentlich Ehrenbrandtner, der die Marke seines Vorgängers behalten will: „It´s my life“. Bleiben wir beim Tourismus. Vertreter dieser Branche warnten vor einer Erhöhung der Bootsabgabe für jene motorisierten Wasserflitzer, deren Wellen das Ökosystem des Wörthersees schädigen. Es ist kaum anzunehmen, dass sich Menschen der Kategorie „reich und schön“ wegen der geringen Aufzahlung keinen Urlaub an Kärntens Riviera mehr leisten können. Immerhin gibt es für den Wörthersee über 800 Bootslizenzen, davon 322 für Motorboote. Nicht nur einige Bürgermeister/ Bürgermeisterinnen (Ferlach, Feistritz i. R., Grafenstein, Velden) legten ihre Ämter in jüngere Hände, auch die Landes-SP stellte sich nach Peter Kaisers Abgang neu auf: So avancierte Berufspolitiker Günter Leikam zum 3. Landtagspräsidenten, die Lendorfer Bürgermeisterin Marika Lagger-Pöllinger wurde Landesrätin (u. a. für Gemeinden), der Gailtaler Luca Burgstaller beerbte SP-Klubchef Seiser, seine Stellvertreterin wurde die Abgeordnete Monika Lobnik. Christina Patterer-Burgstaller aus Kötschach-Mauthen rückte in den Landtag nach. Die Dame ist die Frau der neuen SP-Clubchefs. Ein Ehepaar als Politik-Zugpferde? Warum nicht? Wörthersee-Wellen Ein passendes Buch ... Der St. Veiter Bezirksjägermeister und Versicherungsagent Ing. Alfons Kogler aus Hüttenberg geht beinah schon 50 Jahre auf die Pirsch, gilt als leidenschaftlicher Weidmann und plädiert für einen respektvollen Umgang gegenüber Wildtieren. Auf über 150.000 Hektar durchstreifen rund 2500 „Grünröcke“ die heimischen Wälder und sichten dabei u. a. Wildschweine, Luchse und Goldschakale. Wir sprachen mit Alfons Kogler über aktuelle Themen der Jagd. Wölfe werden immer öfter in der Nähe von Städten, wie zuletzt bei St. Veit/Glan, gesichtet. Sie werden dann zu „Problemtieren“, die man jagen bzw. entnehmen muss. Wie viele Wölfe wurden bisher im Bezirk St. Veit erlegt? Kogler: Seit Inkrafttreten der Wolfsverordnung wurde bis dato im Bezirk St. Veit an der Glan kein einziger Wolf erlegt. Im Gurktal soll es bereits mehrere Wolfsrudel geben und Geier, die über Reste der Beute herfallen? Es gibt ein Gerücht, dass Jäger einen Wolf heimlich erlegt und vergraben haben sollen ... Kogler: Wolfsrudel im Gurktal sind mir nicht bekannt, bis dato gab es immer wieder Sichtungen von Einzelwölfen. Das Auftreten von Geiern ist ebenfalls nicht bekannt. Ich kenne auch das Gerücht nicht … Tierfreunde fordern den Schutz des Wolfes, Bauern wollen das vierbeinige Raubtier gänzlich vertreiben. Ihre Meinung? Kogler: Der Wolf ist gekommen, um zu bleiben und wir müssen damit leben lernen, was auch ein entsprechendes Management (Regulierung) erfordert. Andernfalls werden die Schäden für die Landwirte und als weitere Folge für unsere Kulturlandschaft durch ausbleibende, weil unrentable Bewirtschaftung, unermesslich. Streifen Goldschakale und Luchse durch die Wälder? Ist schon einmal ein Bär aufgetaucht? Kogler: Schakale und Luchse streifen durch die Wälder des Bezirkes. In den letzten Jahren gab es keine Bärensichtungen oder sonstige Nachweise von Bären. Was bereitet Ihnen als Bezirksjägermeister starkes Kopfzerbrechen? Kogler: Die technischen Entwicklungen, auch im Bereich der Jagd, gehen sehr rasant voran und werden auch vielfach genutzt. Leider gehen dadurch die Sinne und das Gespür für Wild verloren und somit wird die Abhängigkeit der vor allem heranwachsenden Jägerinnen- und Jägergeneration von der Technik immer größer. Generell, und nicht ausschließlich auf die Jagd bezogen, bereitet die grundsätzliche gesellschaftliche Entwicklung, dass sich viele junge Menschen ob der technischen Kommunikationsmöglichkeiten des persönlichen Gespräches entziehen und damit das Gemeinsame verloren geht. Eine derartige Entwicklung verringert und erschwert auch die Weitergabe von Praxiswissen und Erfahrung. Gibt es Probleme mit „Schwammerl-Touristen“? Kogler: Mit den Schwammerl-„Touristen“ gibt es kaum Probleme. Es treten allerdings immer wieder „professionelle“ Sammler, die sich nicht an die erlaubten Sammelzeiten und -mengen halten, auf. Wie viele Jäger und Jägerinnen gehen im Bezirk St. Veit auf die Pirsch? Kogler: Es sind aktuell rund 2500 Jäger und Jägerinnen, mit der Aufteilung in ca. 2.000 männliche und 500 weibliche Personen. Wann gab es den letzten Wilderer-Fall? Kogler: Es gab in den letzten beiden Jahrzehnten keine „aufgedecken“ Fälle von Wilderei oder angezeigte Straftaten von Wilddiebstahl. Wie sieht die Wildbilanz vom Vorjahr aus und nimmt die Wildschwein- oder Biber/Fischotter-Plage zu? Kogler: Schwarzwild hat in den letzten Jahren im Bezirk stark zugenommen, so wird nahezu die Hälfte der Kärntner Schwarzwildstrecke im Bezirk St. Veit getätigt. Die Zunahme der Schwarzwildpopulation, also der Wildschweine, ist auf die Populationsdynamik zurückzuführen, weil Bachen schon unter einem Jahr geschlechtsreif werden – mit drei bis neun Frischlingen. Und das gleich mehrmals im Jahr. Außerdem kommen die milden, schneearmen Winter dem Schwarzwild entgegen, es gibt dadurch keine natürlichen Ausfälle. Im Vorjahr wurden 338 Stück erlegt, eine seit 2020 stets ansteigende Zahl. Biber nehmen ebenfalls stark zu und bereiten vielen Landwirten große Sorgen. Biberdämme sorgen nämlich für überflutete Ackerflächen. Die Anzahl an Fischottern nimmt ob des abnehmenden Nahrungsangebotes derzeit nicht stark zu. Beim Rotwild konnten die Abschusszahlen der Zuwachsträger gesteigert werden und die Rehwildentnahme ist gegenüber den Vorjahren gleich geblieben. Wie steht es mit dem Image der „Grünröcke“? Sie sehen sich als Hüter des Waldes und Heger des Wildes, Kritiker sprechen hingegen von „schießwütigen Trophäensammlern“? Kogler: Grundsätzlich besitzt die Jagd eine sehr hohe Akzeptanz. Die Aufgaben der Jägerinnen und Jäger umfassen nicht nur Waldhüter- und Wildheger-Maßnahmen ... Die Tätigkeiten sind wesentlich mannigfaltiger. Das beginnt bei Lebensraumverbesserungsmaßnahmen z. B. für Raufußhühner, Haselwild, Niederwild, Monitoring diversester Wildarten, auch jener die nicht vom Jagdgesetz erfasst sind. Weiters gibt es sehr viele Projekte zur Reduktion von Straßenfallwild zum Schutz des Wildes und Vermeidung menschlichen Leides. Jägerinnen und Jäger sind auch Kultur- und Brauchtumspfleger, wie durch Jagdhornbläsergruppen und Chorgemeinschaften eindrucksvoll unter Beweis gestellt wird. Leider ist dies vielen Menschen nicht bewusst und wird von vielen auch nicht erkannt, auch die beste mediale Berichterstattung erreicht immer nur die interessierten Mitmenschen und nicht jene, die es nötig hätten. Dass es unter der jagenden Bevölkerung immer wieder schwarze Schafe gibt, ist leider nicht zu vermeiden und bringen die Vielen, die wirklich ausgezeichnete Arbeit leisten, in Misskredit. -r Bezirksjägermeister Kogler:„Das Schwarzwild vermehrt sich stark!“ Bezirk St.Veit/Glan: Im Vorjahr 338 Wildschweine erlegt. Biber sorgen für Ärger. Bisher wurde kein„Problemwolf“ entnommen. Bezirksjägermeister A. Kogler: „Immer mehr Schwarzwild….“ Foto Privat
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